MV sagt dem Krebs den Kampf an

Landesbeirat Onkologie berät Landespolitik und stärkt den Kampf gegen Krebs

Nr.197  | 25.08.2026  | SM  | Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport

Mecklenburg-Vorpommern geht den nächsten Schritt im Kampf gegen Krebs. Dabei geht es sowohl um die beste Versorgung als auch um Forschung und Prävention. Alle Beteiligten der Krebsforschung, der Krebsbehandlung, der Patientenvertreterinnen und -vertreter und der Kostenträger werden künftig in einem Landesbeirat Onkologie zusammenarbeiten und zusätzlich die Landesregierung beraten.

Bereits vor sechs Jahren wurden das Comprehensive Cancer Center (CCC-MV) mit zwei Standorten in Greifswald und Rostock gegründet. Das CCC-MV erreicht mit seinen Versorgungs-, Beratungs- und Forschungsangeboten rund 60 Prozent der onkologischen Patientinnen und Patienten in Mecklenburg-Vorpommern. Nun wurde der neue Landesbeirat Onkologie gegründet. Die Mitglieder wurden gestern berufen, die konstituierende Sitzung erfolgt in der kommenden Woche. Wissenschaftsministerin Bettina Martin wird dem Beirat vorsitzen. Gesundheitsministerin Stefanie Drese gehört dem Gremium ebenfalls an. Aufgabe des Beirates ist es, die Perspektiven der zentralen Akteure der Krebsmedizin aus Forschung und Versorgung, von Betroffenen, Kostenträgern und Politik an einen Tisch zu bringen. Die breite Besetzung des Beirats durch Vertreterinnen und Vertreter aller Beteiligten ist bundesweit einzigartig.

„Die Erforschung von Krebserkrankungen und der Kampf gegen den Krebs ist und bleibt eine der großen Herausforderungen medizinischer Forschung“, sagte Ministerin Martin am Dienstag in Schwerin. „Die Landesregierung hat hier einen seiner Schwerpunkte gelegt. Mit dem CCC-MV und seinen Standorten an den Universitätsmedizinen in Greifswald und Rostock ist das Land sehr gut aufgestellt. Jetzt geht es arum, alle Beteiligten miteinander zu vernetzen, die bestehenden Strukturen noch besser zu nutzen und die Ergebnisse der Forschung durch die beratende Funktion des Beirates direkt in politisches Handeln miteinzubeziehen. Das Land fördert das CCC und hat jeweils zwei zusätzliche Professuren an den Universitätsmedizinen in Greifswald und Rostock finanziert. Der Kampf gegen den Krebs ist auch das Schwerpunktthema der diesjährigen Norddeutschen Wissenschaftskonferenz, deren Vorsitz aktuell Mecklenburg-Vorpommern inne hat. Die norddeutsche Zusammenarbeit in der Krebsforschung ist mir ein wichtiges Anliegen, denn wir wollen gerade in der Krebsforschung unsere Expertise bundesweit noch stärker einbringen.“

Ein weiteres Ziel des jetzt gegründeten Beirates ist es auch, die Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten im ländlichen Raum zu sichern. Gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern ist es wichtig, den Zugang zu modernen Versorgungsangeboten und Innovationen für alle Betroffenen zu stärken.

Die Einrichtung des Beirates orientiert sich an ähnlichen Einrichtungen in Baden-Württemberg und Niedersachsen. Neben Wissenschaftsministerin Bettina Martin wird auch Gesundheitsministerin Stefanie Drese Mitglied des Beirates sein.

„Aus gesundheitspolitischer Sicht ist für mich besonders wichtig, dass Fortschritte in der Krebsmedizin bei den Patientinnen und Patienten ankommen. Genau hier setzt der neue Landesbeirat Onkologie an. Wir wollen die Expertise aus Medizin, Wissenschaft, Versorgung und die Perspektive der Betroffenen stärker zusammenbringen. Wir wollen vorhandene Expertise besser nutzen, regionale Strukturen stärken und Forschung stärker für die Versorgung nutzbar machen“, hob Gesundheitsministerin Drese hervor. Eine besondere Bedeutung komme dabei dem Krebsregister Mecklenburg-Vorpommern zu. „Wir verfügen mit dem integrierten Krebsregister über eine wichtige Datengrundlage zum Krankheits- und Versorgungsgeschehen in unserem Land. Drese: „Daraus ergibt sich für mich ein klarer gesundheitspolitischer Auftrag: wir wollen, dass Menschen mit Krebs in Mecklenburg-Vorpommern bestmöglich versorgt werden – unabhängig davon, wo sie leben und unabhängig davon, welche Unterstützung sie benötigen.“

Von medizinischer Seite werden Vertreterinnen und Vertreter des Comprehensive Cancer Center MV an den Standorten Greifswald und Rostock, der onkologischen Zentren des Klinikums Südstadt Rostock und des Klinikums Neubrandenburg vertreten sein. Ebenso Vertreterinnen und Vertreter der onkologischen Pflege sowie aus unterstützenden Bereichen wie der Psychoonkologie und Kinderpalliativmedizin. Auch Patientenvertretungen und Kranken- und Rentenversicherungen sind beteiligt.

„Der neue Landesbeirat wird wichtige Impulse liefern, um Versorgung, Forschung und Innovation noch stärker an den Bedürfnissen von Patientinnen und Patienten auszurichten“, sagte Prof. Dr. Jörg Haier, Direktor des CCC-MV Campus Rostock an der Universitätsmedizin Rostock. „Unser Anspruch ist es, wissenschaftliche Fortschritte möglichst schnell und flächendeckend in die Versorgung zu übertragen.“

Jedes Jahr sterben etwa 6.000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern an bösartigen Tumorerkrankungen. Ungefähr jeder vierte Todesfall im Land ist unmittelbare Folge einer Krebserkrankung.

Der Landesbeirat tagt erstmals am Dienstag, den 1. September.