Startchancen-Programm: gezielte Unterstützung für Schulen

Zwei Jahre nach Start: Schulen nutzen zusätzliche Möglichkeiten für mehr Bildungschancen

Nr.119-26  | 14.07.2026  | BM  | Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung

Mit dem Startchancen-Programm stärkt Mecklenburg-Vorpommern 72 Schulen, die unter besonders herausfordernden Bedingungen arbeiten. Zwei Jahre nach dem Programmstart zieht Bildungsministerin Simone Oldenburg eine erste Bilanz. „Noch immer hängt in Deutschland der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen stark vom sozialen Umfeld ab. Mit dem Startchancen-Programm investieren Bund und Länder gemeinsam in mehr Bildungsgerechtigkeit. Das Programm ist weit mehr als ein Förderprogramm. Es eröffnet Schulen die Möglichkeit, ihre besonderen Aufgaben in den Blick zu nehmen und Lösungen für ihre Schülerinnen und Schüler zu entwickeln“, sagte die Ministerin.

Seit dem Start hat Mecklenburg-Vorpommern die Umsetzung des Programms gemeinsam mit Schulen, Schulträgern und weiteren Partnern aufgebaut. Zielvereinbarungen, Beratungs- und Begleitangebote sowie landesweite Netzwerke schaffen die Grundlage dafür, dass Schulen die zusätzlichen Möglichkeiten passgenau für ihre Schülerinnen und Schüler nutzen können. Die Erfahrungen aus der ersten Umsetzungsphase fließen bereits in die weitere Entwicklung des Programms ein.

Auf dieser Grundlage entscheiden die Schulen selbst, welche Schwerpunkte sie setzen. Sie kennen die lokalen Gegebenheiten am besten und entwickeln daraus maßgeschneiderte Angebote für ihre Schülerinnen und Schüler. So entstehen neue Förderangebote, moderne Lernorte, zusätzliche Unterstützung durch multiprofessionelle Teams und Projekte, die Bildungsübergänge begleiten – von der Kita in die Grundschule bis zum Übergang in Ausbildung und Beruf. „Mit dem Startchancen-Programm stärken wir die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in Deutsch und Mathematik sowie im sozial-emotionalen Bereich. Die Schulen zeigen dabei, wie vielfältig eine gute Förderung aussehen kann“, sagte Simone Oldenburg.

Wie unterschiedlich die Schulen das Startchancenprogramm mit Leben füllen, zeigen zwei Beispiele aus Mecklenburg-Vorpommern:

Grundschule Ost „Hans Christian Andersen“ Europaschule, Neubrandenburg: Leseförderung gezielt stärken

Die Grundschule Ost setzt einen Schwerpunkt auf die Stärkung der Lesekompetenz. Dafür werden verschiedene Angebote miteinander verbunden:

  • Lesepatinnen und Lesepaten sowie studentische Fachkräfte unterstützen Schülerinnen und Schüler bei individuellen Förderangeboten.
  • Die Lernverlaufsdiagnostik „Quop“ wird eingesetzt, um die Entwicklung der Lesekompetenz sichtbar zu machen und Fördermaßnahmen gezielt anzupassen. Lehrkräfte werden für die Nutzung von „Quop“ fortgebildet.
  • Die Lern-App „Lernmax“ unterstützt eine stärkere Differenzierung im Unterricht.
  • Die Schulbibliothek wird mit neuen, kindgerechten und interessenorientierten Büchern weiterentwickelt und unter anderem als Lernort für die Leseförderung genutzt.
  • Mit „Lernen durch Engagement“ und „Ein Quadratkilometer Bildung“ werden Bildungsübergänge begleitet und Kooperationen im Sozialraum gestärkt.

Regionale Schule mit Grundschule „bernsteinSchule“, Ribnitz-Damgarten: Schul- und Unterrichtsentwicklung gezielt weiterentwickeln

Die „bernsteinSchule“ nutzt das Startchancen-Programm, um ihre Schul- und Unterrichtskultur weiter zu entwickeln und die basalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu stärken:

  • Die Schule entwickelt ihr Qualitätsmanagement weiter und baut eine datenbasierte Schulentwicklung auf.
  • Eine Lernverlaufsdiagnostik hilft dabei, Lernstände frühzeitig zu erkennen und Förderangebote gezielter auszurichten.
  • Eine externe Schulentwicklungsbegleitung unterstützt den Entwicklungsprozess.
  • Unterrichtsbegleitungen, Hospitationen und Praxisaustausch fördern die gemeinsame Weiterentwicklung des Kollegiums.
  • Investitionen in die Lernumgebung werden aus den pädagogischen Zielen und den konkreten Anforderungen der Schule abgeleitet.

Die Erfahrungen aus den Schulen werden landesweit gesammelt, ausgewertet und weiterentwickelt. Zu diesem Zweck wurden sechs thematische Netzwerke zu den Bereichen Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik, überfachliches Lernen, datengestützte Qualitätsentwicklung, berufliche Orientierung und multiprofessionelle Zusammenarbeit aufgebaut.  Ziel ist es, erfolgreiche Ansätze sichtbar zu machen und voneinander zu lernen. „Die Umsetzung des Programms lebt vom Austausch und der Zusammenarbeit aller Beteiligten. Gute Ideen sollen nicht an einzelnen Schulen bleiben, sondern möglichst vielen Schülerinnen und Schülern zugutekommen“, sagte Oldenburg.

Die Auswahl der 72 Startchancen-Schulen erfolgte auf Grundlage wissenschaftlicher Kriterien, die Bund und Länder gemeinsam vereinbart haben. Berücksichtigt wurden unter anderem der Anteil von Schülerinnen und Schülern aus einkommensarmen Familien, mit Migrationshintergrund sowie weitere Indikatoren für besondere pädagogische Herausforderungen. Die teilnehmenden Schulen besuchen rund zwölf Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Startchancen-Programm läuft über zehn Jahre. Ziel ist es, Bildungschancen zu verbessern, Basiskompetenzen zu stärken und Schulen nachhaltig in ihrer Entwicklung zu unterstützen.