Rekordhitze belastet Gewässer – MV bleibt hydrologisch dennoch stabil
Die Rekordhitze Ende Juni hat Mecklenburg-Vorpommern spürbar getroffen. Mit bis zu 40,9 Grad Celsius wurde in Suckow die höchste jemals im Land gemessene Temperatur registriert. Gleichzeitig fiel im bisherigen hydrologischen Jahr landesweit rund 20 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Dennoch gibt die aktuelle hydrologische Lage nach Einschätzung des Landes derzeit keinen Anlass zur Besorgnis. Das geht aus der aktuellen Bewertung des Gewässerkundlichen Landesdienstes hervor.
„Die vergangenen Tage haben gezeigt, wie schnell extreme Wetterlagen heute auftreten können. Die gute Nachricht ist: Unsere Gewässer und das Grundwasser haben diese kurze, aber außergewöhnliche Hitzewelle bislang vergleichsweise gut verkraftet. Dennoch beobachten wir die Entwicklung sehr genau. Denn insbesondere trockene Winter und häufigere Hitzeperioden erhöhen langfristig den Druck auf unseren Wasserhaushalt“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus.
Zwar gingen die Wasserstände der Mecklenburger Oberseen während der Hitze innerhalb weniger Tage um drei Zentimeter zurück, dennoch liegen die wichtigsten Wasserspeicher des Landes weiterhin in einem für die Jahreszeit beherrschbaren Bereich. Die Mecklenburger Oberseen befinden sich derzeit sieben Zentimeter unter, der Schweriner See sogar fünf Zentimeter über seinem jeweiligen Bewirtschaftungsziel für Juli. Rund zwei Drittel der Pegel im Land weisen Wasserstände unterhalb des langjährigen Mittels auf – ein für diese Jahreszeit typisches Bild.
Größere Sorgen bereitet derzeit weniger die Wassermenge als vielmehr die Gewässerqualität. Mit steigenden Wassertemperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt in Seen und Flüssen. Dadurch verschlechtern sich die Lebensbedingungen für Fische und andere Wasserorganismen. Gleichzeitig steigt das Risiko für Blaualgen, Zerkarien und bakterielle Belastungen von Badegewässern.
„Nicht jeder trockene Sommer bedeutet sofort Wasserknappheit. Viel kritischer sind dauerhaft steigende Wassertemperaturen. Sie verändern unsere Gewässer schleichend und können erhebliche Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen und die Badewasserqualität haben. Deshalb beobachten wir nicht nur die Wasserstände, sondern ebenso die ökologische Entwicklung unserer Gewässer“, erklärte Backhaus.
Auch beim Grundwasser gibt es derzeit keinen landesweiten Anlass zur Sorge. Kurzfristige Hitzeperioden wirken sich kaum auf tiefere Grundwasservorkommen aus. Allerdings zeigen die Daten, dass der trockene Winter 2025/2026 Spuren hinterlassen hat. Besonders in Vorpommern und Teilen Ostmecklenburgs weisen Böden bereits deutliche Trockenstress-Symptome auf, während der Südwesten des Landes vergleichsweise gut mit Niederschlag versorgt wurde.
Der Minister verwies darauf, dass Mecklenburg-Vorpommern seine Wasserressourcen kontinuierlich überwacht. Der Gewässerkundliche Landesdienst erfasst laufend Wasserstände, Grundwasserstände und Abflüsse. Über das Pegelportal MV können Bürgerinnen und Bürger die aktuelle Entwicklung jederzeit verfolgen.
„Der Klimawandel zeigt sich nicht erst dann, wenn Flüsse austrocknen. Er verändert bereits heute die Wasserverfügbarkeit, die Bodenfeuchte und die Gewässerökologie. Deshalb investieren wir konsequent in ein modernes Wassermanagement und in eine belastbare Datengrundlage. Nur wer Entwicklungen früh erkennt, kann rechtzeitig handeln.“
Aktuelle Pegelstände können unter www.pegelportal-mv.de eingesehen werden. Hinweise zur aktuellen Badewasserqualität veröffentlicht das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern fortlaufend.