Spargelsaison: Gute Qualität trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Nr.192/2026  | 23.06.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

 

Mit dem Johannistag am 24. Juni endet traditionell die Spargelsaison. Die Bilanz der Spargelerzeuger in Mecklenburg-Vorpommern fällt in diesem Jahr insgesamt positiv aus. Trotz eines verspäteten Saisonstarts und anhaltend hoher Produktionskosten zeigen sich die Betriebe mit den Erträgen zufrieden. Besonders erfreulich: Die Qualität des heimischen Spargels war durchgängig sehr hoch.

„Die Spargelsaison 2026 war kein Selbstläufer. Nach einem kühlen Frühjahr mussten die Betriebe Geduld beweisen. Umso erfreulicher ist es, dass die Erzeuger am Ende eine insgesamt positive Bilanz ziehen können. Die Verbraucherinnen und Verbraucher konnten sich auf hervorragende Qualität und besten Geschmack verlassen“, erklärte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Die Saison begann aufgrund anhaltend kalter Nächte im April verhalten. Erst Ende April beziehungsweise Anfang Mai setzte das Spargelwachstum richtig ein. Warme Temperaturen rund um die Pfingsttage sorgten anschließend für hohe Erntemengen. Das seit Anfang Juni wieder kühlere Wetter bremste die Entwicklung jedoch erneut.

Gerade das langsamere Wachstum erwies sich für die Qualität als Vorteil. Die Spargelstangen entwickelten ein besonders ausgewogenes Aroma. Gleichzeitig hielten sich Angebot und Nachfrage über weite Teile der Saison die Waage.

„Die Witterung hat den Betrieben zwar nicht immer in die Karten gespielt, den Spargelgenießern aber durchaus. Viele Erzeuger berichten von einem besonders harmonischen Geschmack und einer sehr guten Produktqualität“, sagte Backhaus.

Die wirtschaftlichen Herausforderungen für die Betriebe bleiben jedoch erheblich. Besonders die stark gestiegenen Lohnkosten belasten die Erzeuger. Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit diesem Jahr bei 13,90 Euro pro Stunde und damit rund 8,5 Prozent höher als im Vorjahr. Zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 Euro pro Stunde. Der Anteil der Lohnkosten für Ernte und Aufbereitung liegt inzwischen bei deutlich über 50 Prozent der Gesamtkosten.

Hinzu kommen Schwierigkeiten bei der Verfügbarkeit von Saisonarbeitskräften. Viele Erntehelfer erreichen ihr persönliches Einkommensziel aufgrund der gestiegenen Stundenlöhne deutlich früher und reisen vorzeitig ab. Für die Betriebe bedeutet dies zusätzliche organisatorische Herausforderungen während der laufenden Saison.

Auch der Wettbewerbsdruck bleibt hoch. Der durchschnittliche Erzeugerpreis bewegte sich in dieser Saison zwischen 9 und 10 Euro pro Kilogramm und lag damit auf Vorjahresniveau beziehungsweise leicht darüber. Nach Einschätzung der Branche reicht dieses Preisniveau jedoch kaum aus, um die gestiegenen Kosten vollständig auszugleichen.

„Regionaler Spargel ist ein hochwertiges, arbeitsintensiv erzeugtes Produkt. Unsere Betriebe stehen unter einem erheblichen Kostendruck. Umso wichtiger ist es, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bewusst zu heimischer Ware greifen und damit die regionale Landwirtschaft unterstützen“, betonte Backhaus.

Die langfristige Entwicklung zeigt, dass die Spargelbranche in Mecklenburg-Vorpommern vor einem Strukturwandel steht. Im Jahr 2025 bauten noch 14 Betriebe auf einer ertragsfähigen Fläche von 132 Hektar Spargel an. Geerntet wurden 550 Tonnen. Zehn Jahre zuvor waren es noch 22 Betriebe mit 219 Hektar Anbaufläche und einer Erntemenge von 811 Tonnen.

Viele Betriebe setzen daher verstärkt auf Direktvermarktung, Hofläden und eigene gastronomische Angebote. Gleichzeitig wird über neue technische Lösungen wie Ernte- und Sortierroboter nachgedacht, um die Abhängigkeit von steigenden Lohnkosten zu verringern.

„Unsere Spargelbetriebe beweisen Jahr für Jahr Qualität, Durchhaltevermögen und Innovationskraft. Damit das auch künftig so bleibt, brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen, wettbewerbsfähige Produktionsbedingungen und eine starke Wertschätzung für regionale Lebensmittel“, so Backhaus.

Der Minister dankte abschließend den Spargelerzeugerinnen und Spargelerzeugern sowie den zahlreichen Saisonarbeitskräften für ihren Einsatz: „Sie sorgen mit viel Engagement dafür, dass heimischer Spargel frisch vom Feld auf die Teller kommt. Dafür gebührt ihnen Anerkennung und Dank.“

Hintergrund

Im Jahr 2025 wurden in Mecklenburg-Vorpommern auf 132 Hektar ertragsfähiger Fläche 550 Tonnen Spargel geerntet. Gegenüber dem Jahr 2015 entspricht dies einem Rückgang der Anbaufläche um rund 40 Prozent und der Erntemenge um rund ein Drittel. Bundesweit verringerte sich die Spargelanbaufläche im gleichen Zeitraum um rund 13 Prozent.