Social Media-Ausstellung der Stiftung Welt der Versuchungen kommt nach MV

Eröffnung Stralsund: Alte Fischfabrik, 31. August, 14 Uhr / Schirmherrin: Manuela Schwesig

Nr.199  | 26.08.2026  | SM  | Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport

Die Ausstellung „BE.LIKE.ME. Social Media und ich“, die 2024 von der Stiftung Welt der Versuchungen (WdV) entwickelt wurde, ist ab 1. September bis Jahresende 2026 zunächst in Stralsund und im Anschluss in Schwerin zu sehen. Schirmherrin der Ausstellung ist Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

Vor dem Hintergrund aktueller Debatten zum Jugendschutz, zu Verboten oder Einschränkungen und zur Medienbildung bringt die Ausstellung Positionen aus Kunst und Wissenschaft und einen differenzierten Blick auf das Thema Soziale Medien zusammen. Ziel der Ausstellung ist es, junge Menschen und Familien für Chancen und Risiken sozialer Medien zu sensibilisieren und eine Diskussion mit jungen Menschen und Familien anzustoßen.

Die Ausstellung wird am 31. August 2026, 14 Uhr in Stralsund in der Alten Fischfabrik durch Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese eröffnet. Das von der WdV erarbeitete Konzept wurde auf den aktuellen Forschungsstand hin angepasst sowie konzeptionell auf die jeweiligen Räumlichkeiten der beiden Ausstellungsorte zugeschnitten.

Die Stiftung Welt der Versuchungen konzipiert Ausstellungen zu aktuellen gesellschaftlichen Suchtpräventionsthemen in einem Mix von Wissenschaft und Kunst. Sie ermöglichen einen differenzierten Blick, Teilhabe durch interaktive und partizipative Elemente und laden zum Nachdenken und Gespräch ein.

„BE.LIKE.ME. Social Media und ich“ thematisiert ein Alltagsphänomen, das längst unser Leben, unsere Gesundheit, unser Miteinander beherrscht – und durchaus abhängig machen kann: die Sozialen Netzwerke. Denn seit vor mehr als 20 Jahren mit Facebook als erster Social-Media-Kanal online ging, entwickelten sich die Funktionalitäten und deren Bandbreite rasant. Heute sind Soziale Netzwerke nicht mehr aus unserer Gesellschaft wegzudenken und Facebook muss sich die Aufmerksamkeit der Nutzenden mit einer Vielzahl anderer Apps teilen. Wir nutzen Social Media für Kontakt und Information, soziale Teilhabe, Partnersuche, Konsum, zur Zerstreuung, Stimulation und nicht zuletzt, um nichts zu verpassen sowie zur Selbstbestätigung auf der Jagd nach Likes.

Dass uns diese veränderten Lebensgewohnheiten einerseits Chancen bieten, andererseits aber auch mental, körperlich und persönlichkeitsrechtlich viel abverlangen, ist das eine. Doch dazu können sie auch suchtartiges Verhalten fördern. Diese Aspekte werden in der Ausstellung in Stralsund und Schwerin aufgegriffen und soll aus Perspektive der Nutzenden mit allen Interessierten diskutiert werden – mit besonderem Fokus auf junge Menschen und Familien.

Für Ministerin Stefanie Drese hat ein verantwortungsvoller Umgang mit sozialen Medien, insbesondere auch mit Blick auf mögliche gesundheitliche Auswirkungen eine hohe Bedeutung – gerade für junge Menschen. „Studien zeigen, dass eine exzessive oder unkontrollierte Nutzung sozialer Medien das Risiko für psychische Belastungen deutlich erhöhen kann. Das kann von Ängstlichkeit über Schlafstörungen und Stress bis hin zu Störungen des Körperbildes und Depressivität reichen und dazu führen, dass Beziehungen und Freundschaften vernachlässigt werden. Umso wichtiger ist es, dass wir Prävention, Schutz und Medienkompetenz in einer zunehmend digitalen Gesellschaft zusammendenken“, so die Ministerin.

Organisiert und umgesetzt wird die Ausstellung in beiden Städten von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen MV (LAKOST MV) in Zusammenarbeit mit der Chamäleon gGmbH aus Stralsund. „Wir freuen uns, dass wir mit finanzieller Unterstützung der Landesregierung diese interaktive und digitale Ausstellung in unser Bundesland holen konnten. Die Jugendlichen werden ohne erhobenen Zeigefinger für die Gefahren von Social-Media sensibilisiert. Studien haben gezeigt, dass BE.LIKE.ME tatsächlich zu einem Umdenken anregt und zu einem veränderten Nutzungsverhalten führt. Die geplanten Altersbeschränkungen allein sind wenig hilfreich, wenn nicht gleichzeitig die Medienkompetenz der Jugendlichen gefördert wird. Genau da setzt diese fantastische Ausstellung an. Deshalb rufen wir alle Schulen und Jugendeinrichtungen auf, sich bei uns zu melden und die begrenzten kostenfreien Plätze zu buchen“, so LAKOST-Geschäftsführerin Birgit Grämke.

Susanne Rockweiler, Chefkuratorin der Stiftung Welt der Versuchungen, ergänzt: „Smartphones und Plattformen wie WhatsApp, YouTube, Instagram oder TikTok sind für viele Menschen – unabhängig vom Alter – fester Bestandteil des Alltags. Das jugendliche Gehirn reagiert aber besonders sensibel auf Belohnungsreize wie Likes, emotionale Inhalte und die Zugehörigkeit zur Peergroup. Diese Mechanismen können die Nutzung sozialer Medien verstärken und problematische Muster begünstigen. Laut JIM-Studie 2025 sind Jugendliche durchschnittlich 231 Minuten täglich online, bei 25 Prozent gilt die Nutzung als riskant oder problematisch“, sagt Rockweiler. „Vor diesem Hintergrund schafft die Ausstellung BE.LIKE.ME. Impulse für einen bewussten Umgang mit Sozialen Medien und eröffnet Perspektiven für eine gesunde Balance zwischen digitalem und analogem Leben.“

Mehr Informationen und Anmeldung zu den Führungen: www.lakost-mv.de

 

Ansprechpartner Presse:

Daniel Meslien

Landeskoordinierungsstelle

für Suchtthemen MV

Lübecker Str. 24a,

19053 Schwerin

Tel. 0385/302007-11

meslien@lakost-mv.de

 

BE.LIKE.ME. Social Media und ich

Eine Ausstellung der Stiftung Welt der Versuchungen, Erfurt. In Kooperation mit dem Verein zur Förderung der Prävention in MV e.V.

Alte Fischfabrik Stralsund

1.9. bis 9.10.2026

E-Werk Schwerin

3.11. bis 18.12.2026