Netzwerktreffen in Rostock

Schulte: „Die Kleinen lernen von den Großen – und die Großen von den Kleinen“

Nr.131/2026  | 26.08.2026  | WM  | Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit

Rostock, 26. August 2026. Wie können kleine und mittlere Unternehmen schneller von neuen Technologien, Forschungsergebnissen und den Erfahrungen anderer Unternehmen profitieren? Darüber beraten heute in Rostock Vertreterinnen und Vertreter von knapp 40 wirtschaftsnahen Netzwerken und Forschungseinrichtungen aus Mecklenburg-Vorpommern. Zu dem Netzwerktreffen haben die Industrie- und Handelskammern und das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit eingeladen.

„Ein gutes Netzwerk bringt Menschen zusammen, die sonst vielleicht nie miteinander ins Gespräch gekommen wären. Da sieht ein kleiner Mittelständler, wie ein internationaler Konzern seine Produktion organisiert. Umgekehrt hat vielleicht gerade ein kleines Unternehmen die spezialisierte Lösung für ein Problem, an dem ein Großer arbeitet. Die Kleinen lernen von den Großen – und die Großen von den Kleinen. Genau davon lebt Innovation“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Schulte.

Das Treffen in Rostock soll deshalb nicht nur dem Austausch innerhalb der einzelnen Branchen dienen. Ziel ist es auch, die Netzwerke selbst stärker miteinander zu verbinden, Erfahrungen auszutauschen und neue Kooperationen zwischen Unternehmen, Branchen und Forschungseinrichtungen anzustoßen.

Wie das funktionieren kann, zeigt automotive-mv. In dem Netzwerk arbeiten kleine und mittelständische Zulieferer mit international tätigen Unternehmen wie Webasto, Lear oder ZF Lifetec zusammen. In Workshops und Arbeitskreisen geht es ganz praktisch um Produktion, Logistik, Qualitätsmanagement, Digitalisierung oder Personal. Gute Lösungen und Erfahrungen aus einem Unternehmen werden so auch für andere nutzbar.

„Nicht jedes Unternehmen muss das Rad neu erfinden und nicht jedes kleine Unternehmen kann eine eigene große Forschungs- und Entwicklungsabteilung unterhalten. Wir fördern Forschung und Entwicklung im Land. Genauso wichtig ist aber, dass neues Wissen auch in der betrieblichen Praxis ankommt. Netzwerke schaffen diesen Zugang zu Wissen, Erfahrung und Partnern und können dazu beitragen, aus einer guten Idee schneller ein neues Produkt oder ein besseres Verfahren zu machen“, so Schulte.

Ein anderes Beispiel ist das MV Cruise Net. Dort arbeiten maritime Unternehmen, touristische Anbieter und Dienstleister zusammen. Sie bringen unterschiedliche Erfahrungen und Kompetenzen ein, entwickeln gemeinsame Initiativen und vermarkten Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam als Kreuzfahrtdestination.

Das Land unterstützt wirtschaftsnahe Netzwerke im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Seit 2016 wurden in 31 Fällen Netzwerkprojekte mit insgesamt gut fünf Millionen Euro gefördert. Gegenwärtig werden neun Netzwerke unterstützt.

„Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern viele gute Unternehmen, Forschungseinrichtungen und kluge Köpfe. Entscheidend ist, dass sie voneinander wissen und zusammenfinden. Gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern sind starke Netzwerke und kurze Wege zwischen den Akteuren wichtig. Unsere starken Netzwerke bringen Unternehmen zusammen, verknüpfen Wirtschaft und Wissenschaft und helfen dabei, vorhandenes Know-how im Land besser zu nutzen.“  sagte Schulte. 

Das Netzwerktreffen ist eine Maßnahme im Rahmen des Industriepolitischen Konzepts „Industrieland Mecklenburg-Vorpommern 2030“. Die Industrie- und Handelskammern haben für das Handlungsfeld Netzwerke die Federführung übernommen.