Großer Erfolg: MV erhält Zuschlag vom Bund für Fusions-Hubs

Ministerin Martin begrüßt Entscheidung des BMFTR als Meilenstein für MVs Fusionsforschung

Nr.150/26  | 29.07.2026  | WKM  | Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten

Das ist ein großer Erfolg für die Fusionsforschung in Mecklenburg-Vorpommern: Gleich mehrere Forschungseinrichtungen, die vom Land gefördert werden, sind Partner der neuen „Fusions-Hubs“, wie das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) heute in Berlin bekannt gegeben hat.

Die Fusionsforschung ist eine der sechs Schlüsseltechnologien im Rahmen der HighTechAgenda Deutschland (HTDA). Insgesamt will die Bundesregierung in den kommenden Jahren rund 2,4 Mrd. EUR für Fusion zur Verfügung stellen. Davon werden nun auch Forschungseinrichtungen in MV profitieren.

Die Bundesregierung verfolgt mit der Entscheidung für insgesamt drei Konsortien im Technologiebereich der Kernfusion das Ziel, dass Deutschland den weltweit ersten Fusionsreaktor baut und damit für die Zukunft eine neue sichere und klimaneutrale Energiequelle erschießt. Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) mit dem weltweit führenden Stellerator Wendelstein 7-X in Greifswald, das neue High Density Institut (HEDI) in Rostock sowie die Universitäten Rostock und Greifswald  leisten einen entscheidenden Beitrag auf diesem Weg. Sie gehören als maßgebliche Partner zu zwei der drei Konsortien, die den Zuschlag für die Fusions-Hubs erhalten haben.

Wissenschaftsministerin Bettina Martin sieht in der Entscheidung des Bundes eine Bestätigung der Forschungspolitik des Landes.

„Das ist ein Meilenstein für die Fusionsforschung in Mecklenburg-Vorpommern. Und natürlich ein großer Erfolg für die Forschungseinrichtungen IPP mit dem Forschungsreaktor Wendelstein 7-X und für das neue Helmholtz-Institut in Rostock HEDI, für das Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erst vor wenigen Wochen mit ihrem Kollegen Michael Kretschmer aus Sachsen den Startschuss gegeben hat. Zusammen mit unseren beiden Universitäten sind diese Forschungseinrichtungen gleich an zwei der drei Fusions-Hubs beteiligt. Ein klares Zeichen, dass in Mecklenburg-Vorpommern wegweisende Spitzenforschung in diesem hoch innovativen Zukunftsfeld betrieben wird“, sagte Ministerin Martin am Mittwoch. „Für diesen Erfolg hat das Land über viele Jahre in diesen Forschungsbereich investiert - und zwar bereits zu Zeiten, als noch viele diese Technologie belächelt haben. Besonders stolz können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in MV darauf sein, dass MV in beiden Bereichen der Fusionsforschung – der Magnetfusion und der laserinduzierten Trägheitsfusion – vertreten ist.“

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hatte am Donnerstag in Berlin bekanntgegeben, welche Projekte innerhalb der drei so genannten Fusions-Hubs gefördert werden. An den Hubs „Laserfusion“ und „Magnetfusion“ sind Einrichtungen aus Mecklenburg-Vorpommern beteiligt.

Bei der Magnetfusion ist das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik IPP in Greifswald mit dem Wendelstein 7-X seit Jahren die weltweit führende Stellarator-Anlage. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen 30 Jahren rund 196 Mio. Euro in die Forschung am IPP investiert. Bundesmittel sind in Höhe 1,274 Mrd. Euro investiert worden.

Bei der Laserfusion finanziert das Land gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen den Aufbau des Hochenergiedichtephysik-Instituts (HEDI) an der Universität Rostock, gemeinsam mit dem Helmholtz Zentrum Dresden Rossendorf (HDZR). Dafür stellt Mecklenburg-Vorpommern in den Jahren bis 2031 insgesamt rund 30 Mio. Euro für Personal- und Sachkosten sowie den Bau eines Institutsgebäudes für HEDI in der Rostocker Südstadt bereit. Die Universitäten Greifswald und Rostock bilden als Partner im Konsortium die Fachkräfte für morgen aus.

„Unser jahrelanges Engagement für die Fusionsforschung hat sich gelohnt. Mit seiner Förderentscheidung erkennt der Bund die erheblichen Investitionen und die wissenschaftlichen Leistungen über drei Jahrzehnte in Mecklenburg-Vorpommern an“, so Martin weiter. „Hier hat Mecklenburg-Vorpommern forschungspolitische Weitsicht und Durchhaltevermögen bewiesen mit dem Erfolg, dass weltweit führende Anlagen und Forschungsergebnisse nun bei uns im Land verortet sind. Aber klar ist auch, dass ein solch weltweit bedeutsames Technologieprojekt nur gemeinsam und über die Landesgrenzen hinweg gelingen kann. Deshalb werden wir auch weiterhin im Rahmen der Fusionsallianz eng kooperieren.“

Mecklenburg-Vorpommern hatte im Oktober 2025 gemeinsam mit den fünf Ländern Bayern, Hamburg, Hessen, Sachsen und Schleswig-Holstein im Kontext der HTAD die Allianz zur Fusionsforschung – kurz „Fusionsallianz“ gegründet, mittlerweile ist Baden-Württemberg als siebtes Bundesland beigetreten.

Gemeinsam wollen die Mitglieder der Allianz die Forschung und Technologieentwicklung im Bereich der Kernfusion schnell, effektiv und strategisch abgestimmt voranbringen.

Die Fusionsallianz dokumentiert den wissenschaftspolitischen Willen der beteiligten Länder, durch die Forschung elementare Beiträge zur langfristigen Sicherung der Energieversorgung Deutschlands und Europas zu leisten. Ziel ist eine Energieversorgung, die das fossile Zeitalter ablösen und sich auf eine Quelle stützen will, die grundlastfähig ist, nahezu unerschöpflich und weltweit gut verteilt vorkommt.