Gesundheitsprojekt erprobt neue Wege für Entlassmanagement im ländlichen Raum
Wie der Übergang vom Krankenhaus in die ambulante oder häusliche Weiterversorgung insbesondere in ländlichen und strukturschwachen Gebieten auch in der Zukunft gelingen kann, hat seit 2023 das Innovationsfondsprojekt „NAHVERSORGT – Na©hversorgt“ erprobt. Die Ergebnisse wurden am heutigen Dienstag in Stralsund vorgestellt.
Im Projekt wird insbesondere die bestehende Praxis des sogenannten Entlassmanagements in Mecklenburg-Vorpommern systematisch evaluiert. Gesundheitsministerin Stefanie Drese hob in ihrer Würdigung des bis September 2026 laufenden Projekts hervor, dass dadurch wichtige Erkenntnisse vor allem für die Gesundheitsversorgung in ländlich geprägten Räumen des Landes gewonnen werden.
„Eine gute Versorgung endet nicht an der Krankenhausgrenze. Gerade in strukturschwachen Regionen treten jedoch immer wieder Schwierigkeiten bei der Organisation der Anschlussversorgung von Patientinnen und Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt auf. Das kann zur Folge haben, dass Menschen länger im Krankenhaus bleiben als medizinisch nötig, in Reha- beziehungsweise Pflegeeinrichtungen vermittelt werden, die weit entfernt von ihrem Wohnort liegen oder auch ohne ausreichende Anschlussversorgung nach Hause entlassen werden “, betonte Drese.
„Nur durch eine strukturierte Vernetzung und Zusammenwirken aller beteiligten Akteure – wie Kliniken, Hausärzte, Pflegeheime, Kranken- und Pflegekassen kann eine gute möglichst lückenlose medizinische, pflegerische und soziale Versorgung garantiert werden“, wies Drese auf ein Hauptergebnis des Projekts hin.
Ein weiteres zentrales Mittel sei laut Forschungsteam der stärkere Einsatz von telemedizinischen Lösungen. Ministerin Drese sieht darin eine Bestätigung des landespolitischen Kurses: „So erproben wir gerade zum Beispiel eine gemeinsame tele-neurologische Versorgung im ambulanten Bereich gemeinsam mit Brandenburg. Und auch bei geriatrischen Patientinnen und Patienten, die meist nicht mehr gut mobil sind, sammeln wir gerade Erfahrungen in der interprofessionellen Therapie“, erklärte die Ministerin.
Als Best-Practice-Beispiel hob die Ministerin die Zusammenarbeit mit dem Praxisnetz „HaffNet“ in Vorpommern-Greifswald hervor, das seit Jahren eine Vorreiterrolle bei der Verzahnung von Versorgungsstrukturen einnimmt. „Im Osten unseres Landes zeigen einige Akteure schon äußerst vorbildlich, wie Kooperation über Versorgungsstrukturen hinweg funktioniert“, so die Ministerin weiter.
Parallel brauche es aber auch den Ausbau niedrigschwelliger Strukturen, die im Alltag greifen. Dazu gehören laut Drese etwa die mittlerweile mehr als 1.900 ausgebildeten Nachbarschaftshelferinnen und -helfer im Land, die zum Beispiel Unterstützung im Haushalt, beim Einkaufen oder Begleitung zu Arztbesuchen bieten. „Denn, wer sich zusätzlich zum Entlassmanagement auch auf solche Angebote verlassen kann, weiß sich wie mit einem doppelten Boden auch zuhause gut umsorgt“, erklärte die Ministerin.
Alle Ergebnisse des Projektes fließen nun in den „Pakt für Pflege M-V“, so die Ministerin. „Nahversorgt wirkt aber bereits auch jetzt. So haben sich erste Kooperationen entwickelt, zum Beispiel mit dem Projekt „MV gesund vor Ort“. Deshalb feiert das Projekt heute auch keinen Abschied, sondern den Start von etwas Neuem“, so Drese abschließend.