Bund fördert klimaangepasste Waldbewirtschaftung in MV

Nr.222/2026  | 16.07.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

Der Bund unterstützt die klimaangepasste Bewirtschaftung der Wälder in Mecklenburg-Vorpommern weiter. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat heute im Rahmen seiner Sommertour einen Förderbescheid aus dem Programm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ an die Waldgemeinschaft Buchholz übergeben. Begleitet wurde er von Mecklenburg-Vorpommerns Forstminister Dr. Till Backhaus.

Mit dem Förderprogramm unterstützt der Bund Waldbesitzende, die ihre Wälder besonders klimaresilient bewirtschaften und dabei über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Maßnahmen zum Schutz von Klima, Biodiversität und Wasserhaushalt umsetzen. Dazu gehören unter anderem der Verzicht auf Kahlschläge, der Erhalt von Habitatbäumen und Totholz, die Förderung standortgerechter Mischwälder sowie Maßnahmen zur Wasserrückhaltung im Wald.

Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat:  „Wald ist Heimat. Er prägt unsere ländlichen Räume – als Rückzugsort, als Kohlenstoffspeicher und als Wirtschaftskraft. Daher ist es mir ein wichtiges Anliegen, leistungsstarke und klimaresiliente Wälder zu erhalten. Fest steht: Die Grundvoraussetzung für den Erhalt unserer Wälder ist eine stabile und verlässliche Förderung für die vielen privaten und kommunalen Waldbesitzer. Mit ihrem Engagement für unsere Wälder übernehmen sie Verantwortung für Jahrzehnte, für die kommenden Generationen. Darauf kommt es an – denn der Wald ist ein Generationenprojekt.“

„Unsere Wälder stehen durch Klimawandel, der Trockenheit und Extremwetterereignisse verursacht, unter enormem Druck. Wer heute in klimaresiliente Wälder investiert, schützt nicht nur den Wald selbst, sondern auch das Klima, die biologische Vielfalt und die Lebensgrundlagen künftiger Generationen. Deshalb begrüße ich ausdrücklich, dass der Bund dieses wichtige Förderprogramm fortsetzt“, sagte Minister Dr. Till Backhaus.

Ein besonderes Augenmerk legte Backhaus auf die Bedeutung der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern seien viele Waldflächen kleinparzelliert. Gemeinsam könnten Waldbesitzer ihre Flächen wirtschaftlicher bewirtschaften, Fachwissen bündeln und Förderprogramme besser nutzen.

„Der Wald hört nicht an Grundstücksgrenzen auf. Gerade kleinere Waldbesitzende profitieren davon, wenn sie sich zusammenschließen. Gemeinsam lassen sich der Waldumbau, die Holzvermarktung und Investitionen deutlich effizienter organisieren. Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse sind deshalb ein wichtiger Baustein für zukunftsfähige Privatwälder.“

Der Handlungsbedarf ist groß: In Mecklenburg-Vorpommern gibt es rund 36.000 Waldbesitzer, die im Durchschnitt zwar acht Hektar Wald besitzen. Bei genauer Analyse stellt man jedoch fest, dass rund 24.318 Waldbesitzer Flächen bis 2 ha Größe und weitere 4.289 Waldbesitzer eine Waldflächen von 2 bis 5 ha Größe haben. Die kleinen Privatwaldbesitzer müssen wir für die Fortwirtschaftlichen Zusammenschlüsse gewinnen. Derzeit sind nur 1.948 Waldbesitzende – rund 5,4 Prozent – in einer der 43 vom Land anerkannten Forstbetriebsgemeinschaften organisiert. Insgesamt werden dort rund 47.400 Hektar Wald gemeinschaftlich bewirtschaftet. Das entspricht lediglich 16,4 Prozent des Nichtstaatswaldes in Mecklenburg-Vorpommern und ist bundesweit der niedrigste Organisationsgrad.

Die Waldgemeinschaft Buchholz gehört zu den traditionsreichen forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen des Landes. Sie besteht seit 1993, bewirtschaftet rund 440 Hektar Wald der 31 Mitgliedern und hat in den vergangenen Jahren bereits Fördermittel für Waldumbau, Waldpflege, Wegebau und Strukturmaßnahmen erhalten.

Bundesweit stößt das Förderprogramm auf großes Interesse. Allein in Mecklenburg-Vorpommern wurden bislang 172 Anträge bewilligt. Dafür flossen bereits rund 3,8 Millionen Euro Bundesmittel in eine klimaangepasste Waldbewirtschaftung auf mehr als 42.000 Hektar Waldfläche.

Backhaus nutzte den Termin zugleich, um auf die Bedeutung intakter Moore für den Klimaschutz hinzuweisen. Am Beispiel des wiedervernässten Polders Kieve, der bereits 2012 als weltweit erstes MoorFuture-Projekt umgesetzt wurde, werde deutlich, dass Klima-, Natur- und Waldschutz gemeinsam gedacht werden müssten. Ein engagierter privater Waldbesitzer hat hier das Projekt auf seinen Flächen ermöglicht. Die Wiedervernässung vermeide dauerhaft erhebliche CO₂-Emissionen und schaffe gleichzeitig wertvolle Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten.

„Klimaanpassung gelingt nur im Zusammenspiel. Klimaresiliente Wälder, wiedervernässte Moore und engagierte Waldbesitzer sind wichtige Bausteine, um Mecklenburg-Vorpommern widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Ich wünsche mir deshalb, dass sich künftig noch mehr Waldbesitzer in unseren forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen engagieren und die vorhandenen Fördermöglichkeiten nutzen.“