Backhaus: „Die MeLa ist das Beste im September“
Eine Woche vor dem Start der 35. MeLa stimmt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus auf das Jubiläum der größten Landwirtschaftsausstellung Mecklenburg-Vorpommerns ein. Vom 10. bis 13. September wird Mühlengeez wieder zum Treffpunkt für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Räume.
„Die MeLa ist für mich das Beste im September. Nirgendwo sonst kann man Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern in dieser Vielfalt erleben: moderne Technik und starke Tiere, regionale Lebensmittel und innovative Ideen, Fachgespräche und Familienerlebnis. In einer Woche öffnen sich zum 35. Mal die Tore. Kommen Sie nach Mühlengeez, sprechen Sie mit unseren Landwirtinnen und Landwirten und erleben Sie, was Landwirtschaft heute kann“, sagt Backhaus.
Was 1991 mit 181 Unternehmen und knapp 15.000 Besucherinnen und Besuchern begann, hat sich zu einer der wichtigsten Landwirtschaftsausstellungen Norddeutschlands und zur größten Messe Mecklenburg-Vorpommerns entwickelt. Zur Jubiläumsausgabe werden rund 870 Aussteller erwartet. Mehr als 800 Tiere, moderne Landtechnik, Pflanzen- und Tierzucht, Ernährungswirtschaft, Forst, Gartenbau, Forschung und regionale Produkte machen auf rund 174.000 Quadratmetern die Vielfalt der Branche erlebbar.
„35 Jahre MeLa stehen auch für 35 Jahre leistungsfähige Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Unsere Betriebe haben seit 1991 einen gewaltigen Wandel bewältigt. Sie haben investiert, modernisiert und gehören heute zu den produktivsten und innovativsten Betrieben Deutschlands. Vor allem aber haben sie auch in Pandemie, Energiekrise, Krieg und Wetterextremen zuverlässig dafür gesorgt, dass Lebensmittel produziert werden und unsere Versorgung funktioniert. Darauf können wir stolz sein“, so der Minister.
Seit 1991 sind mehr als 30 Milliarden Euro an Fördermitteln in Landwirtschaft und ländliche Räume Mecklenburg-Vorpommerns geflossen. Damit wurden Betriebe modernisiert, Tierhaltung und Verarbeitung unterstützt, Umweltleistungen honoriert und zugleich Infrastruktur und Lebensqualität in den Dörfern verbessert. „Diese Entwicklung zeigt, was möglich ist, wenn unternehmerischer Mut und politische Unterstützung zusammenkommen. Moderne Landwirtschaft, regionale Wertschöpfung und starke Dörfer gehören zusammen. Die MeLa bringt all das seit 35 Jahren an einem Ort zusammen“, betonte Backhaus.
Dass das Land auch in die Zukunft der MeLa investiert, wird zur Jubiläumsausgabe unmittelbar sichtbar. Insgesamt 4,2 Millionen Euro hat das Land in die Modernisierung des Messegeländes investiert – unter anderem in die neue Halle 4, die Ver- und Entsorgungsinfrastruktur sowie die digitale Ausstattung. Anders als bisherige temporäre Hallen bleibt der Neubau dauerhaft bestehen. Damit wird das Gelände wetterunabhängiger und kann künftig stärker für Veranstaltungen auch außerhalb der MeLa genutzt werden.
Backhaus: „35 Jahre MeLa heißt für mich nicht, zurückzuschauen und sich auf dem Erreichten auszuruhen. Wir investieren in diesen Standort, weil wir wollen, dass Mühlengeez auch in Zukunft das Schaufenster unserer Land- und Ernährungswirtschaft bleibt. Die neue Halle macht die MeLa moderner und vielseitiger und eröffnet zugleich neue Nutzungsmöglichkeiten über die vier Messetage hinaus. Das ist eine Investition, von der die ganze Region profitieren kann.“
„Eine gute Ernte ist noch kein gutes Wirtschaftsjahr“
Bei aller Freude über das Jubiläum dürften die aktuellen Herausforderungen nicht ausgeblendet werden. Die Getreideernte ist 2026 in Mecklenburg-Vorpommern vielerorts ordentlich ausgefallen. Winterweizen erreichte durchschnittlich rund 81 Dezitonnen je Hektar, Wintergerste rund 89 Dezitonnen. Beim Raps fällt das Ergebnis dagegen deutlich schwächer aus. Gleichzeitig belasten niedrige Erzeugerpreise, hohe Betriebsmittelkosten und zunehmende Wetterrisiken viele Unternehmen. „2026 zeigt das Dilemma sehr deutlich: Unsere Bauern können ordentlich ernten und trotzdem wirtschaftlich verlieren. Entscheidend ist nicht allein, was vom Hektar kommt, sondern was dem Betrieb am Ende bleibt. Deshalb sage ich: Landwirtschaft muss sich lohnen“, kommentierte der Minister.
Daraus folge eine klare politische Aufgabe: Die Betriebe brauchen faire Wettbewerbsbedingungen, weniger Bürokratie, Planungssicherheit und ausreichend unternehmerischen Spielraum. „Wer Ernährungssicherheit, mehr Tierwohl sowie Klima- und Umweltschutz will, braucht wirtschaftlich starke Betriebe. Wir können nicht immer höhere Anforderungen stellen und gleichzeitig erwarten, dass Lebensmittel immer billiger werden. Der beste Schutz für unsere Landwirtschaft ist ein Betrieb, der mit seiner Arbeit Geld verdient und aus eigener Kraft investieren kann“, ergänzte er.
Landwirtschaft ist Zukunft
Backhaus warnt zugleich davor, die Branche auf ihre aktuellen Probleme zu reduzieren. Die Entwicklung der vergangenen 35 Jahre zeige, wie anpassungsfähig Landwirtschaft sei. Digitalisierung, moderne Züchtung, Präzisionslandwirtschaft und ressourcenschonende Anbauverfahren eröffneten neue Möglichkeiten. Auch eine wirtschaftlich tragfähige Tierhaltung müsse weiterhin ihren festen Platz in Mecklenburg-Vorpommern haben: „Wer nur über Krisen spricht, wird unserer Landwirtschaft nicht gerecht. Auf unseren Höfen arbeiten hochqualifizierte Menschen mit modernster Technik und viel Unternehmergeist. Dort entstehen Lebensmittel, Wertschöpfung und Innovationen. Landwirtschaft ist keine Branche von gestern – Landwirtschaft ist Zukunft. Genau das zeigt die MeLa.“ Die Jubiläums-MeLa soll deshalb vor allem Lust auf Landwirtschaft machen. Tierschauen und Wettbewerbe, moderne Landtechnik, regionale Spezialitäten und zahlreiche Angebote für Familien treffen auf Fachforen und agrarpolitische Debatten.
Backhaus abschließend: „Die MeLa bringt Menschen zusammen: Landwirte und Verbraucher, Züchter und Wissenschaftler, Unternehmer und Politik, Familien und Fachleute. Hier kann man sehen, riechen und schmecken, was Landwirtschaft ausmacht. Ich freue mich auf die Tiere, die Technik, unsere regionalen Produkte und vor allem auf die Menschen in Mühlengeez. 35 Jahre MeLa sind ein Grund zu feiern. Das Beste im September kann kommen.“