Sonderpreis „Sport statt Gewalt 2026“ von Minister Pegel und dem Präsidenten des Landessportbundes Bluhm verliehen

Fünf Sportvereine mit herausragendem Einsatz für die Kriminalprävention in der Sportschule Warnemünde ausgezeichnet

Nr.111/2026  | 25.06.2026  | IM  | Ministerium für Inneres und Bau

Zum sechsten Mal wurde heute der Sonderpreis „Sport statt Gewalt“ vom Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung Mecklenburg-Vorpommern (LfK M-V) in Kooperation mit dem Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern verliehen.

Seit 2020 werden Sportvereine aus Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet, die sich über ihre eigentliche sportliche Tätigkeit hinaus in besonderer und nachahmenswerter Weise auch um die Vorbeugung und Verhinderung von Gewalt und Kriminalität verdient machen.

Christian Pegel betonte als Vorsitzender des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung in seiner Laudatio anlässlich der Preisverleihung in der Sportschule des Landessportbundes in Warnemünde: „Sportvereine stehen in unserem Land ganz oben als gesellschaftlicher Integrationsfaktor, gerade auch für unsere Jugend. Sporttreiben in der Gemeinschaft und im Verein vermittelt Orientierung, Bindung, Toleranz, fairen Umgang und Akzeptanz von Regeln. Sportangebote haben darüber hinaus auch eine gewaltpräventive Wirkung, denn sie vermindern Gelegenheitsstrukturen für Jugendgewalt und sie stärken die Persönlichkeit.“

Landessportbundpräsident Andreas Bluhm unterstreicht die Worte des Ministers: „Das alles funktioniert vor allem durch großes persönliches Engagement von vielen Ehrenamtlichen in unseren Vereinen, unterstützt von einem gut funktionierenden Hauptamt. Wenn sich Vereine so positiv für die Gemeinschaft engagieren, dann haben alle Beteiligte sehr viel davon!“

 Der Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung hatte im November 2025 Vereine, die Mitglied im Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern sind, aufgerufen, sich zu bewerben. 14 Vereine hatten sich daraufhin gemeldet. Beeindruckend zu sehen, welchen Prozess die Bewerbungen oftmals durchlaufen, ehe sie die Jury erreichen. Es finden in Kommunen Ausschusssitzungen statt, in denen intensiv beraten wird, welcher Sportverein vorgeschlagen werden soll.

 Die Jury war besetzt mit Mitgliedern des Landessportbundes, des Landesfußballverbandes wie des Sportministeriums.

 Die fünf Preisträger erhalten eine Anerkennungsurkunde und jeweils eine Geldprämie in Höhe von 1.000 Euro.

 Die fünf Preisträger sind:

 

  1. SV Schifffahrt und Hafen Wismar 61 e.V.

Der Leitsatz „Fairness auf und neben dem Platz ist unser oberstes Gebot“ ist fest in der vereinsinternen Leitlinie verankert. Der Verein positioniert sich klar gegen jede Form von Gewalt, Intoleranz und Rassismus und versteht sich als geschützten sozialen Raum für alle Kinder und Jugendlichen. 

 

Eine Auswahl von aktuellen Projekten aus dem breiten Spektrum des Vereins:

 

  • Hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit mit Schulen und die Schaffung niedrigschwelliger Zugänge zum Sport. Ein besonders gelungenes Beispiel hierfür ist der gemeinsam organisierte Grundschulpokal. Hier können gezielt auch Kinder teilnehmen, die sonst bei sportlichen Wettbewerben häufig nicht berücksichtigt werden. Dieses Konzept stärkt Chancengleichheit, Selbstvertrauen und soziale Integration bereits im frühen Alter.

 

  • Der SV Schifffahrt und Hafen Wismar 61 e.V. hat seinen Sitz im Wismarer Stadtteil Kagenmarkt, in dem auch die Gemeinschaftsunterkunft Haffburg liegt, aus der vor allem auch viele geflüchtete Kinder den Weg zum Verein gefunden haben. Sport ist für den Verein ein zentrales Instrument zur Förderung eines friedlichen und demokratischen Miteinanders und ein wichtiger Baustein präventiver Arbeit.

 

 

  • Ein weiteres Beispiel für das gesellschaftliches Engagement ist der jährlich stattfindende „Helfen bringt Freu(n)de Cup“. Diese Veranstaltung verbindet Sport mit sozialem Engagement und hat in den vergangenen Jahren erhebliche Spenden-summen zugunsten der Kinderkrebshilfe West-Mecklenburg generiert.

 

  • Das integrierte Karateangebot, das über die reine sportliche Betätigung hinaus gezielt Werte vermittelt: Selbstdisziplin, Respekt, Achtsamkeit und kontrolliertes Handeln. Die Kinder lernen, mit Konfliktsituationen umzugehen, Grenzen zu erkennen und Verantwortung für ihr eigenes Verhalten zu übernehmen.

 

  1. Internationaler Fußball-Club Rostock e.V.

Der Internationale Fußball-Club Rostock e.V. – kurz IFC Rostock - gegründet 2015, hat heute über 800 Mitglieder und ist ein Verein, der von seinen Mitgliedern „selbst gestaltet“ wird. Der IFC ist basisdemokratisch organisiert.

 

Ein zentraler Baustein ist Prävention durch Teilhabe. Mit Projekten wie „Sport für Alle“ bietet der Verein wöchentlich kostenlose Sportangebote für Jugendliche in Stadtteilen wie Toitenwinkel und Dierkow an. Gerade dort, wo soziale Probleme spürbar sind, schafft er verlässliche Strukturen, Ansprechpersonen und positive Erlebnisse. Sport wird hier zum Zugang – zu Gemeinschaft, zu Regeln, zu Perspektiven.

 

Herausgehoben werden folgende Projekte:

 

  • Mit dem Projekt „IFC macht Schule“ arbeitet der Verein mit Schulen zusammen und erreicht Kinder, die sonst vielleicht keinen Zugang zu Vereinsstrukturen hätten. Auch hier geht es nicht nur um Bewegung, sondern um Werte: Fairness, Teamgeist und Konfliktlösung ohne Gewalt.

 

  • Weitere Projekte wie „Spiel & Spaß am Strand“ oder Skate-Angebote im IGA Park sprechen bewusst niedrigschwellig unterschiedliche Zielgruppen an – Kinder, Jugendliche, Familien, Einheimische und Touristen. Alles kostenfrei, alles offen.

 

  • Der Verein versteht sich als Teil der Stadtgesellschaft in Rostock. Deshalb unterstützt er Initiativen wie den Christopher-Street-Day und engagiert sich in Kooperationen mit Trägern der Jugendhilfe.

 

  1. PSV 90 Neubrandenburg

 

Der PSV 90 Neubrandenburg e.V. unterstützt seit seiner Gründung organisatorisch, inhaltlich und durch zahlreiche freiwillige Helfer auch personell die polizeilichen Präventionsprojekte im Regionalbereich von Neubrandenburg. Hier zu nennen sind Meisterschaften in den Sportarten Volleyball, Rad- und Drachenbootrennen. Dieses zählt noch heute zu den bedeutsamsten Veranstaltungen und findet in diesem Jahr am 3. Juli am und auf Neubrandenburger Reitbahnsee statt. Diese sportlichen Großveranstaltungen waren in den zurückliegenden Jahren Bestandteil und Höhepunkte der kontinuierlichen polizeilichen Präventionsarbeit, insbesondere im Wirken gegen jegliche Form von Gewalt. Die Umsetzung und Ausrichtung der Aktivitäten gerade im Kinder- und Jugendbereich wäre ohne die Unterstützung des Vereines nicht möglich gewesen und ist ein herausragendes Beispiel eines funktionierenden gesamtgesellschaftlichen Präventionsnetzwerkes.

 

Weitere Projekte aus dem großen Portfolio:

 

  • Durch Kooperationen mit sieben Kitas im Stadtgebiet und Umland erfahren die betreuten Kinder frühzeitig, was es heißt, sich an Regeln zu halten, sich trotz Unterschiede anzuerkennen, mit Niederlagen klarzukommen, lernen Andersartigkeit zu verstehen und zu tolerieren. Die Übungsleiter stellen hier eine starke Säule bei der Wertevermittlung dar.

 

  • Im Rahmen des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ organisiert die Abteilung Boxen jedes Jahr Ferienfreizeitmaßnahmen, bei denen der Spaß in den Vordergrund rückt und mal andere sportliche Aktivitäten ausprobiert werden.

 

  • Nennenswert ist auch die Integration der ukrainischen Kinder und Jugendlichen, die nach anfänglichem Training in eigenen Gruppen nun in die bestehenden Gruppen aufgenommen wurden.

 

  • Übungsleiter der Abteilung Kampfsport betreuen regelmäßig Workshops mit der Zielstellung „Deeskalation, Eigen- und Fremdschutz“ nach Absprache und im Auftrag des Landkreises für ihre Mitarbeiter der Ordnungs- und Rettungskräfte, für das Ordnungsamt der Stadt Neubrandenburg, die AWO Kinder- und Jugenddienste GmbH und die Diakonie Mecklenburgische Seenplatte.

 

  1. Sport- und Athletenverein Torgelow-Drögenheide 90 e.V.

 

Gerade im ländlichen Raum sind Begegnungsorte, die verbinden, Halt geben und Orientierung schaffen, von unschätzbarem Wert. Und die Abteilung Ringen des SAV Torgelow-Drögenheide 90 e.V. ist ein solcher Ort! Mehrfach in der Woche treffen hier Kinder und Jugendliche verschiedenster sozialer und kultureller Hintergründe aufeinander. Entscheidend sind Einsatz, Respekt und der Wille, gemeinsam zu wachsen.

 

Ringen ist hier nicht nur Wettkampfsport, sondern eine Schule für´s Leben:

 

  • Im Training lernen die jungen Sportlerinnen und Sportler ihre Kraft zu kontrollieren, Regeln einzuhalten und dem Gegenüber mit Achtung zu begegnen.
  • Sie erfahren, dass Stärke nichts mit Aggression zu tun hat, sondern mit Selbstbeherrschung, Fairness und Verantwortungsbewusstsein.
  • Trainer und Übungsleiter vermitteln demokratische Werte wie Gleichberechtigung, Toleranz und gegenseitigen Respekt im Trainingsalltag.
  • Mit Turnieren an Wochenenden, Feriencamps fördern sie den Zusammenhalt untereinander, unabhängig vom Einkommen oder sprachlichen Hürden.
  • Durch gemeinsame Wettkämpfe, Vereinsveranstalt-ungen zwischen den Familien entsteht ein Netzwerk, das Integration lebendig macht.

 

  1. Polizeisportverein Rostock e.V.

Der PSV Rostock e.V. ist der größte Kinder- und Breitensportverein in Mecklenburg-Vorpommern, versteht Sport nicht nur als Training und Wettkampf, sondern auch als sozialen Raum, in dem Schutz, Respekt, Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt aktiv gelebt werden. Mit vielfältigen Angeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene übernimmt der Verein Verantwortung weit über den eigentlichen Sportbetrieb hinaus.

 

Eine Auswahl aktueller Projekte:

 

  • Mit dem Schutzkonzept „Achtsamkeit und Schutz im PSV Rostock“ hat der Verein klare Strukturen geschaffen, um den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Vereinsleben verbindlich zu verankern.

 

  • Inklusionsarbeit: Bereits heute gibt es verschiedene inklusive Gruppen und Angebote, unter anderem im Fußball, in der Gymnastik, im Boxen und im Dart. Menschen mit und ohne Behinderung soll gemeinsam Sport ermöglicht werden, Berührungsängste abbauen, Barrieren verringern und echte Zugehörigkeit schaffen.

 

  • Veranstaltungsformate:

 

Mit dem Format „Sparring mit Dialog“ hat der Verein Räume geschaffen, in denen Frauen und Männer, Mädchen und Jungen Sport in einer offenen, wertschätzenden und druckfreien Atmosphäre erleben konnten. Dabei steht nicht Leistung im Vordergrund, sondern gemeinsames Lernen, Bewegung, Austausch und gegenseitige Unterstützung.

 

Beim Frauensporttag „Dialog im Ring“ wird ganz bewusst auf Begegnung, Offenheit und Stärkung gesetzt. Frauen mit unterschiedlichen Lebensge-schichten kamen zusammen, konnten neben dem Boxen auch andere Bewegungs- und Sportangebote kennenlernen, miteinander ins Gespräch kommen und Gemeinschaft erleben-

 

  • Stichwort Zusammenarbeit: Ein weiterer Beleg für das gesellschaftliches Engagement ist die enge Zusammenarbeit mit vielen Partnern in Rostock und darüber hinaus. Einige Beispiele:

 

Gemeinsam mit der Lebenshilfe hat der Verein einen inklusiven „Mucki-Test“ durchgeführt und damit Menschen erreicht, die sonst nicht selbstverständlich an klassischen Vereinsangeboten teilnehmen. Darüber hinaus arbeitet der Verein mit zahlreichen Schulen und Kitas in Rostock, mit dem Michaelshof und mit weiteren sozialen, bildungsbezogenen und gemeinnützigen Partnern zusammen.