Backhaus: „Ökolandbau braucht Verlässlichkeit statt Kürzungen“

Nr.205/2026  | 29.06.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

 

Der ökologische Landbau bleibt ein zentraler Baustein der Landwirtschaftspolitik Mecklenburg-Vorpommerns. Anlässlich der agrarpolitischen Sommerreise der Arbeitsgemeinschaft der ökologischen Anbauverbände Mecklenburg-Vorpommern (AG ÖAMV) hat Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die geplanten Kürzungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union scharf kritisiert.

„Unsere Bio-Betriebe leisten einen wichtigen Beitrag für Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz und versorgen die Menschen zugleich mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln. Diese Leistungen brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen – keine Kürzungen und keine neuen Unsicherheiten“, so Backhaus, der heute Nachmittag (14 Uhr) den Landwirtschaftsbetrieb von Christian Schulz in Bartenshagen nahe Rostock besucht.

Bis zum 30. Juni wurden rund 85 Millionen Euro Fördermittel aus der Gemeinsamen Agrarpolitik für Agrarumwelt-, Klima- und Ökolandbaumaßnahmen an die Betriebe ausgezahlt. Damit werden 98 Prozent der bewilligten Fördermittel für das Verpflichtungsjahr 2025 fristgerecht ausgezahlt. „Diese Zahlungen honorieren erbrachte Umweltleistungen unsere Landwirte im Land u.a. für den Natur- und Gewässerschutz.“

Darüber hinaus bereitet das Ministerium bereits die Herbstantragstellung 2026 vor. Ziel ist es, auch für das Verpflichtungsjahr 2027 neue Förderanträge für die Einführung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus zu ermöglichen. „Planungssicherheit ist für unsere Betriebe entscheidend. Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Antragstellung für weitere Flächenzuwächse im Ökolandbau  auch über 2026 hinaus fortzuführen. Wer mehr Umwelt- und Klimaschutz will, muss den Betrieben dafür auch die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen“, betonte Backhaus.

Mit großer Sorge bewertet Backhaus die aktuellen Vorschläge der Europäischen Kommission für die GAP ab 2028. Nach ersten Berechnungen könnte Mecklenburg-Vorpommern in der kommenden Förderperiode rund 580 Millionen Euro verlieren. Gleichzeitig würden Kappung und Degression die Direktzahlungen im Land nahezu halbieren: „Die geplanten Kürzungen gefährden die Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtschaft und treffen insbesondere die historisch gewachsenen Betriebsstrukturen in Ostdeutschland. Das lehnen wir entschieden ab.“

Der ökologische Landbau bleibt für Mecklenburg-Vorpommern ein Zukunftsfeld. Ende März 2026 wirtschafteten bereits 1.191 landwirtschaftliche Bio-Betriebe auf rund 206.500 Hektar ökologisch bewirtschafteter Fläche. Das entspricht rund 16 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes.

Im Rahmen der Sommerreise übergibt Backhaus außerdem einen Förderbescheid in Höhe von 200.000 Euro für das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern. Bis 2029 sollen damit die Zusammenarbeit der Betriebe, regionale Vermarktungsstrukturen sowie innovative Formen der Direktvermarktung weiterentwickelt werden.

„Regionale Wertschöpfung, kurze Lieferketten und eine enge Verbindung zwischen Erzeugern und Verbrauchern gewinnen weiter an Bedeutung. Die Solidarische Landwirtschaft zeigt mit ihrer Vermarktungsausrichtung , wie Landwirtschaft und Gesellschaft noch enger zusammenwachsen können“, sagte der Minister abschließend.