Drese: Gute zahnmedizinische Versorgung darf nicht vom Wohnort abhängen
Rund 450 Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Verbandsvertreter treffen sich am Wochenende (4./5. September) zum 34. Landeszahnärztetag in Rostock. Gesundheitsministerin Stefanie Drese betonte bei ihrem Besuch zum Auftakt der größten zahnmedizinischen Fortbildungsveranstaltung des Landes, dass die langfristige Sicherstellung einer guten und wohnortnahen zahnmedizinischen Versorgung ein zentrales gesundheitspolitisches Ziel des Landes ist.
„Die Zahlen zeigen, vor welcher Herausforderung wir dabei stehen: Während die sechs größten Städte in Mecklenburg-Vorpommern rechnerisch gut versorgt sind und Versorgungsgrade von mehr als 100 Prozent aufweisen, gibt es auf dem Land erhebliche Lücken“, hob Drese hervor. Das habe auch damit zu tun, dass die Niederlassung frei ist und Zahnärztinnen und Zahnärzte grundsätzlich selbst entscheiden können, wo sie ihre Praxis eröffnen.
„Umso wichtiger sind gezielte Anreize für Regionen, in denen eine Unterversorgung droht“, so Drese. „Denn gute zahnmedizinische Versorgung darf nicht davon abhängen, ob Menschen in Rostock oder in einer ländlichen Region Mecklenburg-Vorpommerns leben“, warb die Ministerin für gemeinsame Lösungen gegen regionale Versorgungsengpässe.
Als einen wichtigen neuen Baustein bezeichnete Drese die in diesem Jahr erstmals eingeführte Landzahnarztquote. Künftig können darüber bis zu acht Studienplätze für Zahnmedizin vergeben werden, wenn in Mecklenburg-Vorpommern eine Unterversorgung besteht oder droht. „Jetzt müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass die Landzahnarztquote bekannter wird“, sagte Drese. Die nächste Bewerbungsrunde startet im Frühjahr 2027.
Zugleich setzt die Nachwuchsförderung an weiteren Stellen an. So vergibt die Kassenzahnärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern seit dem vergangenen Jahr Stipendien von bis zu 1.500 Euro monatlich an Zahnmedizinstudierende, verbunden mit einer späteren Tätigkeit in einem Fördergebiet des Landes. Darüber hinaus werden Niederlassungen und Praxisübernahmen sowie Anstellungen und der Berufseinstieg in besonders vom Versorgungsmangel betroffenen Regionen unterstützt.
„Wir brauchen eine Förderung, die nicht erst dann beginnt, wenn eine Praxis keinen Nachfolger mehr findet. Es geht um die gesamte Kette – vom Studienplatz über das Studium und den Berufseinstieg bis zur Niederlassung und Praxisübernahme“, betonte Drese. Entscheidend sei der enge Austausch zwischen Politik, Zahnärztekammer und Selbstverwaltung im Interesse einer guten zahnmedizinischen Versorgung der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Ministerin dankte den Zahnärztinnen und Zahnärzten im Land für ihren täglichen Einsatz. „Zahngesundheit ist Lebensqualität und bedeutet soziale Teilhabe. Zahnärztinnen und Zahnärzte helfen nicht nur dabei, Schmerzen zu behandeln und Zähne gesund zu erhalten. Sie ermöglichen Menschen, unbeschwert zu essen, zu sprechen und zu lachen und damit ganz selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, betonte Drese.