Gefahren von Alkohol in der Schwangerschaft: Drese überreicht Fördermittel in Höhe von 100.000 Euro an FASD-Fachstelle

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Die Ministerin bei der Übergabe
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Nr.184  | 07.08.2026  | SM  | Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport

Schätzungen zufolge werden in Deutschland jedes Jahr bis zu 10.000 Kinder mit irreversiblen Entwicklungsstörungen geboren, die auf den Alkoholkonsum der Mutter zurückgehen. „Diese fetale Alkoholspektrum-Störung, kurz FASD, ist damit die häufigste nicht-genetische Behinderung und eine, die tragischerweise in Gänze vermeidbar wäre. Darüber müssen wir noch viel stärker aufklären und für die Risiken des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft sensibilisieren. Gleichzeitig brauchen Betroffene und ihre Familien verlässliche Unterstützungsangebote“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese diese Woche bei ihrem Besuch der FASD-Beratungsstelle in Rostock. 

Mit im Gepäck hatte sie einen Zuwendungsbescheid des Landes in Höhe von rund 100.000 Euro, der die Arbeit der Beratungsstelle auch für die Jahre 2026 und 2027 sicherstellen soll. „Die Fachstelle der Rostocker Stadtmission ist für ganz Mecklenburg-Vorpommern ein unverzichtbarer Anlaufpunkt. Ob mit allgemeinen Fragen, familiären Herausforderungen oder bei der Suche nach pädagogischer, therapeutischer oder medizinischer Hilfe: Das Team unterstützt Betroffene, Eltern, Pflege- und Adoptivfamilien oder Fachkräfte in jeder Hinsicht“, erklärte Drese.

Vor dem Hintergrund, dass Menschen mit FASD häufig ein Leben lang auf individuelle Unterstützung angewiesen sind, sei das eine enorme Entlastung für die Betroffenen. „Umso wichtiger ist es, dass sie und ihr Umfeld kompetente Ansprechpartner finden, die sie beraten und begleiten. Das unterstützen wir mit den Fördermitteln des Landes natürlich gern“, so die Ministerin.

Dass die Fachstelle darüber hinaus auch in der Öffentlichkeitsarbeit rund um das Diagnosebild FASD aktiv ist, ist aus Sicht der Ministerin ebenfalls ein enormer Zugewinn. „Zum einen ist FASD in der Öffentlichkeit oft noch wenig bekannt. Zum anderen ist es zu tiefst erschreckend, dass rund 20 Prozent der Frauen auch während der Schwangerschaft Alkohol konsumieren. Knapp acht Prozent sogar so viel, dass die Alkoholmenge selbst für nichtschwangere Frauen als riskant gilt“, unterstrich Drese. Teilweise sei Unwissenheit über die Folgen des Konsums der Auslöser, zum Teil seien es aber auch bestehende Abhängigkeitserkrankungen.

„Ich würde mir daher wünschen, dass wir gesamtgesellschaftlich ein größeres Bewusstsein dafür schaffen, dass es während der Schwangerschaft keine vermeintliche Grenze für einen sicheren Alkoholkonsum gibt und jeder Tropfen schädlich ist. Ich kann deshalb nur appellieren, sich bei Bedarf frühzeitig Unterstützung bei unseren Sucht- und Schwangerschaftsberatungsstellen zu holen, die Betroffene auch in schwierigen Lebenssituationen kompetent und vertraulich unterstützen“, betonte Drese. Es gehe dabei ausdrücklich nicht darum, Schuld zuzuweisen, sondern frühzeitig Hilfe anzubieten und damit gesundheitliche Schäden für Kinder zu verhindern. Eine Beratung sei oft auch anonym möglich.

„Gleiches gilt für die FASD-Fachstelle, die vor Ort, telefonisch, per Chat, Videokonferenz oder Email berät“, erklärte Drese. Alle Informationen finden Interessierte unter https://rostocker-stadtmission.de/fasd-beratungsstelle-m-v .