Zusammenhalt stärken – Mecklenburg-Vorpommern tritt Allianz gegen Einsamkeit bei

Nr.148  | 22.06.2026  | SM  | Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport

Mecklenburg-Vorpommern ist als Erstunterzeichner der bundesweiten Allianz gegen Einsamkeit beigetreten. Sozialministerin Stefanie Drese nahm heute in Berlin an der Auftaktveranstaltung sowie an einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Fachkonferenz „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ teil. Bereits zuvor hatte das Landeskabinett den Beitritt Mecklenburg-Vorpommerns als Erstunterzeichner der Allianz beschlossen.

„Einsamkeit ist längst kein individuelles Problem mehr, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung, die Menschen aller Altersgruppen und Lebenslagen betrifft. Sie kann erhebliche Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit haben, gesellschaftliche Teilhabe erschweren und das Vertrauen in demokratische Institutionen schwächen“, sagte Sozialministerin Drese am Montag in Berlin.

Die Allianz gegen Einsamkeit wurde von der Bundesregierung ins Leben gerufen und bringt Länder, Kommunen, Wissenschaft, Verbände, Zivilgesellschaft und weitere Akteure zusammen. Ziel ist es, Erfahrungen auszutauschen, bestehende Maßnahmen besser zu vernetzen und wirksame Strategien gegen Einsamkeit weiterzuentwickeln. Die Allianz startet mit mehr als 100 Erstunterzeichnenden.

Drese betonte, dass Mecklenburg-Vorpommern aufgrund struktureller Besonderheiten vor besonderen Herausforderungen steht und deshalb beim Thema Kampf gegen Einsamkeit frühzeitig gehandelt hat. Eine geringe Bevölkerungsdichte, ein überdurchschnittlich hoher Anteil älterer Menschen mit eingeschränkter Mobilität sowie alleinlebender Personen erhöhten das Risiko sozialer Isolation. Der Wegzug der Jüngeren lasse familiäre Unterstützungsnetze abreißen.

„Hinzu kommt: die alltagsentscheidende Infrastruktur befindet sich gerade im ländlichen Raum auf dem Rück-zug – es schließen Supermärkte, Poststationen und Geschäfte – den Menschen fehlen in der Folge die alltäglichen Begegnungsmöglichkeiten. Umso wichtiger werden konsumfreie Begegnungsmöglichkeiten, die sogenannten Dritten Orte“, verdeutlichte Drese.

Vor diesem Hintergrund habe das Sozialministerium bereits 2023 den „Runden Tisch gegen Einsamkeit im Alter“ eingerichtet. Gemeinsam mit Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen seien Ursachen analysiert und konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt worden, die nun eine wichtige Grundlage für das weitere landespolitische Handeln bilden, so die Ministerin.

„Der Beitritt zur bundesweiten Allianz gegen Einsamkeit ist für Mecklenburg-Vorpommern der konsequente nächste Schritt. Wir wollen unsere Erfahrungen und erfolgreichen Ansätze in das bundesweite Netzwerk einbringen, von anderen lernen und gemeinsam neue Lösungen entwickeln“, erklärte Drese.