Robbentotfunde vor Rügen – Untersuchungen der Kadaver laufen
Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern beobachtet derzeit im Rahmen des routinemäßigen Totfundmonitorings in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Meeresmuseum Stralsund (DMM) auftretende Totfunde von Kegelrobben an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns mit großer Aufmerksamkeit. Die zuständigen Fachbehörden stehen zur Aufklärung der Todesursachen in engem Austausch.
Seit Anfang Mai wurden mehr als 20 tote Robben im Bereich der Ostküste Rügens, des Greifswalder Boddens und Usedoms registriert. Die Fundorte konzentrieren sich insbesondere auf den Bereich der Südostküste Rügens, vereinzelt wurden Tiere auch an der Außenküste Usedoms und im Greifswalder Bodden gefunden.
Die adulten Tiere befanden sich bereits längere Zeit im Wasser und wiesen zum Teil einen fortgeschrittenen Verwesungsgrad auf. Mehrere Kadaver wurden geborgen und dem Deutschen Meeresmuseum Stralsund zur weiteren Untersuchung übergeben. Bisher ist bei einem der bislang drei aus diesem Gebiet untersuchten Tiere eine unnatürliche Todesursache nicht auszuschließen.
Nach dem derzeitigen Kenntnisstand gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass die aktuelle Anzahl der Totfunde auf die Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern zurückzuführen ist.
Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) hat die örtliche Reusenfischerei überprüft. Im Greifswalder Bodden sowie an der Außenküste Südost-Rügens und Usedoms waren im maßgeblichen Zeitraum keine Reusen im Einsatz. Eine erst kürzlich im westlichen Greifswalder Bodden aufgestellte Reuse wurde ordnungsgemäß angezeigt und kontrolliert. Alle in 2026 aufgestellten Reusen verfügen über die durch Minister Dr. Backhaus vorgeschriebenen Einschwimmsperren. Kontrollen durch die Fischereiaufsicht bestätigen dies. Hinweise auf Robbenbeifänge liegen der Fischereiaufsicht bislang nicht vor.
Um mögliche Ursachen weiter einzugrenzen, arbeiten das Ministerium, das LALLF, das Biosphärenreservatsamt Südost-Rügen und das Deutsche Meeresmuseum eng zusammen.
Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus erklärt: „Die Robbentotfunde nehmen wir sehr ernst. Derzeit wäre es jedoch verfrüht, Rückschlüsse auf die Todesursachen zu ziehen. Unser Ziel ist es, die Ursachen auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse aufzuklären und nicht zu spekulieren. Nach dem derzeitigen Stand halten alle in der Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern eingesetzten Reusen die aktuellen gesetzlichen Vorgaben ein. Dennoch arbeiten alle zuständigen Fachbehörden eng zusammen, um den Sachverhalt vollständig aufzuklären.“