In MV wird wieder mehr Schwarzwild erlegt

Nr.247/2026  | 07.08.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

 

In Mecklenburg-Vorpommern wurden im Jagdjahr 2025/2026 insgesamt 153.308 Stücken Schalenwild erlegt. Das Streckenergebnis insgesamt liege über dem zehnjährigen Mittel und steige im Vergleich zum Vorjahr um 18,71 Prozent, erklärt der für die Jagd in MV zuständige Agrarminister Dr. Till Backhaus, der sich mit einem Dank an die Jägerschaft wendet:

„Es ist das Verdienst der Jägerinnen und Jäger, dass wir in MV einen gesunden und artenreichen Wildbestand in MV haben. Dafür bini ich sehr dankbar. Angesichts der Seuchenlage durch die Afrikanische Schweinepest in Polen und in Deutschland, müssen aber alle Wachsam bleiben – auch wenn wir in MV derzeit keine Hinweise auf ein Seuchengeschehen haben.“

Die größte Abweichung zum Vorjahr gebe es vor diesem Hintergrund bei der Strecke des Schwarzwildes, erklärt der Minister:

„Hier wurden im Vergleich zum vorherigen Jagdjahr 21.873 Stück mehr erlegt. Dies entspricht einer Erhöhung um 36,68 Prozent. Die hohen Streckenergebnisse aus den Jahren mit der Pürzel­prämie (Einführung der Pürzelprämie mit 25 Euro zum 01.12.2017, Erhöhung der Pürzelprämie auf 50 Euro zum 03.12.2020, Ende der Pürzelprämie am 01.04.2022) konnten zwar nicht erreicht werden, aber im Vergleich zu den vorherigen vier Jagdjahren ist dieses Ergebnis als sehr positiv zu bewerten, da die Jägerinnen und Jäger im Land der steigenden Schwarzwild­population entgegenwirken und in ihren Bemühungen, den Bestand zu regulieren nicht nachlassen. Die konsequente Bejagung des Schwarzwildes bleibt ein wichtigerer Baustein der Seuchenprävention. Daneben nehme ich zur Kenntnis, dass der im Jahr 2020 errichtete Wildzaun entlang der Grenze zu unserem Nachbarland Polen die ASP als Seuchenbarriere wirkt. In dem Zusammenhang bewerte ich Forderungen des Naturschutzes kritischen, den Zaun auf 90 Zentimeter Höhe einzukürzen. Dort wo dies praktiziert wurde, zum Beispiel in Sachsen, ist es bisher nicht gelungen, die ASP zu tilgen oder maßgeblich einzudämmen“, so Backhaus.

Das Streckenergebnis für Rotwild sei im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, liege aber unter dem zehnjährigen Mittel.

„Generell ist festzustellen, dass sich die Streckenergebnisse beim Rotwild immer etwa auf gleichem Niveau bewegen und keine größeren Schwankungen in den vergangenen zehn Jagdjahren festzustellen sind. Die Streckenzahlen bewegen sich zwischen 7.200 und 8.200 Stück.

Beim Damwild war in den vergangenen Jahren ein leichter Rückgang der Jagdstrecke zu verzeichnen. Dieser Trend stabilisiert sich im abgelaufenen Jagdjahr auf niedrigem Niveau. Wurden im Jagdjahr 2024/2025 10.045 Stück Damwild geschossen, so waren es im Jagdjahr 2025/2026 10.029 Stück Damwild. Das zehnjährige Mittel liegt bei 12.039 Stück Damwild“, erklärt der Minister.

Muffelwild spielt in Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Es wurden 316 Stück Muffelwild erlegt und damit 53 mehr, als im zehnjährigen Mittel.

Beim Rehwild wurden im abgelaufenen Jagdjahr 1.963 Stück, insgesamt 53.949 Stück Rehwild, mehr erlegt, als im Jagdjahr 2024/2025. Dies entspricht einer Erhöhung um 3,78 Prozent. Dennoch liegt das Streckenergebnis unter dem zehnjährigen Mittel von 57.055 Stück Rehwild.

Die Feldhasenstrecke ist weiterhin auf niedrigem Niveau und liegt mit 867 Hasen 12 Prozent unter dem 10-jährigen Mittel. Vergleicht man den 10-järigen Mittelwert mit dem 10-jährigen Mittelwert vor 10 Jahren (2006/2007 – 2015/2016) so ist das 10-jährige von 1.038 auf 985 Feldhasen gesunken. Das entspricht einem Rückgang um 5 %. Ähnlich sieht es bei Wildkaninchen (- 5 Prozent – von durchschnittlich 94 Wildkaninchen in der Periode 2006/2007 – 2015/2016) und Fasane (- 8 Prozent – von durchschnittlich 110 Fasane in der Periode 2006/2007 – 2015/2016) aus. Und das obwohl die Raubwildstrecke deutlich angestiegen ist.

„Bei Fuchs, Mink und Marderhund sind die Streckenergebnisse im Jagdjahr 2025/26 wie auch in den Jagdjahren 2023/24 und 2024/25 weiter gestiegen. Das Streckenergebnis nahezu aller aufgeführten Arten liegt teilweise deutlich über dem zehnjährigen Mittel. Besonders hervorzuheben ist die hohe Streckenzahl des Waschbären. In den vergangenen vier Jagdjahren konnte die Vorjahresstrecke immer übertroffen werden. Dies ist im abgelaufenen Jagdjahr zum ersten Mal nicht der Fall. Im Vergleich zum Ergebnis im Jagdjahr 2016/17 hat sich die Strecke in einem Zeitraum von 10 Jahren mehr als verdreifacht. (Anstieg 216 Prozent). Weiter ist auch der hohe Abschuss von 22.013 Füchsen auffällig. Dies stellt eine neue Höchststrecke in den vergangenen zehn Jahren dar. Zuletzt wurden so hohe Abschusszahlen in den Jahren vor 2009/2010 erreicht“, so Jagdminister Backhaus, der in diesem Zusammenhang auf die neu erschienene Studie zu den Wildschwerpunktgebieten im Land hinweist.

„Die Studie wurde zum 5. Mal nach denselben Methoden und von denselben Gutachtern (Thünen-Institut in Eberswalde) durchgeführt. Die Studie ist gleichzeitig der Ausgangspunkt für den in § 21 Absatz 2 Landesjagdgesetz geforderten Evaluierungsbericht zur Wildbestandsentwicklung. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass wir spätestens zum 31. Dezember 2031 die Wildbewirtschaftungsbedingungen der dreijährigen Abschussplanung sowie des Mindestabschussplanes für Rot- und Damwild der Altersklassen 0 und 1 wissenschaftlich bewerten und dem Landtag vorlegen müssen. Mit der Folgestudie Wildschwerpunktgebiete VI für den Zeitraum: 2024/2025 bis 2029/2030 werden wir die Entwicklung wissenschaftlich auswerten“, erklärt Backhaus abschließend.