Plattdeutsch ist Teil der Identität in Mecklenburg-Vorpommern

Staatssekretärin Bowen erinnert an großes Vermächtnis Fritz Reuters zur Eröffnung der Festspiele in Stavenhagen

Nr.131/26  | 26.06.2026  | WKM  | Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten

Die Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten, Susanne Bowen, hat während der Eröffnung der 66. Fritz-Reuter-Festspiele in Stavenhagen auf das große kulturelle Vermächtnis Reuters hingewiesen.

Fritz Reuter hat den Menschen seiner Zeit eine Stimme gegeben – und zwar eine Stimme in ihrer eigenen Sprache“, sagte Staatssekretärin Bowen. „Er hat gezeigt, dass Plattdeutsch nicht nur Alltagssprache ist, sondern Literatur, Kunst und Kultur auf höchstem Niveau tragen kann. Seine Geschichten erzählen von den Freuden und Sorgen des Lebens, von Humor und Menschlichkeit, von Heimat und Zusammenhalt. Gerade deshalb haben sie bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren.“

Bis Sonntag wird die Reuterstadt Stavenhagen zu einer großen Bühne und mit Theateraufführungen, Konzerten und Lesungen ihren größten Sohn ehren. In diesem Jahr wird der zweite Teil des Bühnenstücks „Ut de Franzosentid“ aufgeführt. Der Roman ist erstmals 1859 erschienen und beschäftigt sich mit der Zeit nach Napoleons Feldzug gegen Russland als zurückziehende französische Soldaten auch durch Mecklenburg kamen und die Bevölkerung unter der Besatzung zu leiden hatte.

„Ut de Franzosentid“ ist einer der ersten und wichtigsten Romane in niederdeutscher Sprache. Das Plattdeutsche hat unter anderem mit diesem Roman Einzug in die Literatur gefunden. „Plattdeutsch ist weitaus mehr als eine Sprache“, sagte Bowen. „Es ist Teil unserer Identität und unserer Kultur in Mecklenburg-Vorpommern.“ Bowen verwies darauf, dass das Plattdeutsche in Mecklenburg-Vorpommern Verfassungsrang habe und das Land per Verfassung ausdrücklich aufgefordert sei, die niederdeutsche Sprache zu schützen, zu pflegen und zu fördern.

Die aus diesem Auftrag einhergehende Förderung ist an vielen Stellen sichtbar. „In Kindertagesstätten und Schulen werden Kinder frühzeitig an die Regionalsprache herangeführt. Niederdeutsch ist als Unterrichtsfach verankert und kann an ausgewählten Schulen sogar bis zum Abitur geführt werden. Landes- und Regionalbeauftragte unterstützen die Arbeit an den Schulen und helfen dabei, das Plattdeutsche in den Bildungsalltag einzubinden. Darüber hinaus fördert das Land Wettbewerbe, Projekte und Initiativen, die junge Menschen für die Sprache begeistern“, so Bowen weiter.