Hans-Fallada-Tage 2026 eröffnet

Staatssekretärin Bowen würdigt „Kulturellen Gedächtnisort" in Carwitz

Nr.148/26  | 17.07.2026  | WKM  | Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten

Seit Freitag ziehen die Hans-Fallada-Tage Literaturbegeisterte wieder in ihren Bann. Bereits zum 35. Mal hat die Hans-Fallada-Gesellschaft dieses Kulturereignis im Fallada-Museum in Carwitz, dem ehemaligen Wohnsitz des Autors, organisiert. Mit Theaterinszenierungen, Lesungen und Vorträgen wird an das Leben und Werk eines der größten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts erinnert. Gleichzeitig werden auch in diesem Jahr wieder neueste Ergebnisse der Literaturwissenschaft zum Leben und Wirken Falladas präsentiert.

Die Staatssekretärin im Kulturministerium, Susanne Bowen, wies auf die herausragende Bedeutung des Museums als „Kulturellem Gedächtnisort" hin. „Fallada hat mit seinem Werk Literaturgeschichte geschrieben. Die deutschsprachige Literatur des vergangenen Jahrhunderts ist ohne ihn nicht denkbar. Er hat geprägt. Die Fallada-Gesellschaft und das Fallada-Haus in Carwitz werden diesem großen Werk gerecht. Ich bin allen Beteiligten und Mitgliedern der Fallada-Gesellschaft dankbar, dass sie es Jahr für Jahr schaffen, mit den Fallada-Tagen das Interesse an diesem großen Schriftsteller neu zu wecken und sein Werk in immer wieder neuen Facetten der Öffentlichkeit zu präsentieren.“

Das Anwesen in Carwitz, das Fallada von 1933 bis 1944 als Rückzugsort diente, ist als einzigartiger Ort der Erinnerung in das „Blaubuch" des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgenommen worden.

Besonders betonte Bowen die Entwicklung der international vernetzten Hans-Fallada-Gesellschaft mit ihrem Vorsitzenden Christian Winterstein: „Mit rund 300 Mitgliedern im In- und Ausland sind Sie ein Beweis dafür, dass Falladas Botschaft universell ist. Danke für Ihre Arbeit und Ihr unermüdliches Eintreten für diesen Ort“, so Bowen.

Die diesjährigen Fallada-Tage blicken auf zwei besondere Jubiläen zurück: 35 Jahre Hans-Fallada-Gesellschaft und 25 Jahre Neueröffnung des Museums. Im Zentrum der diesjährigen Veranstaltungen steht die von Dr. Stefan Knüppel und Patricia Fritsch-Lange kuratierte Sonderausstellung „'Kleiner Mann, was nun?' – vom Manuskript zum Welterfolg". Sie beleuchtet die Entstehungsgeschichte des 1932 erschienenen Romans, der nicht nur Falladas finanziellen Durchbruch ermöglichte, sondern auch den Rowohlt-Verlag rettete. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den originalen Dokumenten, Briefen und Werbestrategien aus dem Hans-Fallada-Archiv des Literaturzentrums Neubrandenburg.

Die Landesregierung fördert die Hans-Fallada-Gesellschaft mit jährlich25.000 Euro. Diese Unterstützung unterstreicht die kulturpolitische Bedeutung des Museums als wichtigen Ort der Bildung und der Kultur.