Land und Universitäten treiben Digitalisierung in der Wissenschaft voran
Wissenschaftsministerin Martin gibt zusammen mit Rektorinnen der Universitäten Startschuss für neue Servicestelle
Das Land Mecklenburg-Vorpommern treibt gemeinsam mit den Universitäten in Greifswald und Rostock die Digitalisierung in der Wissenschaft voran. Wissenschaftsministerin Bettina Martin hat gemeinsam mit der Rektorin der Universität Greifswald, Prof. Dr. Katharina Riedel, und der Rektorin der Universität Rostock, Prof. Dr. Elizabeth Prommer, die Zielvereinbarung für ein umfangreiches Datenmanagement unterschrieben. Damit ist der Startschuss für den Aufbau einer neuen Servicestelle „Digitale Wissenschaft MV“ gegeben.
„Ziel ist es, den freien Zugang zu Forschungsdaten und wissenschaftlichen Arbeiten zu gewährleisten. Mit der neuen Servicestelle ist ein wichtiger Baustein in der Open-Access-Strategie des Landes gelegt“, sagte Wissenschaftsministerin Bettina Martin. „Der freie Zugang von Forschungsdaten und -ergebnissen wird dadurch entscheidend verbessert. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler brauchen diesen freien Zugang durch Open Access. Nur mit einem umfangreichen und optimiertem Datenmanagement kann die Wissenschaft untereinander auch international kooperieren. Forschung ist auf die Erhebung und den Austausch von Daten ohne Hürden angewiesen.“
Einrichtungen aus Mecklenburg-Vorpommern sind beispielsweise an zehn bundesweiten Konsortien im Bereich des Forschungsdatenmanagements mit einem Gesamtvolumen in Höhe von mehr als 200 Mio. Euro beteiligt.
„Offene Wissenschaft lebt vom freien Zugang zu Wissen“, sagte die Rektorin der Universität Greifswald, Prof. Dr. Katharina Riedel. „Mit der neuen Servicestelle schaffen wir in Mecklenburg-Vorpommern eine gemeinsame Infrastruktur, die die Forschenden der Universität Greifswald und die aller weiteren Hochschulen des Landes dabei unterstützt, Forschungsergebnisse und Daten sichtbar, nachnutzbar und dauerhaft zugänglich zu machen. Die Umsetzung der landesweiten Open-Access-Strategie erhält damit einen Schub.“
Die Rektorin der Universität Rostock, Prof. Dr. Elizabeth Prommer, sieht in der Vereinbarung auch einen strategischen Meilenstein: „Sie ist ein hervorragendes Beispiel für hochschulübergreifende Kooperation und ein Schlüssel für exzellente Forschung. Die neue Servicestelle bündelt Kompetenzen, fördert den Wissenstransfer zwischen den Hochschulen und unterstützt unsere Forschenden dabei, den steigenden Anforderungen einer modernen Wissenschaftslandschaft erfolgreich zu begegnen.“
Die Kosten für die neue Servicestelle werden bis einschließlich des Jahres 2030 rund eine Million Euro betragen, wovon die Universitäten Greifswald und Rostock je 250.000 tragen und das Land Mecklenburg-Vorpommern 500.000 Euro. Angesiedelt wird die Servicestelle an den beiden Universitätsbibliotheken.
Das Wissenschaftsministerium hat im Rahmen einer 40 Mio. Euro-Förderung für die Digitalisierung im Hochschulbereich bereits das Projekt „Datenkompass M-V“ finanziert, das die landesweite Vernetzung von Expertinnen und Experten im Bereich des Forschungsdatenmanagements erfolgreich organisiert und Vorschläge zur Weiterentwicklung im Land vorgelegt hat. Die Verfügbarkeit und das Management von Daten spielt in der Forschung heute eine zentrale Rolle – von der Gesundheitsforschung über die Meeresforschung bis zur Moorforschung. Auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen hat die Landesregierung durch das Gesundheitsforschungsstärkungsgesetz 2024 zukunftsfähig aufgestellt und dabei bundesweit eine Vorreiterrolle eingenommen. Auch auf europäischer Ebene beteiligt sich MV an Fachgremien zur Weiterentwicklung der Digitalisierung in der Wissenschaft.
Die Landesregierung und die Landesrektorenkonferenz haben zur Erschließung der digitalen Potenziale eine gemeinsame Open-Access-Strategie MV im Jahr 2025 als einen zentralen Baustein der digitalen Transformation der Wissenschaft in Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet und ihre gemeinsame Umsetzung im Dezember 2025 vereinbart. Mit dem freien Zugang zu Daten und Informationen werden langfristig nicht nur Kosten eingespart, sondern die Sichtbarkeit der von Forschungsergebnissen aus Mecklenburg-Vorpommern wird erhöht. Ebenso wird der Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft gestärkt. Beispielsweise können so auch Unternehmen in MV besser von den Forschungsergebnissen der Hochschulen profitieren.
Die Servicestelle „Digitale Wissenschaft MV“ informiert künftig die staatlichen Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern über aktuelle überregionale Entwicklungen auf nationaler (z. B. DFG-Förderinstrumente zu Open Access oder überregionale Helpdesks), europäischer (z. B. Open European Science Cloud oder Open Research Europe) und internationaler Ebene (z. B. UNESCO). Zudem informiert sie über Entwicklungen innerhalb des Landes, wie z. B. Best Practice-Maßnahmen an einzelnen Hochschulen. Die Servicestelle richtet eine zentrale Kontaktstelle ein, an die sich Hochschulangehörige zu Fragen der digitalen Wissenschaft (insbesondere zu Open Access und Forschungsdatenmanagement) wenden können.
Darüber hinaus übernimmt die Servicestelle bedarfsweise die strategische Beratung von Hochschulleitungen und Verbundprojekten sowie die Unterstützung von Einrichtungen zur Erstellung und Fortschreibung von Forschungsdaten-Policies. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Beratung zu geeigneten Fördermöglichkeiten für Maßnahmen im Bereich der digitalen Transformation.
Anlagen
130 - Teilzielvereinbarung.pdf (PDF, 0,25 MB)
26-06-25 TZV.jpg
(JPG, 1,78 MB)
Rektorin Prof. Dr. Elizabeth Prommer, Wissenschaftsministerin Bettina Martin und Rektorin Prof. Dr. Katharina Riedel
Foto: Christian Moeller/WKM MV