Richtfest am HIOH: Neues Forschungsinstitut nimmt Gestalt an

Grundlage für innovative, interdisziplinäre One Health-Forschung in Greifswald

Wissenschaftsministerin Bettina Martin, HIOH-Direktor Prof. Dr. Fabian Leendertz und Innenminister Christian Pegel; Foto Sabrina Scholz/WKM Details anzeigen
Wissenschaftsministerin Bettina Martin, HIOH-Direktor Prof. Dr. Fabian Leendertz und Innenminister Christian Pegel; Foto Sabrina Scholz/WKM
Wissenschaftsministerin Bettina Martin, HIOH-Direktor Prof. Dr. Fabian Leendertz und Innenminister Christian Pegel; Foto Sabrina Scholz/WKM
Wissenschaftsministerin Bettina Martin, HIOH-Direktor Prof. Dr. Fabian Leendertz und Innenminister Christian Pegel; Foto Sabrina Scholz/WKM
Nr.163/26  | 28.08.2026  | WKM  | Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten

Das neue Institutsgebäude des Helmholtz-Institutes für One Health (HIOH) nimmt Gestalt an. Wissenschaftsministerin Bettina Martin hat gemeinsam mit Gästen aus Wissenschaft, Politik und Partnerinstitutionen das Richtfest seines neuen Forschungsgebäudes am Campus Berthold-Beitz-Platz gefeiert. Das Land fördert den Neubau mit 26,5 Mio. Euro.

Forschungsschwerpunkt des HIOH ist die Entstehung zoonotischer Erkrankungen, antimikrobieller Resistenzen und die Evolution von Krankheitserregern. Die Ursprünge und Übertragungswege solcher Krankheiten besser zu verstehen und damit das Risiko neuer Pandemien zu reduzieren, wird in einer zunehmend vernetzten Welt immer wichtiger. Erreger können in kürzester Zeit rund um den Globus reisen und stellen so auch weit entfernt ihrer Ursprungsorte eine gesundheitliche Bedrohung dar.

 

„Das HIOH ist bereits jetzt in seiner Entstehungsphase ein international hoch anerkannter Forschungsstandort, bei dem es darum geht, Gesundheitskrisen von morgen zu verhindern. Mit dem Neubau investiert das Land in modernste Infrastruktur für die Gesundheitsforschung und schafft damit in Greifswald gemeinsam mit dem Bund einen international sichtbaren „One-Health-Standort“ Greifswald“, sagte Wissenschaftsministerin Bettina Martin beim Richtfest in Greifswald.

 

Mit der Gründung des HIOH im Jahr 2021 als Standort des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) wurde der Grundstein für einen neuen Forschungsschwerpunkt in Greifswald gelegt. Im Mittelpunkt steht der „One Health-Ansatz“, der die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt als eng miteinander verbunden betrachtet. Heute arbeiten hier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Forschenden der lokalen Partnerinstitutionen – der Universität Greifswald, der Universitätsmedizin Greifswald und des Friedrich-Loeffler-Instituts – fächerübergreifend daran, den Ursprung zoonotischer Infektionen und Antibiotikaresistenzen zu erforschen. Der Neubau des Institutsgebäudes mit Gesamtkosten in Höhe von 38 Millionen Euro stellt eine wichtige Investition in die Zukunft der „One Health-Forschung“ und des Wissenschaftsstandortes Greifswald dar. Das Vorhaben wird vom Land Mecklenburg-Vorpommern und vom Bund finanziert.

„Mit dieser Unterstützung können wir unsere interdisziplinäre One Health-Forschung weiter ausbauen und neue Ansätze für die Pandemievorsorge und den Schutz der globalen Gesundheit entwickeln“, betonte HIOH-Direktor Prof. Fabian Leendertz.

 

Prof. Karlhans Endlich, Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Greifswald, sieht darin großes Potenzial: „Der Neubau eröffnet neue Horizonte am Standort Greifswald für die One Health-Forschung, welche die Gesundheitsversorgung durch eine Stärkung der Prävention und Resilienz nachhaltig verbessern wird.“

 

Für Prof. Veronika von Messling, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), steht die internationale Dimension der Forschung im Vordergrund: „One Health-Forschung endet nicht an Fach- oder Ländergrenzen. Das neue Forschungsgebäude bietet dem HIOH den Raum und die Möglichkeiten, seine internationale Zusammenarbeit weiter auszubauen und neue Forschungsansätze gemeinsam mit Partnern weltweit zu entwickeln.“

 

Zum Abschluss der Feier sprach der Bauleiter den traditionellen Richtspruch und wünschte dem neuen Gebäude und seinen künftigen Nutzerinnen und Nutzern Glück und Segen. Anschließend griffen die Ehrengäste selbst zum Hammer und setzten mit einem symbolischen Nagelschlag ein Zeichen für den erfolgreichen Abschluss des Rohbaus. Beim Richtschmaus unter freiem Himmel klang die Feier aus.

 

Das neue Labor- und Bürogebäude wird künftig hervorragende Voraussetzungen für interdisziplinäre Forschung an der Schnittstelle von Mensch, Tier und Umwelt schaffen und auf 2.800 m2 Nutzfläche rund 120 Mitarbeitenden Platz bieten. Zu seiner Ausstattung gehören hochmoderne Laborbereiche, darunter auch Labore der biologischen Sicherheitsstufe 3, die mit innovativer Technik den sicheren Umgang mit Krankheitserregern ermöglichen.

Das Gebäudekonzept setzt zudem auf einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen und einen energieeffizienten Betrieb. Dazu tragen begrünte Dachflächen, Systeme zur Wasserrückhaltung und -speicherung, eine Photovoltaikanlage zur Eigenstromversorgung und Wärmepumpen bei.

Anlagen

Richtfest am Helmholtz-Institutes für One Health (HIOH) (JPG, 1,34 MB)
Foto: Sabrina Scholz/WKM

Richtfest am Helmholtz-Institutes für One Health (HIOH) (JPG, 0,57 MB)
Wissenschaftsministerin Bettina Martin, HIOH-Direktor Prof. Dr. Fabian Leendertz und Innenminister Christian Pegel; Foto Sabrina Scholz/WKM

163 - Rohbau HIOH.pdf (PDF, 0,25 MB)