Land stärkt Bildung für nachhaltige Entwicklung

Masterplan bündelt 130 Maßnahmen für Kitas, Schulen und berufliche Bildung

Nr.113-26  | 03.07.2026  | BM  | Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung

Mit dem Masterplan „Bildung für nachhaltige Entwicklung” (BNE-Masterplan) schafft Mecklenburg-Vorpommern erstmals einen umfassenden, landesweiten Orientierungsrahmen, um Bildung für nachhaltige Entwicklung systematisch in allen Bildungsbereichen zu verankern – von der Kindertagesförderung über die Schule bis zur beruflichen Bildung. Der Masterplan umfasst aktuell 40 Ziele und 130 Maßnahmen, die schrittweise umgesetzt und weiterentwickelt werden sollen. Mit ihnen sollen Bildungsinhalte, Lernformate, Lehrkräftebildung sowie zukunftsfähige Lernumgebungen weiterentwickelt werden. Damit setzt die Landesregierung ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag um. 

„In einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher, ökologischer und technologischer Veränderungen leistet Bildung weit mehr als die Vermittlung von Faktenwissen. Bildung für nachhaltige Entwicklung heißt, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, zu denken und zu urteilen. Kinder und Jugendliche sollen lernen, Zusammenhänge zu erkennen und die Bedeutung ihres Handelns für andere Menschen, für die Gesellschaft und für die Umwelt zu verstehen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Der Masterplan steht für einen Perspektivwechsel: weg von isoliertem Wissen, hin zu vernetztem Denken und verantwortungsvollem Handeln.“ 

Der Masterplan bündelt bestehende Bildungsansätze wie Umwelt- und Klimabildung, Demokratiebildung, Globales Lernen, Gesundheitsbildung sowie weitere Querschnittsthemen in einem gemeinsamen Gesamtkonzept. Bildung für nachhaltige Entwicklung wird damit nicht als zusätzliche Aufgabe verstanden. 

Zu den zentralen Schwerpunkten des Masterplans gehören: 

  • Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Bildungsbereichen
  • Weiterentwicklung von Bildungsinhalten, Lernformaten und Lehrkräftebildung
  • Einbindung außerschulischer Lernorte und Partner
  • Verknüpfung von Bildung für nachhaltige Entwicklung und Demokratiebildung
  • Entwicklung zukunftsfähiger Lernumgebungen und Bildungseinrichtungen 

Die Umsetzung des Masterplans erfolgt schrittweise. Als zentrales Austausch- und Beratungsgremium wird ein „Runder Tisch BNE“ eingerichtet, an dem staatliche und nichtstaatliche Institutionen mitwirken. Der Masterplan ist als offener Prozess angelegt, der künftig um weitere Maßnahmen ergänzt und fortgeschrieben wird. 

Erarbeitet wurde der Masterplan in einem breiten gesellschaftlichen Beteiligungsprozess. In drei Fachforen zu den Themen frühkindliche Bildung, Schule und berufliche Bildung wurden zentrale Impulse und Perspektiven aus der Praxis gesammelt. Insgesamt haben rund 70 Vertreterinnen und Vertreter aus Ministerien, Universitäten und Hochschulen, Gewerkschaften, Kommunen sowie verschiedenen außerschulischen Bildungsbereichen an der Erarbeitung des Masterplans mitgewirkt. 

Erste Vorhaben werden bereits realisiert. Dazu zählen der Modellversuch „Globales Lernen“, in dem Schulen fachübergreifende und problemorientierte Unterrichtsformen entwickeln und erproben, sowie die Arbeit der BNE-Modellschulen im Land, die Bildung für nachhaltige Entwicklung systematisch in ihre Schulentwicklung integrieren. Im frühkindlichen Bereich wird der Ansatz unter anderem im Programm „Kita 2030“ aufgegriffen und weiterentwickelt. Auch in der beruflichen Bildung werden in Modellvorhaben praxisnahe Ansätze zur Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung erprobt.