Berufsorientierung stärkt erfolgreiche Ausbildungswege

Oldenburg: frühzeitige Orientierung, praktische Erfahrungen und individuelle Begleitung entscheidend

Nr.107-26  | 24.06.2026  | BM  | Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung

Mit einer umfassenden Beruflichen Orientierung von der Kita bis zum Abitur unterstützt Mecklenburg-Vorpommern Schülerinnen und Schüler dabei, gezielt eine Berufsausbildung aufzunehmen. „Die neue Bertelsmann-Studie bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Frühzeitige Berufsorientierung, praktische Erfahrungen und individuelle Begleitung sind entscheidend für erfolgreiche Übergänge in Ausbildung und Beruf. Genau hier setzt Mecklenburg-Vorpommern mit seinem Konzept ‚Alle werden gebraucht! – Schulische Berufliche Orientierung für einen guten Übergang in Ausbildung und Beruf‘ den Schwerpunkt“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg anlässlich der Veröffentlichung der Bertelsmann-Studie „Drei Perspektiven – eine Vision“.

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung sieht beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf Reformbedarf und empfiehlt unter anderem mehr Praxisbezug, verlässliche Begleitung und eine stärkere Zusammenarbeit der beteiligten Akteure. Viele dieser Empfehlungen setzt Mecklenburg-Vorpommern bereits jetzt um.

Seit dem Schuljahr 2025/26 ist das Konzept zur Beruflichen Orientierung „Alle werden gebraucht“ für alle Schulen in Mecklenburg-Vorpommern verbindlich. „Schülerinnen und Schüler sollen noch gezielter den Beruf anstreben, der am besten ihren Neigungen entspricht“, so die Bildungsministerin. „Daher haben wir mit einem neuen Konzept die Berufliche Orientierung weiterentwickelt – für einen gelungenen Übergang in Ausbildung und Beruf.“ Das Konzept sieht vor, dass die ökonomische Bildung bereits in der Kita beginnt und in der Grundschule fortgeführt wird. In der weiterführenden Schule wir daraus die Berufliche Orientierung. „Hier sind 25 Tage für Betriebspraktika vorgesehen – so viele wie in keinem anderen Bundesland“, ergänzt Simone Oldenburg.

Auch die Arbeit in Schülerfirmen hat Mecklenburg-Vorpommern gestärkt: Die Landesregierung hat für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler eine Handreichung „Gründung und Betrieb von Schülerfirmen“ erarbeitet, damit wieder mehr Schülerfirmen entstehen können, weil sie Wissen über wirtschaftliche und unternehmerische Zusammenhänge vermitteln und somit ein Baustein für die Berufliche Orientierung sind.

Mit dem Startchancen-Programm von Bund und Ländern unterstützt die Landesregierung Angebote für Schülerinnen und Schüler, die schwierige Startbedingungen haben. Mecklenburg-Vorpommern erhält über einen Zeitraum von 10 Jahren jährlich 17 Millionen Euro.

Zudem hat das Land die Förderangebote weiter ausgebaut, damit mehr Jugendliche die Schule mit einem anerkannten Schulabschluss verlassen. Seit dem Schuljahr 2023/2024 ist der Besuch des Freiwilligen 10. Schuljahres an Regionalen Schulen und Gesamtschulen möglich. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die mehr Zeit zum Lernen brauchen, um die Berufsreife zu erlangen.

Darüber hinaus führt das Land ab dem Schuljahr 2026/2027 an beruflichen Schulen mit Berufsvorbereitungsteil den neuen Bildungsgang „AVdual“ (Ausbildungsvorbereitung dual) ein. Das berufsvorbereitende Angebot startet mit dem Ziel, die Ausbildungschancen und die Anschlussvermittlung von Schülerinnen und Schülern zu verbessern, die den ersten Einstieg in die Berufsausbildung noch nicht geschafft haben.

Ebenfalls zum neuen Schuljahr werden das Angebot „Produktives Lernen“ und der Modellversuch „Berufsreife dual“ in die „Praxisorientierte Berufsreife“ überführt. Statt zwei parallelen Angebote gibt es jetzt ein Angebot, das die Vorzüge beider vereint.

Gemeinsam mit dem Landesausschuss für Berufsbildung hat die Landesregierung zudem in diesem Schuljahr die Arbeitsgruppe „Gemeinsam für erfolgreiche Ausbildungswege“ initiiert, um partnerschaftlich tragfähige Strategien und Angebote zu entwickeln und bestehende Konzepte zu schärfen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die Übergänge von der Schule in die berufliche Bildung weiter verbessert und die Potenziale von Schülerinnen und Schülern im Übergangssektor besser genutzt werden können. Land und Landesausschuss für Berufsbildung sind sich einig, dass auch diese Jugendlichen wichtig für die Fachkräftesicherung sind und enger begleitet werden müssen.