Ludwigslust: Modernste Technik für Versorgung von Notfallpatienten
- Neugestaltung der Notaufnahme am LUP-Klinikum Helene von Bülow mit 3,635 Millionen Euro gefördert
Die komplett neugestaltete Zentrale Notaufnahme (ZNA) am LUP-Klinikum Helene von Bülow wurde heute (13. Juli 2026) im Beisein zahlreicher Vertreter aus Politik, Wirtschaft und den LUP-Kliniken feierlich eröffnet. Die Umbauarbeiten auf einer Fläche von 600 Quadratmetern sowie die technische Neuausstattung erfolgten planmäßig: Nahezu alle Arbeiten konnten seit Baustart im April 2025 abgeschlossen werden. Die Investitionssumme beläuft sich insgesamt auf mehr als 4,2 Millionen Euro. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Vorhaben mit 3,635 Millionen Euro aus Fördermitteln. Während der Bauphase liefen der Krankenhausbetrieb und die Notfallversorgung uneingeschränkt weiter.
„Nach dem schrecklichen Brand vor knapp zwei Wochen ist die neue Notaufnahme ein erstes Symbol des Aufbruchs und des Wiederaufbaus. Sie steht für eine jederzeit erreichbare, leistungsfähige und gut organisierte Versorgung für die Menschen in der Region. Die Landesförderung für die neue Notaufnahme zeigt, wir brauchen das Krankenhaus in Ludwigslust und die Landesregierung steht gerade jetzt voll und ganz zum LUP-Klinikum Helene von Bülow“, betonte Gesundheits-Staatsekretärin Sylvia Grimm bei der Eröffnung.
Landrat Stefan Sternberg zeigte sich begeistert von der hochmodernen Ausstattung. „Die umgebaute Notaufnahme verfügt mit ihren zwölf Behandlungsplätzen über eine verdoppelte Kapazität. Neue Überwachungstechnik kommt zum Einsatz, um die Patienten optimal zu versorgen. Unser Krankenhaus am Standort Ludwigslust hat damit deutlich an Attraktivität gewonnen.“
Aus medizinischer Sicht verweist Dr. Stephan Altmayer, Leiter der Zentralen Notaufnahme, insbesondere auf einen 50 Quadratmeter großen Schockraum, in dem zeitgleich zwei akut lebensbedrohlich erkrankte oder schwerstverletzte Personen („rote Patienten“) behandelt werden können. Eine neue Monitoring-Anlage mit Überwachung in allen Zimmern und Zentralüberwachung garantiert eine verbesserte Versorgung der Patienten. Dies erfolgt im sogenannten Cockpit, das heißt, am gemeinsamen Tresen, welcher für die ZNA und die Praxis des Kassenärztlichen Notdienstes als interdisziplinäres Notfallzentrum genutzt wird.
„Die Modernisierung der Medizintechnik von ZNA und Schockraum ermöglicht uns technische Unterstützung auf sehr hohem Niveau. Die Einrichtung von vier Plätzen für Patienten mit akuten Brustschmerzen (Chest-Pain-Unit | CPU) unter kardiologischer Leitung stellt sicher, dass nach dem 24/7-Konzept und damit rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche Personen mit Herzinfarkten oder anderen lebensbedrohlichen Symptomen umgehend fachärztlich behandelt werden. Die CPU soll zudem zeitnah durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie zertifiziert werden“, so Dr. Stephan Altmayer.
Darüber hinaus verfügt die neu gestaltete ZNA am Ludwigsluster Krankenhaus über einen separaten Zugang von außen direkt in ein spezielles Isolationszimmer für besonders kontagiöse (hoch ansteckende) Patienten. Zwei Isolationsschleusen schirmen vier Räume ab, um dort hochinfektiöse Patienten behandeln zu können.
„Mit der jetzigen Situation in der Zentralen Notaufnahme sind wir für alle Fälle gewappnet. Patienten aus dem gesamten Landkreis Ludwigslust-Parchim und darüber hinaus können sich auf eine bestmögliche Behandlung in den LUP-Kliniken verlassen. Ich freue mich sehr, dass unsere hochqualifizierten Ärzte und Mitarbeitende im pflegerischen und therapeutischen Bereich mit modernster Technik ausgestattet sind. Unser Dank gilt dem Land Mecklenburg-Vorpommern für diese umfassende Unterstützung. Zusätzlich zu den Fördermitteln wurden 600.000 Euro Eigenmittel eingesetzt“, sagt Alexander M. Gross, Geschäftsführer der LUP-Kliniken.
Hintergrund:
Der Umbau der ZNA wurde notwendig, um die Notaufnahme an die Anforderungen der erweiterten Notfallversorgung, welche durch den Gesetzgeber vorgegeben werden, anzupassen. Die Neustrukturierung erfolgt auch vor dem Hintergrund gestiegener Patientenzahlen, der Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie der strukturellen Veränderung der Versorgungsstruktur im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Pro Jahr werden in der Notaufnahme Ludwigslust rund 11.000 Patient:innen notfallmedizinisch versorgt. Etwa 3.500 Personen werden mit dem Rettungsdienst gebracht. Bei etwa 6.000 Notfallpatienten ist eine stationäre Weiterbehandlung erforderlich.
Bereits im Sommer 2023 hat das LUP-Klinikum Helene von Bülow für den Standort Ludwigslust Fördermittel in Höhe von 6,2 Millionen Euro im Rahmen der Einzelförderung nach dem Landeskrankenhausgesetz vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Ein Teil der Summe wurde bereits im Herbst 2023 in eine neue Geräteaufbereitung der Funktionsdiagnostik gesteckt. Weitere 2,75 Millionen Euro flossen im Jahr 2024 in die Verlegung des Linksherzkatheter-Messplatzes, welcher sich bis dahin ebenfalls in unmittelbarer Nähe der bisherigen Notaufnahme befand. Die verbleibende Summe konnte nun für die Neustrukturierung der Notaufnahme zum Einsatz kommen.
Die Umbauarbeiten mussten im vorhandenen Grundriss erfolgen. Durch die Auslagerung des Herzkatheterlabors (HKL) war die Einrichtung des Doppelschockraumes möglich.