Fernwärme Stavenhagen offiziell eingeweiht

Nr.216/2026  | 08.07.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

 

Klimafreundliche Wärme aus regionaler Kreislaufwirtschaft

Die EEW Energy from Waste Stavenhagen GmbH & Co. KG (EEW), die Stadt Stavenhagen und die Wärmeversorgung Stavenhagen GmbH (WVS) haben heute offiziell die Fernwärmeauskopplung in Betrieb genommen.

Künftig fließt Abwärme aus der thermischen Verwertung von Klärschlamm in das Wärmenetz der Stadt. Klärschlamm ist nahezu vollständig biogen, daraus gewonnene Wärmeenergie ermöglicht eine klimafreundliche Versorgung von Haushalten und öffentlichen Einrichtungen.

Zur feierlichen Einweihung kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, kommunalen Unternehmen und Projektpartner zusammen. Unter ihnen waren Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus, Stavenhagens Bürgermeister Stefan Guzu, Steffen Oriwol, Geschäftsführer der Wärmever­sorgung Stavenhagen GmbH, sowie Stefan Schmidt, Chief Financial Officer der EEW-Gruppe.

„In Stavenhagen zeigen wir, wie Kreislaufwirtschaft und kommunale Wärmeversorgung intelligent miteinander verbunden werden können. Aus einem Entsorgungsprozess entsteht ein konkreter Mehrwert für die Region und ihre Bürgerinnen und Bürger“, erklärt EEW-CFO Stefan Schmidt.

Nachhaltige Wärmeversorgung für die Region

„Das Projekt verbindet moderne Kreislaufwirtschaft mit kommunaler Wärmeversorgung und ist ein wichtiger Baustein für die regionale Wärmewende“, erklärt Benjamin Scharfetter, Technischer Geschäftsführer von EEW Stavenhagen. „Mit der effizienten Nutzung von Abwärme aus der thermischen Verwer­tung von Klärschlamm erschließt EEW gemeinsam mit der städtischen Wärmeversorgung vorhandene Energiepotenziale und trägt dazu bei, fossile Energieträger zu ersetzen“, ergänzt Birgit Fröhlig, Kaufmännische Geschäftsführerin von EEW Stavenhagen.

Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Dr. Till Backhaus betont die Bedeutung des Projekts für die Versorgung mit Wärme aus Reststoffen im Land: „Die Akzeptanz erneuerbarer Energie gelingt dort am besten, wo wir vorhandene Ressourcen intelligent nutzen und die Menschen einen Vorteil erfahren . Stavenhagen liefert dafür ein überzeugendes Beispiel. Klär­schlamm aus den Haushalten und der Wirtschaft wird hier zur Rohstoffquelle für das künftige Phosphorrecycling und zugleich zur Energiequelle für die Wärmeversorgung der Stadt. Das ist gelebte Kreislaufwirtschaft: Aus dem, was wir entsorgen/ aufbereiten müssen, entstehen neue Rohstoffe, Energie und ein direkter Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger. Es freut mich sehr , dass mittlerweile viele Anwohnerinnen und Anwohner erkannt haben, dass die Errichtung der Anlage eine richtige Entscheidung war.“

Partnerschaft als Erfolgsfaktor

Bürgermeister Stefan Guzu hebt insbesondere den regionalen Nutzen hervor: „Für Stavenhagen ist dieses Projekt ein wichtiger Schritt in Richtung einer zukunftsfähigen und unabhängigen Wärmeversorgung. Gleichzeitig stärken wir den Standort und schaffen langfristig stabile Perspektiven für unsere Bürgerinnen und Bürger.“

Steffen Oriwol, Geschäftsführer der Wärmeversorgung Stavenhagen GmbH, ergänzt: „Der Aufbau der neuen Fernwärmeinfrastruktur war ein anspruchsvolles Projekt, das nur durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich geworden ist. Daher freuen wir uns, dass wir unsere Kundinnen und Kunden nun mit klimafreundlicher Wärme versorgen können. Wir planen bereits die Erweiterung unseres Fernwärmenetzes in Stavenhagen, um zukünftig weitere Gebäude mit klimafreundlicher Wärme zu versorgen.“

Von der Bauphase in den Regelbetrieb

In den vergangenen Monaten wurden wesentliche technische Meilensteine erreicht. Unter anderem wurden die beiden Heizkondensatoren erfolgreich installiert, das Pumpenhaus elektrisch zugeschaltet sowie die Leitungsanbindungen und die Automatisierungstechnik vollständig integriert. Mit der technischen Inbetriebnahme konnte die Anlage schrittweise vom Bau- in den Regelbetrieb überführt werden.

Die neue Fernwärmeversorgung stärkt die nachhaltige Infrastruktur am Standort Stavenhagen und unterstützt die kommunalen Klimaschutzziele.

Mit der heutigen Einweihung erreicht das Projekt einen bedeutenden Meilenstein für EEW, die Stadt Stavenhagen und ihre Bürgerinnen und Bürger. Nach Premnitz ist Stavenhagen das zweite erfolgreich abgeschlossene Fernwärmeprojekt im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung; in Großräschen steht bereits ein weiteres Projekt kurz vor der Umsetzung.