Mit Schule und Betrieb zum Schulabschluss

Neues Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die praxisbezogen lernen

Nr.130-26  | 28.07.2026  | BM  | Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung

Im Schuljahr 2026/2027 startet an 32 Regionalen Schulen und Gesamtschulen in Mecklenburg-Vorpommern das neue Bildungsangebot „Praxisorientierte Berufsreife“. Das Land führt damit das „Produktive Lernen“ und die „Berufsreife dual“ zusammen. „Im neuen Schuljahr besuchen 350 Schülerinnen und Schüler das Angebot der Praxisorientierten Berufsreife. Sie lernen an denselben Standorten, an denen auch die bisherigen Angebote durchgeführt wurden,“ erläuterte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Die „Praxisorientierte Berufsreife“ ist ein zweijähriges Bildungsangebot der Flexiblen Schulausgangsphase. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die besser praxisbezogen lernen. Das Angebot verbindet schulisches Lernen mit Erfahrungen aus der Arbeitswelt und motiviert die Jugendlichen auf diese Weise. „Mit der Praxisorientierten Berufsreife wollen wir Jugendlichen einen erfolgreichen Weg zum Erwerb der Berufsreife ermöglichen. Damit verbessern wir ihre Chancen auf einen weiteren Bildungsweg“, so die Ministerin. „Gleichzeitig bleibt der Weg zu einem höheren Schulabschluss offen.“

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

  • Praxis und Schule werden stärker verbunden: Schülerinnen und Schüler lernen künftig an drei Tagen pro Woche in der Schule und besuchen an zwei Tagen einen Betrieb oder eine Einrichtung.
  • Neue Organisationsform: Der Unterricht erfolgt künftig in Schulhalbjahren und nicht mehr in Trimestern wie.
  • Erweiterter Zugang: Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die die Jahrgangsstufe 7 beendet haben. Neu ist auch der Zugang für Jugendliche, die mindestens 14 Jahre alt sind. Ein Einstieg nach der Jahrgangsstufe 8 ist ebenfalls möglich.
  • Kleine Lerngruppen: Die „Praxisorientierte Berufsreife“ bietet eine persönliche Lernatmosphäre mit Lerngruppen von maximal 18 Schülerinnen und Schülern.
  • Weitere Bildungswege bleiben offen: Im Mittelpunkt steht der Erwerb der Berufsreife. Schülerinnen und Schüler, die die Voraussetzungen für die Versetzung in die Jahrgangsstufe 10 erfüllen, können nach der Jahrgangsstufe 9 in eine Klasse der Jahrgangsstufe 10 derselben Schule wechseln und dort die Mittlere Reife erwerben.

Jugendliche, die sich für das das Angebot entscheiden, sollten Interesse am praxisorientierten Lernen sowie ein ausreichendes Maß an Selbstständigkeit, Eigeninitiative und Bereitschaft zur Mobilität mitbringen.

Das Land stellt für die Praxisorientierte Berufsreife 5,8 Millionen Euro bereit. Ziel ist es, das Angebot schrittweise auszubauen und noch mehr Schülerinnen und Schülern die Chance auf einen bundesweit anerkannten Schulabschluss zu eröffnen. Im Schuljahr 2025/2026 haben insgesamt 280 Schülerinnen und Schüler das „Produktive Lernen“ und die „Berufsreife dual“ besucht.