Zwei Justizvollzugsanstalten an der Ostsee wollen enger kooperieren
Justizministerin Jacqueline Bernhardt: „Die Vereinbarung zwischen der JVA Stralsund und der JVA Koszalin beweist eine Verbundenheit.“
In Stralsund haben heute die Justizvollzugsanstalten der Hansestadt und des polnischen Koszalin eine Vereinbarung geschlossen. Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt hatte zum Empfang der polnischen Delegation aus der JVA Koszalin am Vorabend der Vereinbarung die Verbundenheit im Ostseeraum betont.
„Die Ostseestrategie unseres Landes wird auf vielen Ebenen gelebt. Sie ist bedeutend für das respektvolle und kooperative Miteinander der friedlichen Ostsee-Anrainerstaaten. Die Justizvollzugsanstalt Stralsund und die Justizvollzugsanstalt Koszalin sind sich der Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit und der europäischen Integration bewusst. Sie wollen regelmäßig ihre Erfahrungen im Bereich des Justizvollzugs austauschen. Das gemeinsame Ziel ist gegenseitiges Verständnis und eine freundschaftliche Zusammenarbeit. Dazu gehören zum Beispiel gegenseitige Arbeitsbesuche, Konferenzen und Fachtreffen, Sportveranstaltungen sowie Studienaufenthalte. Der erste Besuch der Stralsunder Delegation in Polen und der nun stattfindende Gegenbesuch in Mecklenburg-Vorpommern haben bereits diese enge Verbundenheit unter Beweis gestellt. Die Ostsee verbindet uns geographisch sowie in unseren gemeinsamen Bemühungen, Recht und Gerechtigkeit zu wahren und weiterzuentwickeln“, sagt Justizministerin Jacqueline Bernhardt anlässlich der Unterzeichnung der Vereinbarung beider Einrichtungen.
„Die Zusammenarbeit im Ostseeraum ist von unschätzbarem Wert. Gerade in einer Zeit, in der demokratische Grundwerte in Teilen Europas unter Druck geraten, ist es von besonderer Bedeutung, dass die Justizorgane eng zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Das haben vor einigen Monaten die Vertreterinnen und Vertreter von Generalstaatsanwaltschaften bei ihrem Treffen in Rostock getan. Das wird heute in kleinerem Rahmen zwischen zwei Justizvollzugsanstalten fortgeführt. Die Freiheit in Europa ist nur mit funktionierenden Rechtsstaaten umsetzbar. Dazu gehört eine freie und unabhängige Justiz mit zukunftsweisender Resozialisierungsarbeit“, erklärt Justizministerin Bernhardt weiter.
Die gemeinsame Vereinbarung zwischen der JVA Stralsund und der JVA Koszalin wurde unterzeichnet von Oberst Marcin Śnieżko vom Strafvollzugsdienst Koszalin sowie dem Leiter der Justizvollzugsanstalt Stralsund Karel Gottschall. Beim zweitägigen Tagungsprogramm bekamen die polnischen Vertreterinnen und Vertreter einen Einblick in die umfangreiche Straffälligenarbeit von Mecklenburg-Vorpommern.