Winterweizen ist und bleibt wichtigste Ackerkultur MVs

Nr.196/2026  | 24.06.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

 

Anlässlich des 50. Weizentages bedankt sich Agrarminister Dr. Till Backhaus bei der Agrargenossenschaft Köchelsdorf als lang­jährigem Gastgeber. Sein Dank gilt ebenso der Landesforschungs­anstalt und dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittel­sicherheit und Fischeri für ihr Engagement.

„2025 wurden in MV 306.200 Hektar Winterweizen angebaut. Das entspricht nahezu exakt dem Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2024 von 305.300 ha. Für die Ernte 2026 wurden im Herbst vergangenen Jahres erneut rund 298.300 ha bestellt. Mit einer Erntemenge von rund 2,36 Mio. t und einem durchschnittlichen Hektarertrag von 77 Dezitonnen je Hektar bestätigt MV erneut seine Stellung als eine der bedeutendsten und leistungsfähigsten Weizenregionen Deutschlands“, so der Minister, der ergänzt:

„Besonders erfreulich ist die Qualität unseres Weizens. MV erzielt seit Jahren überdurchschnittliche Rohproteingehalte. Im Erntejahr 2025 wurden Eiweißgehalte zwischen 12 und 18 % gemessen. Der Landesdurchschnitt lag bei 13,4 %. Selbst in Ökobetrieben konnte Qualitätsweizen erzeugt werden. Diese Ergebnisse sind Ausdruck hoher fachlicher Kompetenz und einer professionellen Bestandesführung.

Gleichzeitig sehen wir, dass die Rahmenbedingungen anspruchsvoller werden. Die Niederschläge im den vergangenen Jahr haben die Abreife und Ernte vieler Bestände verzögert. In Folge litten teilweise die Fallzahlen, sodass einzelne Partien nur noch als Futterweizen vermarktet werden konnten. Hinzu kommt die wirtschaftliche Situation.

Während Brotweizen im Jahr 2022 noch mit durchschnittlich 31,17 EUR je Dezitonne gehandelt wurde, lag der Preis zur Ernte 2025 bei lediglich 17,18 EUR je Dezitonne. Auch beim Futterweizen sank der Preis im gleichen Zeitraum von 29,37 EUR auf 16,39 EUR je Dezitonne. Die Betriebe müssen heute also unter deutlich schwierigeren Marktbedingungen wirtschaften als noch vor wenigen Jahren.

Zusätzliche Herausforderungen ergeben sich durch die fortlaufenden Änderungen im Düngerecht. MV hat sich in den vergangenen Jahren konsequent für rechtssichere und fachlich fundierte Regelungen eingesetzt. Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts haben wir als erstes Bundesland die zusätzlichen Maßnahmen in den sogenannten Roten Gebieten ausgesetzt und die Düngelandesverordnung aufgehoben. Nun ist der Bund gefordert, zügig für Rechtsklarheit zu sorgen. Gemeinsam mit den anderen Ländern setzen wir uns dafür ein, das Düngerecht grundlegend weiterzuentwickeln. Ziel muss es sein, Gewässerschutz und landwirtschaftliche Produktion besser miteinander zu verbinden.

Wir brauchen fachlich nachvollziehbare, wirksame und kontrollierbare Maßnahmen statt pauschaler Belastungen für ganze Regionen.

Ebenso kritisch beobachten wir die Entwicklung im Pflanzenschutz. Der Verlust wichtiger Wirkstoffe stellt den Winterweizenanbau vor erhebliche Herausforderungen. Mit dem Wegfall von Flufenacet verliert die Landwirtschaft einen zentralen Baustein bei der Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz und Windhalm. Gleichzeitig droht durch die Konzentration auf wenige verbleibende Wirkstoffe eine Zunahme von Resistenzen. Auch das Verbot des Wirkstoffs Fludioxonil wird erhebliche Auswirkungen auf die Saatgutproduktion und den Schutz gegen samen- und bodenbürtige Krankheiten haben. Deshalb brauchen wir einen Pflanzenschutz, der wissenschaftlich begründet ist, praktikable Alternativen bereitstellt und die Versorgungssicherheit nicht aus dem Blick verliert.

Landwirtschaft MVs verfügt über hervorragende Böden, leistungsfähige Betriebe, engagierte Landwirtinnen und Landwirte sowie eine starke Agrarforschung. Der Weizentag in Köchelstorf steht seit 50 Jahren beispielhaft für diese erfolgreiche Zusammenarbeit. Hier werden neue Sorten geprüft, Düngestrategien bewertet, Pflanzenschutzverfahren getestet und wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis übertragen. Genau dieser enge Austausch zwischen Forschung und Landwirtschaft ist die Grundlage für den zukünftigen Erfolg unseres Ackerbaus.“