Tote Robben: Vorläufige Untersuchungen zeichnen differenziertes Bild

Nr.241/2026  | 31.07.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

Das Deutsche Meeresmuseum hat dem Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt heute die vorläufigen Ergebnisse der Untersuchungen zu den tot aufgefundenen Kegelrobben an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns übermittelt. Es wurden zehn der insgesamt zwanzig im Zeitraum zwischen Mai und Juli gemeldeten Totfunde untersucht. Zehn weitere Tiere konnten aufgrund ihres Zustands oder der Fundumstände nicht geborgen werden. Die Ergebnisse sind ausdrücklich vorläufig. Außerdem befanden sich alle untersuchten Tiere bereits in einem fortgeschrittenen Verwesungszustand. Dadurch ist eine eindeutige Einordnung der Todesursachen vielfach nur eingeschränkt möglich.

Die bisherigen Untersuchungen zeichnen ein differenziertes Bild. Neben alters- und krankheitsbedingten Todesursachen konnten bei mehreren Tieren aufgrund des fortgeschrittenen Verwesungszustands keine eindeutigen Aussagen mehr getroffen werden. Bei vier Robben fanden die Fachleute Hinweise auf mögliche menschliche Einwirkungen. Ob diese im Zusammenhang mit dem Tod der Tiere stehen oder erst nach dem Verenden der Tiere entstanden sind, lässt sich derzeit jedoch nicht abschließend beurteilen.

Umweltminister Dr. Till Backhaus erklärt: „Die Ergebnisse zeigen, dass wir jeden einzelnen Fund sorgfältig und ohne Vorverurteilungen bewerten müssen. Hinweise auf mögliche menschliche Einwirkungen nehmen wir sehr ernst und werden sie gemeinsam mit den zuständigen Fachbehörden weiter auswerten. Gleichzeitig machen die Untersuchungen deutlich, dass die Todesursachen offenbar unterschiedlich sind, die Herkunft unklar ist und sich aus den bisherigen Befunden keine pauschalen Schlussfolgerungen ziehen lassen.“

Die hier betrachteten Totfunde konzentrieren sich auf einen räumlich begrenzten Abschnitt der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Nach Einschätzung des Deutschen Meeresmuseums sind die Monate Mai bis August regelmäßig ein Zeitraum mit den meisten Totfunden, da sie mit der Jungtierzeit der Kegelrobben zusammenfallen. Zudem soll geprüft werden, ob sich in diesem Jahr insgesamt mehr Kegelrobben in dem betroffenen Gebiet aufgehalten haben, was die Häufung der Funde erklären könnte.

Backhaus betont: „Die untersuchten Totfunde sind räumlich auf einen begrenzten Küstenabschnitt konzentriert. Auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse wäre es weder fachlich gerechtfertigt noch verantwortungsvoll, die Küstenfischerei Mecklenburg-Vorpommerns insgesamt unter Verdacht zu stellen. Wir arbeiten daran, die Ursachen auf Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungen aufzuklären. Zudem weist er aus gegebenem Anlass darauf hin: „Auch bei unterschiedlichen Meinungen ist ein respektvoller Umgang grundlegend. Die Behörden nehmen Hinweise aus der Bevölkerung gerne an. Vorverurteilungen oder Anfeindungen werden jedoch strikt abgelehnt.“