Richtfest für neue Geisteswissenschaftliche Bereichsbibliothek der Universität Rostock
Ulmencampus wird zum modernen Lern- und Arbeitsort
Auf dem Ulmencampus der Universität Rostock ist heute Richtfest für die neue Geisteswissenschaftliche Bereichsbibliothek mit integriertem Seminarzentrum gefeiert worden. Der Neubau ist ein zentraler Baustein für die Entwicklung des Campus Ulmenstraße zu einem modernen Standort für die Geisteswissenschaften. Das Land Mecklenburg-Vorpommern investiert insgesamt rund 116,9 Millionen Euro in die umfassende Weiterentwicklung des Areals.
Der für den Landesbau zuständige Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue sagte anlässlich des Richtfestes: „Mit dem Richtfest wird sichtbar, was wir uns für diesen Standort vorgenommen haben: Wir schaffen moderne, zukunftsfähige Gebäude und gehen zugleich verantwortungsvoll mit den vorhandenen Ressourcen und der historischen Bausubstanz um. Nachhaltigkeit bedeutet für uns dabei mehr als Energieeffizienz – es geht um Gebäude, die über Jahrzehnte gute Bedingungen für Studium, Forschung und Lehre bieten. Mein besonderer Dank gilt der Staatlichen Bau- und Liegenschaftsverwaltung Rostock und allen an der Planung und Umsetzung Beteiligten. Ein Bauvorhaben dieser Größenordnung und Komplexität gelingt nur mit großem fachlichem Können, guter Zusammenarbeit und viel Engagement. Dafür sage ich heute ausdrücklich Danke.“
Der Neubau entsteht auf einem rund 140 Meter langen Baufeld. Die Rohbauarbeiten sind inzwischen weitgehend abgeschlossen, die Montage der Fenster hat begonnen. Die neue Bibliothek wird künftig rund 10.700 Quadratmeter Nutzfläche umfassen. Sie ist als Lernort konzipiert und bietet unterschiedliche Bereiche für verschiedene Formen des Arbeitens und Lernens: von Kommunikations- und Gruppenarbeitsbereichen über Einzelarbeitsplätze bis hin zu ruhigen Stillarbeitsplätzen und einer Forschungsbibliothek. Ein 24/7-Arbeitsraum sowie ein Seminarzentrum ergänzen das Angebot.
Wissenschaftsministerin Bettina Martin betonte: „Hier am Ulmencampus entsteht eine top moderne Bereichsbibliothek, die nicht nur Platz für 900.000 Bücher und 750 Arbeitsplätze schafft, sondern ein Begegnungsort für Studierende und Forschende sein wird. Denn Wissen entsteht nicht im einsamen Kämmerlein, sondern braucht den Austausch. dieser neue Bibliotheksbau für die Geistes- und Sozialwissenschaften wird das Studium an der Universität Rostock noch attraktiver machen“, sagte Wissenschaftsministerin Bettina Martin. „Mit dieser großen Investition wird deutlich, dass die Landesregierung erheblich in die Zukunft des Wissenschaftsstandorts in Rostock investiert.“
Die Bibliothek ist Teil einer größeren Baumaßnahme auf dem Ulmencampus. Neben dem Bibliotheks- und Seminarneubau entsteht ein Verwaltungsgebäude für Bereiche des Bildungsministeriums, unter anderem für das Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern, das Lehrerprüfungsamt und die Digitale Landesschule. Gleichzeitig werden die denkmalgeschützte Exerzierhalle und das Arrestgebäude saniert und künftig von Einrichtungen der Universität Rostock genutzt. Auch das denkmalgeschützte Latrinengebäude soll saniert werden.
Bildungsministerin Simone Oldenburg erläuterte: „Gute Bildung braucht gute Bedingungen. Mit der neuen Bereichsbibliothek und dem Seminarzentrum entstehen am Ulmencampus moderne Räume für Studium, Lehre und Forschung. Studierende und Lehrende finden hier künftig vielfältige Möglichkeiten zum gemeinsamen Arbeiten, zum Austausch und für konzentriertes Lernen. Damit schaffen wir beste Voraussetzungen für gute Lehre und erfolgreiches Studium.“
Damit wird das ehemalige Kasernenareal Schritt für Schritt zu einem modernen geisteswissenschaftlichen Campus weiterentwickelt. Die Juristische Fakultät ist künftig ebenfalls am Standort vorgesehen, wesentliche Teile der Philosophischen Fakultät sollen hier gebündelt werden. Die vorhandenen denkmalgeschützten Gebäude bleiben dabei prägender Bestandteil des Ensembles.
Rektorin Prof. Dr. Elizabeth Prommer sagte: „Mit unserem ‚Ulmicum‘ schaffen wir mehr als einen modernen Wissensspeicher: Das Haus wird zu einem lebendigen Treffpunkt, an dem Lern- und Begegnungsräume zum gemeinsamen Arbeiten, Austauschen und Entdecken einladen. Studierende und Mitarbeitende werden gern hierherkommen und verweilen, um zu lernen und zu forschen, um zu diskutieren, einander zu begegnen und Neues zu entdecken."
Die neuen Gebäude greifen mit ihren roten Klinkerfassaden die Architektur des historischen Campus und die regionale Bautradition auf. Gleichzeitig entsteht mit neuen Campus- und Freiflächen eine zeitgemäße Umgebung für Studium, Forschung und Begegnung. Nach Abschluss der Baumaßnahmen soll der Campus über eine grüne Mitte und deutlich mehr Fahrradstellplätze verfügen.
Auch bei der energetischen Konzeption wurde auf einen effizienten Betrieb der Gebäude geachtet. Die Neubauten erhalten eine hochwärmegedämmte Gebäudehülle und effiziente technische Anlagen. Für die Wärmeversorgung wird Fernwärme der Stadtwerke Rostock genutzt. Das Bibliotheksgebäude erhält darüber hinaus ein Geothermiefeld, das sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen eingesetzt werden soll.
Der Baubeginn erfolgte im April 2024, die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für das 2. Quartal 2030 geplant.