30 Jahre Helios Klinik Leezen: „Ein Leuchtturm der Gesundheitsversorgung“
Mehr als 40 Tage bleiben Patientinnen und Patienten in der Helios Klinik Leezen durchschnittlich in Behandlung – nicht etwa wenige Tage wie in einem klassischen Akutkrankenhaus. Es geht um Menschen, die nach schwersten Erkrankungen und intensivmedizinischen Eingriffen einen langen Weg zurück ins Leben vor sich haben. Seit 30 Jahren leistet die Klinik dabei hochspezialisierte Arbeit. Gesundheitsministerin Stefanie Drese würdigte die Helios Klinik Leezen anlässlich ihres Jubiläums als „unersetzlichen Leuchtturm der Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern“.
„Die Klinik Leezen steht beispielhaft dafür, was spezialisierte Medizin leisten kann, wenn Akutversorgung und Rehabilitation eng zusammenspielen. Hier geht es nicht allein darum, Menschen medizinisch zu stabilisieren. Es geht darum, ihnen Schritt für Schritt Lebensqualität und möglichst auch ihre Rückkehr in den Alltag und den Beruf zu ermöglichen“, sagte Drese.
Die überregionale Bedeutung der Klinik belegen die Behandlungszahlen. 2025 wurden in Leezen 1.137 Patientinnen und Patienten behandelt. Sie kommen längst nicht nur aus MV: Im vergangenen Jahr stammten etwa 267 Fälle aus Schleswig-Holstein, 156 aus Niedersachsen, 85 aus Brandenburg und 54 aus Berlin. Die Klinik ist damit ein wichtiger Bestandteil der Versorgung schwerstkranker Menschen weit über die Landesgrenzen hinaus.
„Genau diese Spezialisierung brauchen wir auch mit Blick auf die Krankenhausreform. Wir brauchen nicht alles an jedem Standort, sondern starke Spezialistinnen und Spezialisten, die ihre besondere Expertise für eine bestmögliche Behandlung einsetzen. Leezen hat diese Expertise über Jahrzehnte aufgebaut“, betonte Drese.
Die Entwicklung der Klinik sei dabei alles andere als selbstverständlich gewesen. 1996 zunächst als reine Rehabilitationseinrichtung eröffnet, wurde nach jahrelangen Bemühungen 2007 mit der Aufnahme in den Krankenhausplan der Weg für die Akutmedizin und die frührehabilitative Versorgung geebnet. Heute verfügt die Klinik über eine hochspezialisierte akut-stationäre Versorgung und ein angeschlossenes Rehabilitationsangebot. Mit ihrem überregionalen Konzept der intensivmedizinischen Frührehabilitation hat sie sich bundesweit einen Namen gemacht. Die Klinik bezeichnet sich als größte auf Frührehabilitation spezialisierte Einrichtung in Norddeutschland.
Ein wichtiger Schritt für die Zukunft ist nach Aussage Dreses zudem die Anerkennung als Akademisches Lehrkrankenhaus der MSH Medical School Hamburg. Seit November 2025 können Studierende im Praktischen Jahr in den Bereichen Neurologie und Rehabilitationsmedizin einen Teil ihrer klinischen Ausbildung in Leezen absolvieren. „Das ist eine große Anerkennung der medizinischen Qualität und zugleich ein wichtiger Beitrag zur Ausbildung der nächsten Generation von Ärztinnen und Ärzten“, sagte Drese.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat die Entwicklung des Standortes seit dessen Aufnahme in den Krankenhausplan mit erheblichen Investitionen unterstützt. Insgesamt flossen bislang rund 11,4 Millionen Euro an Einzelfördermitteln und rund 11,65 Millionen Euro an Pauschalfördermitteln. Auch für die Zukunft stehen Investitionen an: Ein Förderantrag der Klinik über rund 10 Millionen Euro für einen Anbau zur Erhöhung der Einzelzimmerquote befindet sich derzeit in der finalen Bearbeitung.
„Diese Förderung ist auch ein klares Signal: Wir wissen, was wir an der Klinik Leezen haben. Und wir wollen, dass hier auch künftig unter guten Bedingungen hochqualifizierte Arbeit geleistet werden kann“, so Drese.
Besonderen Dank richtete die Ministerin an die rund 550 Beschäftigten der Klinik. „Hinter dieser Erfolgsgeschichte stehen Menschen, die jeden Tag Außergewöhnliches leisten. Die Versorgung schwerstkranker Patientinnen und Patienten verlangt fachliche Exzellenz, aber ebenso viel Geduld, Empathie und mentale Stärke. Dafür gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mein herzlicher Dank.“
Das Jubiläum markiert zugleich einen persönlichen Einschnitt: Professor Dr. med. habil. Bernd Frank, langjähriger Klinikgeschäftsführer und Ärztlicher Direktor, wird in den Ruhestand verabschiedet. Drese würdigte ihn als prägende Persönlichkeit der Klinik und als einen wesentlichen Wegbereiter ihrer Entwicklung.
„Wenn wir heute auf die Erfolgsgeschichte der Klinik Leezen blicken, dann ist damit untrennbar auch das Lebenswerk von Professor Frank verbunden. Er hat medizinische Verantwortung und strategische Führung in außergewöhnlicher Weise miteinander verbunden und über viele Jahre für seine Klinik und ihre Beschäftigten gekämpft. Dafür danke ich ihm im Namen des Landes und ganz persönlich von Herzen.“
Für die Zukunft sei die Klinik gut aufgestellt. „30 Jahre Leezen sind ein Grund, mit Stolz zurückzublicken – aber mindestens genauso wichtig ist der Blick nach vorn. Mit ihrer Spezialisierung, ihrem engagierten Team und ihrer Bereitschaft, neue Wege zu gehen, hat die Klinik ein starkes Fundament. Ich bin überzeugt: Die nächsten Kapitel dieser Erfolgsgeschichte werden kommen“, so Drese.