Leseförderung in der Grundschule mit Mini-Dramen

Oldenburg: Schülerinnen und Schüler schlüpfen in verschiedene Rollen

Nr.126-26  | 21.07.2026  | BM  | Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung

Mit Mini-Dramen können Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern die tägliche Leseförderung abwechslungsreicher gestalten. Dabei handelt es sich um Texte in Dialogen, die wie kleine Theaterstücke aufgebaut sind. „Wir haben Kindertheaterautorinnen und Kindertheaterautoren in ganz Deutschland beauftragt, insgesamt zehn Mini-Dramen zu entwickeln“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Diese Mini-Dramen mit drei oder sechs Rollen sind dem Niveau der einzelnen Jahrgangsstufen in der Grundschule angepasst. Auch für leseschwächere Schülerinnen und Schüler gibt es Texte, damit sie in Rollen schlüpfen können. Mit den Rollenspielen wollen wir die Lust aufs Lesen und Vorlesen wecken.“ Das Land hat die Entwicklung der Mini-Dramen mit 20.000 Euro finanziert. 

Die Mini-Dramen kommen beim Vorlesetheater zum Einsatz. Das Vorlesetheater ist eine Methode der Leseförderung beim Leseband. Seit dem Schuljahr 2024/2025 zieht sich das Leseband durch die Jahrgangstufen 1 bis 4 und ist fest im Stundenplan verankert. Schülerinnen und Schüler haben jeden Tag 20 Minuten Zeit, das Lesen zu üben. Hierzu zählen auch Lautlesetrainings. „Für die Lehrkräfte sind die Mini-Dramen eine gute Unterstützung, weil sie sie direkt im Unterricht einsetzen können und nicht andere Texte in dialogische Formen umschreiben müssen“, erläuterte die Bildungsministerin weiter. „Die Mini-Dramen sind in der Fibelschrift verfasst, damit sie von Grundschülerinnen und Grundschülern leichter gelesen werden können.“ Alle Mini-Dramen können über das Lernmanagementsystem „itslearning“ abgerufen werden. 

Die Mini-Dramen beschäftigen sich mit der Lebenswelt von Grundschulkindern, sind in der Alltagssprache verfasst und erzählen spannende Geschichten. In „Wo ist Mo?“ von Bernhard Studlar für die Jahrgangsstufe 1 warten Mia, Maja und Max auf ihren Freund Mo. Die Ungeduld wächst genauso wie die Lust auf Eis. Am Ende bekommen sie beides und dem gemeinsamen Spielen steht nichts mehr im Wege. „Wattwanderer“ von Esther Kaufmann für die Jahrgangsstufe 4 erzählt von Mikkel, Ayla und Lenno, die auf der Klassenfahrt bei einer heimlichen Nachtwanderung in Seenot geraten. Sie müssen piratenmutig sein, um sich vor der Flut zu retten. 

Lehrkräften steht ein Handlungsleitfaden zur Verfügung, der ihnen weitere Anregungen und Tipps gibt, wie sie die Mini-Dramen im Unterricht einsetzen können. Außerdem hat das Institut für Qualitätsentwicklung des Bildungsministeriums in zwei Online-Fortbildungen Grundschullehrkräften die Arbeit mit den Mini-Dramen erläutert. „Lehrkräfte haben uns mitgeteilt, dass sie mit den Materialien sehr gut arbeiten können. Einige Kindertheaterautorinnen und Kindertheaterautoren haben die Mini-Dramen in der Grundschule vorher ausprobiert und umgearbeitet, damit Kinder mit den Texten besser umgehen können. Dieser Aufwand hat sich gelohnt“, sagte Oldenburg. 

Mit dem Leseband stärkt Mecklenburg-Vorpommern die Lesekompetenz von Grundschülerinnen und Grundschülern. „Lesen ist eine Schlüsselkompetenz für den gesamten Bildungsweg. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder regelmäßig und strukturiert üben können. Das Leseband sorgt dafür, dass Lesen jeden Tag in der Schule einen festen Platz hat“, so die Bildungsministerin. Die Schulen können dabei verschiedene Methoden einsetzen – etwa Vorlesen und Mitlesen, das gemeinsame Lesen mit einem Lesepartner (Tandemlesen), Leseaktivitäten nach einem Würfelergebnis mit dem „Ich-Du-Wir-Würfel“, das Vorlesetheater oder das Hören von Hörbüchern und Mitlesen im Buch.