Seebrücke und Inselhafen in Prerow sind weiterhin Publikumsmagnete
Gemeinsam mit Ministerpräsidenten Manuela Schwesig nimmt Umwelt- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus am Sonnabend (15.08.2026) am Seebrücken- und Inselhafenfest in Prerow teil. Erfreut stellt der Minister fest, dass Inselhafen und Seebrücke die großen Erwartungen erfüllt und sogar übererfüllt haben. Dies betreffe neben der Funktionsfähigkeit, die primäres Planungsziel war, auch die touristische Attraktivität, so Backhaus:
„Auch nach fast zwei Jahren Betrieb ist kein Nachlassen der Anziehungskraft des Bauwerks zu spüren, dies belegen die Nutzerzahlen im Hafen und die automatisch erhobenen Zahlen der Seebrückennutzer. Auch der Seebrückenvorplatz ist ein wichtiges touristisches „Highlight“ für Prerow geworden. Für mich besteht deshalb kein Zweifel: Prerow hat ein attraktives neues Wahrzeichen, über das ich mich persönlich sehr freue und für das ich mich über Jahre auch gegen Widerstände stark engagiert habe. Als Land Mecklenburg-Vorpommern haben wir mit Inselhafen und Seebrücke dauerhaft bestehende Probleme an unserer Außenküste gelöst: Den Schuz der Natur, die Sicherheit des Schiffsverkehrs und damit die Sicherheit für die Menschen auf See und an der Küste. Fast dreißig Jahre lang sind immer wieder Planer und „Ideengeber“ daran gescheitert. Uns ist es endlich gelungen, Einvernehmen herzustellen und den Gordischen Knoten aufzuknüpfen. Damit wurden rund 47 Mio. Euro gut investiert.
Eine komplexe Hafenanlage braucht natürlich auch einen engagierten Betreiber. Ich freue mich sehr, dass das Nationalparkamt selbst diese Aufgabe übernommen hat. Ebenso erfüllt es die Aufgaben als Hafenbehörde.
Von der Inbetriebnahme des Inselhafens am 17.10.2024 bis zum Anfang August 2026 kann eine durchweg positive Bilanz gezogen werden: Insgesamt wurden 828.216 Besucher auf der Seebrücke gezählt.
Die neue Seebrücke und der Inselhafen werden bei vielen touristischen Attraktionen, wie dem Silvesterfeuerwerk, dem Neujahrs-Anbaden und 2026 auch erstmalig beim Ostseeschwimmen der DLRG Ortsgruppe Prerow einbezogen.
Spitzenbesuchstage auf der Seebrücke waren der 02.11.24 mit 4.300 Besuchern; der 20.04.25 (Ostersonntag) mit 3.900 Besuchern und der 08.02.2026 mit 3.700 Besuchern.
3.727 schutzsuchende Boote mit 9.558 Besatzungsmitgliedern liefen den Inselhafen bisher an - darunter waren auch internationale Gäste aus Alaska, Dänemark, Polen, Schweden, Schottland und Tschechien.
Am Idealstandort - ca. in der Mitte zwischen Warnemünde und Barhöft - wurde ein sicherer Standort für den Seenotrettungskreuzer „Nis Randers“ der DGzRS geschaffen. Damit ist das stark befahrene Seegebiet der Kadetrinne sicherer geworden. 19 Havaristen haben bisher im Inselhafen Zuflucht gefunden. Der Seenotkreuzer der DGzRS „Nis Randers“ war 465 Tage vor Ort.
Daneben haben die DLRG und die freiwillige Feuerwehr Prerow sowie einheimische Fischer einen ständigen Liegeplatz im Hafen
Die regelmäßigen Übungen u.a. zur Bergung von Personen und dem Löschen von simulierten Situationen im Hafen zeigen, dass die vorhandenen Systeme und die Zusammenarbeit der Rettungskräfte vor Ort funktionieren.
Der Inselhafen Prerow wird regelmäßig durch behördliche Schiffe der Wasserschutzpolizei, der Küstenwache, des Zolls und Schiffen der DGzRS von anderen Stationen im Rahmen der Wahrnehmung ihrer hoheitlichen Aufgaben angelaufen.
Alle technischen Systeme im Bereich der Seebrücke und des Inselhafens arbeiten bedarfsgerecht und zuverlässig.
Die Trinkwasserentsalzungsanlage produzierte in 3.834 Betriebsstunden insgesamt 1.458 m³ Trinkwasser. Dieses wurde für die öffentlichen sanitären Anlagen auf der Seebrücke sowie für den Sanitärbereich im Inselhafen und für die Versorgung der Sportboote genutzt.
Die Membrankläranlage klärte in 2.450 Betriebsstunden 1.471 m³ Abwasser.
Auch bei besonderen Witterungsereignissen konnten Seebrücke und Inselhafen ihre Standhaftigkeit beweisen. Der erste Sturm aus Nordost am 09.12.24 mit einem Hochwasser bis zu 1 m über dem mittleren Wasserstand, verursachte keine nennenswerten Schäden.
Zu Beginn dieses Jahrs im Februar sorgte das langanhaltende Winterwetter auch im Inselhafen Prerow drei Wochen lang für eine besondere Lage. Erstmals seit seiner Inbetriebnahme konnte der Inselhafen Prerow aufgrund teilweiser Vereisung der Prerow-Bucht ab 04.02.26 nicht von Wasserfahrzeugen genutzt werden. Er war aber mehr als zwei Wochen länger nutzbar als andere Häfen wie beispielsweise Barhöft. Die Seebrücke und die öffentlichen sanitären Anlagen im Inselhafen blieben jederzeit voll funktionsfähig und wurden intensiv genutzt. Trotz der winterlichen Temperaturen und Ostwind wurde die Seebrücke als beliebtes Ausflugziel mit ungewöhnlichen Ausblicken auch in dieser Zeit stark frequentiert. Am 08.02. wurden 3.400 und am 15.02. 3.700 Besucher auf der Seebrücke gezählt. Am 23.02. konnte der Seenotrettungskreuzer den Inselhafen wieder anfahren und der Hafen für einlaufende Schiffe frei gegeben werden. Damit wurden die Seebrücke und der Inselhafen Prerow auch im Winter zu einem neuen Besucher-Hotspot in M-V. Der Inselhafen hat sich seit der Eröffnung auch bei extremen Wetterbedingungen bewährt, zuletzt auch während des schweren Sturms am 30.07.26 mit Windgeschwindigkeiten von 100 km/h.
Das zweite Seebrücken- und Inselhafenfest gibt auch Anlass, die positive Entwicklung in der Kernzone des Nationalparks zu thematisieren. Schließlich war es auch ein Ausgangspunkt und wesentlicher Projektinhalt, die mit dem Nothafenbetrieb verbundenen schweren Eingriffe in das Schutzgebiet zu beenden. Heute erinnert am renaturierten Ottosee nur noch wenig an die Zeit als Hafenanlage, in beeindruckender Geschwindigkeit erobert die Natur ihr Refugium zurück und von einer Besucherplattform aus, können alle einen Einblick in diese Entwicklung erhalten. Ich kann allen nur empfehlen, diesen besonderen Ort zu besuchen, die Ruhe zu atmen und die Kraft der Natur zu spüren.
Die gesamte Entwicklung vor Ort hat sicher dazu beigetragen, dass auch die Gemeinde Born positive Signale zur Gästeentwicklung sendet. Das Ahoi-Camp Darß ist, wie ich höre komplett belegt und trägt seinen Teil zu dieser Entwicklung bei. Die neuen Betreiber sind dabei, den Platz aufzuwerten und das Angebot für Tagestouristen und Dauercamper attraktiver zu gestalten. Das geschieht nicht über Nacht – aber kontinuierlich. Als nächstes ist nach meiner Kenntnis die Sanierung der Waschhäuser geplant. Ein wichtiger Schritt für die Gästezufriedenheit.
In diesem Zusammenhang freue ich mich, dass die Ministerpräsidentin am Sonnabend dem Nationalparkamt den Förderbescheid für die Modernisierung des Weißdünenweges übergeben wird. Für die Modernisierung auf 1.500 Meter stehen dem NPA dann ca. 600.000 Euro zur Verfügung. Der Weißdünenweg ist einer der bedeutendsten touristischen Wege im Bereich Darßwald, seine Modernisierung wurde nach dem Nothafenrückbau 2024 dringend. Jetzt stehen Fördermittel zur Verfügung. Der Weißdünenweg ist auch für die Campingplatznutzer wichtig, da er die Zuwegung zu den hinteren Arealen darstellt. Die Fertigstellung ist im Winterhalbjahr geplant.“