Die Krankheit mit 1.000 Gesichtern: Messe informiert über neueste Entwicklungen und moderne Therapien bei Multipler Sklerose

Nr.206  | 01.09.2026  | SM  | Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport

Schätzungen zufolge leben mehr als 280.000 Menschen in Deutschland mit Multipler Sklerose (MS), darunter auch rund 5.000 in Mecklenburg-Vorpommern. Wie sich Mobilität und Lebensqualität auch trotz einer Erkrankung verbessern lassen, hat die Deutsche Multiple Sklerosegesellschaft (DMSG) mit dem Landesverband MV heute im Rahmen einer großen Messe im Ostseestadion gezeigt.

„Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark umfasst und meist im frühen Erwachsenenalter beginnt. Dabei bildet das fehlgesteuerte Immunsystem Antikörper gegen körpereigenes Gewebe und greift dieses an. Aus diesem Grund sind Verlauf, Beschwerdebild und Therapieerfolg auch bei jedem Patienten und jeder Patientin unterschiedlich, weshalb MS auch als „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“ bekannt ist“, erklärte Gesundheitsstaatssekretärin Sylvia Grimm, die die Messe heute besuchte.

Die Erkrankung verläuft dann häufig in Schüben, wobei Frauen etwa doppelt so häufig erkranken, wie Männer. In der Regel wird MS zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr festgestellt – mit geringerer Häufigkeit tritt sie aber auch schon im Kindes- und Jugendalter auf. „Positiv stimmt aber der Fortschritt der medizinischen Forschung. So unterscheidet sich die Lebenserwartung bei MS immer weniger von der gesunden Bevölkerung. Denn dank wirksamer Medikamente und moderner Therapien ist immer mehr von MS betroffenen Menschen ein langes, aktives und gutes Leben mit der Erkrankung möglich“, so Grimm.

Die Fachmesse zeigt vor allem Innovationen von Ausstellern, Vereinen und Experten aus dem Gesundheitsbereich. So können sich Besucherinnen und Besucher Produkte vorführen lassen oder sich zu Möglichkeiten informieren, um die eigene Gesundheit und Beweglichkeit zu stärken. Ergänzt wurden diese Angebote durch Fachvorträge aus den Bereichen der Neurologie, Orthopädietechnik und der Therapie. Damit gab die Messe einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten, die Menschen mit MS heute zur Verfügung stehen.

„Das zeigt: Auch wenn eine MS-Diagnose vieles verändert, können individuelle Angebote dabei unterstützen, Selbstständigkeit, Mobilität und Lebensqualität weitgehend zu erhalten“, verdeutlichte die Staatssekretärin.

Möglich gemacht habe diese besondere Messe in erster Linie unser Landesverband der DMSG, der sich bereits seit mehr als 35 Jahren für die Belange der Betroffenen einsetzt. „Ihnen gilt mein Dank dafür, dass Sie diese Erkrankung sichtbar machen, dass Sie immer wieder auch mit Mythen aufräumen und Erkrankten, oftmals sogar ehrenamtlich, zur Seite stehen“, so Grimm.

Auch sozialmedizinische, rechtliche, berufliche oder psychologische Beratungen führt die DMSG durch, auf Wunsch sogar in der eigenen Häuslichkeit. „Ein unglaublich wertvolles Angebot das bei der Neuorientierung im Alltag hilft und zeigt, dass auch mit MS ein gutes Leben gelingen kann.“