Schwesig überreicht Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat im Namen des Bundespräsidenten fünf Verdienstkreuze am Bande und eine Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland überreicht. „Diese hohen Auszeichnungen sind Ausdruck der Anerkennung für Leistungen, die weit über das normale Maß hinausgehen und über einen langen Zeitraum erbracht wurden. Mit ihnen werden Menschen geehrt, die etwas Herausragendes geleistet haben. Sie alle haben sich ehrenamtlich mit viel Idealismus und Einsatz einer gesellschaftlichen Aufgabe gewidmet. Ihr Wirken kommt uns allen zugute“, so die Ministerpräsidentin. Die Auszeichnung sei Ausdruck der Wertschätzung des Bundespräsidenten und des ganzen Landes. Sie danke für die Zeit und das persönliche Engagement. Ausdrücklich wandte sie sich auch an die Familien, Partnerinnen und Partner, Kinder und Freunde. Diese würden durch ihre Unterstützung und das Verständnis vielen Engagierten erst ermöglich, das Ehrenamt auszuüben.
Dieter Ehrke, Jahrgang 1936, hatte im Jahr 2000 die Idee für eine einzigartige Museumslandschaft in Plau am See. Das Burgmuseum hat sich unter seiner Leitung von einer einfachen Scheune zu einer ganz besonderen Sammlung zur Geschichte der Stadt und der Region entwickelt. Jedes Jahr zieht es 20.000 Besucherinnen und Besucher an. Das Museum wird inzwischen von 40 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen. Mit seinen 90 Jahren ist Dieter Ehrke heute immer noch Vereinsvorsitzender und Museumsleiter. Darüber hinaus hat er als ehrenamtlicher Sektionsleiter im Hockey seine Mannschaften zu großen Erfolgen geführt. Als Würdigung diese langjährigen ehrenamtlichen Einsatzes für den Erhalt nationalen Kulturguts und für die unverzichtbaren Beiträge für das Gemeinwesen und den sozialen Zusammenhalt in der Region erhält er das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.
Marlene Klinger Jahrgang 1988, hat schon früh angefangen sich für den Tanzsport zu begeistern. Bereits mit 14 Jahren wurde sie Trainerin. Heute ist sie Vorstandsvorsitzende des Vereins „Be free“ und leitet mit den gleichnamigen Sport- und Erholungszentren wichtige Treffpunkte und Veranstaltungsorte in Ueckermünde und Eggesin. Als Tanztrainerin kümmert sie sich um Gruppen verschiedener Altersklassen von Hip Hop bis Show Dance und ist bei deutschland- und europaweiten Wettbewerben und Veranstaltungen erfolgreich. Marlene Klinger ist im Verein Motor und Seele zugleich. Ihr Engagement geht aber weit darüber hinaus. In den Räumlichkeiten des Sportzentrums hat sie eine Unternehmens- und Jobmesse angesiedelt und unter dem Motto „Gemeinsam gegen den Krebs“ ein großes Familienfest mit Spendensammelaktion auf die Beine gestellt. Mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland werden die herausragenden Leistungen und dieses langjährige, vielfältige ehrenamtliche Engagement von Marlene Klinger gewürdigt, das maßgeblich das kulturelle und sportliche Leben der Region prägt.
Simone Koltzau, Jahrgang 1957, kam 1978 als Ingenieurökonomin in den Volkseigenen Betrieb Grabower Dauerbackwaren. Nach der Wende war sie eine der wenigen ostdeutschen Geschäftsführerinnen, die von der Treuhand eingesetzt wurden. Sie musste erleben, wie Anfang der 90er Jahre zwei Drittel der Belegschaft entlassen wurden. Als Werksleiterin hat sie den Betrieb durch schwere Zeiten geführt, bis sich die Lage 2010 stabilisierte und zu einer Erfolgsgeschichte wurde. In den vielen, oft schweren Jahren war Simone Koltzau nicht nur Chefin, sondern auch Ansprechpartnerin in allen Lebenslagen und Kämpferin für die Interessen der inzwischen 200 Beschäftigten. Die Grabower Süßwaren waren unter ihrer Leitung immer für die Vereine der Stadt da: mit Sachspenden, Geldspenden und persönlichem Einsatz. Darüber hinaus ist sie als Kirchenälteste und im Kirchgemeinderat ehrenamtlich aktiv. Durch ihre Anstrengungen konnten Kirchenorgel und Kirchenschiff der Stadtkirche Grabow saniert werden. Mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland wird dieses jahrzehntelange Engagement und der unermüdliche Einsatz für die Menschen in der Region gewürdigt.
Claus Oellerking, Jahrgang 1958, ist in Hamburg geboren und hat seinen Weg über Indonesien, Brasilien und Bremen in die Landeshauptstadt Schwerin gefunden. Von hier aus unterstützt er seit zehn Jahren als Senior Experte ein Bildungszentrum in Kasese im Westen Ugandas, wo in den Büros, Ausbildungsräumen und einer Gesundheitsstation junge Frauen nähen und Körbe flechten lernen, um sich ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Mit seiner Neugier auf andere Menschen und Sprachen, mit Tatkraft und Engagement hat Claus Oellerking in Schwerin außerdem die Flüchtlingshilfe koordiniert und vertritt die Interessen geflüchteter und zugewanderter Menschen. Die Kleiderkammer in der Erstaufnahmeeinrichtung ist ganz wesentlich sein Verdienst. Er ist auch Impulsgeber für die Zeitungsreihe „100 Nationen in Schwerin“, in der die Vielfalt der Landeshauptstadt widergespiegelt wird. Der Verein „Miteinander – Ma’an“, in den sich Claus Oellerking einbringt, ist eine Brücke zwischen Nationalitäten und Kulturen. Für dieses langjährige ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingshilfe und seinen vorbildlichen und unermüdlichen Einsatz für die kulturelle Verständigung und die humanitäre Unterstützung weit über die Grenzen Deutschlands und Europas hinaus wird Claus Oellerking mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.
Klaus und Marianne Tuscher, Jahrgang 1956 und 1957, verdankt Mecklenburg-Vorpommern den Natur- und Umweltpark Güstrow. 1982 kam Klaus Tuscher aus Berlin nach Güstrow und wurde mit 26 Jahren der jüngste Leiter eines Tierparks in der DDR. Gemeinsam mit seiner Frau entwickelte er das Konzept des Güstrower Tierparks weiter. Heute gibt es im Natur- und Umweltpark Güstrow einen Schaubauernhof, eine Schaubrüterei und ein umweltpädagogisches Zentrum, in dem jährlich 16.000 Kinder und Jugendliche viel über die heimische Flora und Fauna lernen. Mit dem vom Klaus und Marianne Tuscher angestoßenen Projekt „Die Jungen Wilden“ wird körperlich oder sozial beeinträchtigten Kindern Natur-, Umwelt- und Tierpflege näher gebracht. Claus Tuscher ist zudem Gründungsmitglied und langjähriges Mitglied im Vorstand des Landeszooverbandes und bringt seine Erfahrungen im Förderverein Wildpark-MV und dem Deutschen-Wildgehege-Verband ein. Das über vier Jahrzehnte anhaltende Engagement von Klaus und Marianne Tuscher für ein einzigartiges Kompetenzzentrum der einheimische Flora und Fauna, Umweltbildung, Tourismus und Naturschutz wird mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.