MV bildet gemeinsam mit Niedersachsen Fachkräfte für den Moorschutz aus
Mecklenburg-Vorpommern bildet mit dem „Institut zur Ausbildung von Moorspezialisten (IMS)“ am Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie MV (LUNG) seit April 2025 in einem Modellvorhaben im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz 20 zertifizierte Moorspezialistinnen und Moorspezialisten aus, um den Mangel an Fachkräften im Bereich des Natürlichen Klimaschutzes auszugleichen. Das Programm „Moorspezialist*innen“ wird im Rahmen einer Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Bund, vertreten durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Seit dieser Woche werden in einem zweiten Jahrgang des Programms auf 18 weiteren Stellen Bachelor- und Masterabsolventinnen und -absolventen am LUNG ausgebildet.
Als neuen Partner für einen bundesweiten Ausbildungsverbund konnte Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen gewinnen, das sich ab August an der Fachkräfteoffensive für den Moorschutz beteiligt. Zwei Qualifizierungsplätze werden hierfür im Rahmen des Programms „MoorspezialistInnen“ in Niedersachsen geschaffen.
Anlässlich des Starts des zweiten Jahrgangs erklärt Minister Dr. Till Backhaus: „Mit dem Qualifizierungsprogramm Moorspezialisten, das als Modellvorhaben im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz gefördert wird, hat das Land Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit der Ostseestiftung und der Universität Greifswald einen Meilenstein entwickelt, um die hohen Ambitionen des Landes im Moor-Klimaschutz und beim Wasserrückhalt in der Landschaft abzusichern“.
„Ich bin stolz, dass MV die Pionierrolle übernommen und mit dem „MoorspezialistInnen-Programm“ die Fachkräfte-Offensive für den bundesweiten Moorschutz erfolgreich aufgebaut hat. Wir brauchen im ganzen Bundesgebiet eine größere Kompetenz in der Umsetzung von Moorvorhaben, um unsere gemeinsamen Klimaschutzziele zu erfüllen und Böden für wirtschaftliche Nutzungsformen zu erhalten. Mit den neuen Ausbildungsplätzen in Niedersachsen wird sichergestellt, dass regionale Besonderheiten der niedersächsischen Moorlandschaften in der Ausbildung berücksichtigt werden.“
Mit Niedersachsen beteiligt sich erstmals ein weiteres Bundesland aktiv an der praktischen Umsetzung des Ausbildungsprogramms. „Damit wird ein wichtiger Schritt hin zu einem bundesweiten Qualifizierungsnetzwerk für den Moorschutz vollzogen“, sagte Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer.
„Niedersachsen ist Moorland Nr. 1 in Deutschland und trägt für geschützte Hochmoore eine besondere Verantwortung. Moore sind Superhelden des Klimaschutzes, speichern CO2 in großen Mengen. Naturnahe Moore sind Hotspots der Artenvielfalt und Lebensraum hochspezialisierter Tier- und Pflanzenarten. Die Einbindung unterschiedlicher Moorregionen beim „MoorspezialistInnen-Programm“ ermöglicht den Teilnehmenden Einblicke in verschiedene naturräumliche und fachliche Herausforderungen und stärkt gleichzeitig den Wissenstransfer zwischen den Ländern. Dass Niedersachsen bereits so früh eigene Ausbildungsplätze einrichten konnte, unterstreicht das große Engagement des Landes beim Moor- und Klimaschutz“, so Meyer.
Alle angehenden MoorspezialistInnen werden während ihrer Ausbildung vom IMS in Mecklenburg-Vorpommern inhaltlich und organisatorisch betreut und gemeinsam theoretisch fortgebildet. Das IMS ist auch weiterhin für die Gesamtkoordination und die Fortentwicklung des Modellvorhabens zuständig.
Der theoretische Teil der Ausbildung wird von der Universität Greifswald mit der vom Land Mecklenburg-Vorpommern geförderten Professur Moorkunde angeboten.
Der fachpraktische Ausbildungsteil erfolgt in Einsatzstellen in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Durch die Mitarbeit und Anleitung vor Ort erhalten die Teilnehmenden Kenntnisse zur Planung, Genehmigung und Umsetzung von ganz konkreten Moorvorhaben, um später Moorvorhaben fachlich fundiert und effizient planen, begleiten und umsetzen zu können.
Antonia Stefer, Leiterin des Institutes zur Ausbildung von Moorspezialisten, erklärt die Ausweitung des Programms zur weiteren Strategie: „Wir führen zurzeit auf der Arbeitsebene intensive Gespräche mit weiteren, moorreichen Bundesländern, die Interesse an der gemeinsamen Kooperation haben, um 2027 weitere Qualifizierungsplätze in anderen Bundesländern anbieten und gemeinsam an den Standards der Ausbildung arbeiten zu können.“
Gefördert wird das Gesamtprogramm im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums (90 %). Die 10-prozentige Beteiligung der Bundesländer findet jeweils anteilig pro TeilnehmerIn aus dem jeweiligen Bundesland statt. Mecklenburg-Vorpommern finanziert seinen Anteil für 38 Teilnehmende des ersten und zweiten Jahrgangs aus dem Sondervermögen natürlicher Klimaschutz.
„Wir freuen uns nun auf unseren neuen Jahrgang mit engagierten, lernbegeisterten Teilnehmenden aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern“, und auf die weitere Entwicklung dieses bundesweiten Ausbildungsnetzwerks“, sagt Stefer.
Weitere Informationen
Kontakt für Rückfragen: Antonia Stefer (antonia.stefer@lung.mv-regierung.de; Tel: 0385/58864780)
www.institut-moorspezialisten.de
ANK-Projekt des Monats: Moorspezialist*innen | Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz (KNK)