Waldbrand im Müritz-Nationalpark bei Neustrelitz unter Kontrolle - aktuell kein offenes Feuer
Der Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz im Müritz-Nationalpark nördlich von Neustrelitz ist nach vier Tagen intensiver Einsatzarbeit unter Kontrolle. Offene Flammen sind aktuell nicht mehr sichtbar. Aufgrund der weiterhin hohen Temperaturen im Waldboden und der Munitionsbelastung bleibt die Lage jedoch anspruchsvoll. Die Einsatzkräfte und der Eigentümer werden die Brandfläche in den kommenden Tagen weiterhin engmaschig kontrollieren und eine Brandwache sicherstellen, um mögliche Glutnester frühzeitig zu erkennen und ein Wiederaufflammen zu verhindern.
Landrat Thomas Müller und Forstminister Dr. Till Backhaus danken allen beteiligten Einsatzkräften für ihren außergewöhnlichen Einsatz. An der Eindämmung des Brandes waren über mehrere Tage hinweg Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis und darüber hinaus, der Katastrophenschutz, das Technische Hilfswerk, das Nationalparkamt Müritz, die Bundesforst, die Landesforstanstalt, der Munitionsbergungsdienst, die Polizei sowie zahlreiche weitere Unterstützer beteiligt. Zum Einsatz kam verschiedene Spezialtechnik, wie Löschroboter, Kreisregner, Düsenschläuche, Waldbrand-Tanklöschfahrzeuge, ein Rückefahrzeug mit Löschbox und Drohnen. Aufgrund der Munitionsbelastung war ein direkter Löscheinsatz im Brandgebiet nicht möglich. Die Sicherheit der Einsatzkräfte hatte während des gesamten Einsatzes oberste Priorität.
Landwirtschafts- und Forstminister Dr. Till Backhaus erklärt: „Mein herzlicher Dank gilt den mehr als 400 Einsatzkräften, die diesen Waldbrand vier Tage lang unter außergewöhnlich schwierigen Bedingungen eingedämmt haben. Große Hitze, schwieriges Gelände und die ständige Gefahr durch die Munitionsbelastung haben den Einsatz zu einer enormen Herausforderung gemacht. Dass das Feuer unter diesen Bedingungen unter Kontrolle gebracht werden konnte, ist ihrem hohen professionellen Einsatz, ihrer Erfahrung und ihrem außergewöhnlichen Engagement zu verdanken.“
Der Minister sieht den erfolgreichen Einsatz zugleich als Bestätigung der Maßnahmen, die das Land nach den verheerenden Waldbränden von Lübtheen ergriffen hat. „Der Einsatz zeigt, dass die Lehren aus den verheerenden Waldbränden von Lübtheen richtig waren. Das Land hat in den vergangenen Jahren konsequent in moderne Einsatztechnik, Spezialfahrzeuge, Ausrüstung, Ausbildung und eine bessere Zusammenarbeit der Einsatzkräfte investiert. Diese Aufwendungen haben sich ausgezahlt. Sie erhöhen die Sicherheit unserer Einsatzkräfte und stärken unsere Fähigkeit, Brände auch unter extremen Bedingungen wirksam zu einzudämmen.“
Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre hat Mecklenburg-Vorpommern den Waldbrand- und Katastrophenschutz konsequent weiterentwickelt. Ein zentraler Baustein ist die Waldbrandzentrale in Mirow, die mit 24 Kamerastandorten rund 332.000 Hektar Wald – mehr als die Hälfte der Waldfläche Mecklenburg-Vorpommerns – überwacht und Brände frühzeitig erkennt. Hinzu kommen jährlich durchschnittlich 435 Kilometer Waldbrandwundstreifen, der Ausbau von Rettungswegen sowie 32 neu geschaffene Löschwasserentnahmestellen seit 2019.
Mit dem Projektzentrum Waldbrandschutz THOR im Forstamt Kaliß hat Mecklenburg-Vorpommern zudem bundesweit Maßstäbe gesetzt. Das mit 2,38 Millionen Euro aus dem Waldklimafonds geförderte Projekt entwickelte unter anderem neue Standards für Waldbrandeinsatzkarten, die Waldbrandnachsorge und den Einsatz auf munitionsbelasteten Flächen. Moderne Spezialtechnik wie Löschmodule, ferngesteuerte Wasserwerfer oder Löschroboter steht den Einsatzkräften heute landesweit zur Verfügung.
Gleichzeitig machte Backhaus deutlich, dass der aktuelle Einsatz erneut die Folgen des Zweiten Weltkriegs und der Truppenübungsplätze aus der Zeit des Kalten Krieges sichtbar gemacht habe. Deshalb erneuere ich meine Forderung an den Bund, die Bergung und Beseitigung von Munition konsequent voranzutreiben. Das ist keine Aufgabe einzelner Länder, sondern eine nationale Verantwortung, die dauerhaft finanziert und entschlossen umgesetzt werden muss.“
„Durch den Brand auf rund 135 Hektar sind wertvolle Flächen der natürlichen Entwicklung verloren gegangen“, so der Amtsleiter des Müritz-Nationalparks, Ulf Zimmermann. „Wir wissen aus Erfahrungen, dass derartige Störungen von der Natur schnell überwunden werden und sich schrittweise neue, wertvolle Lebensräume entwickeln.“
„Ein Einsatz dieser Größenordnung gelingt nur, wenn viele Hand in Hand arbeiten. Feuerwehr, Katastrophenschutz, Bundesforst, Nationalpark, Landesforst, Polizei, Kommunen, Unternehmen und Ehrenamtliche haben eindrucksvoll bewiesen, was Zusammenhalt bewirken kann. Dafür gebührt allen Beteiligten mein aufrichtiger Dank“, so Landrat Thomas Müller. „Neben den Einsatzkräften gilt mein besonderer Dank den Bürgerinnen und Bürgern der Region für ihr Verständnis und ihre Unterstützung. Nicht nur aus landwirtschaftlichen Betrieben und dem Tourismus, sondern auch von Privatpersonen, wurde teilweise ungefragt Hilfe geleistet.“
Die Brandfläche bleibt weiterhin unter Beobachtung. Aufgrund der hohen Temperaturen im Waldboden und möglicher Glutnester wird die Brandwache in den kommenden Tagen fortgesetzt. Das betroffene Gebiet bleibt wegen der Munitionsbelastung weiterhin gesperrt.