Erneuerbare Energien: Kommunen beraten beim „Kommunalnetzwerk Ost“
Jesse: „Die Wertschöpfung aus den Erneuerbaren muss da ankommen, wo die Energie produziert wird“
Friedland, 7. September 2026 – Wie kann der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien so gestaltet werden, dass Kommunen und Menschen vor Ort davon profitieren? Darüber tauschen sich heute Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen beim Kommunalnetzwerk Ost der Landesenergie- und Klimaschutzagentur Mecklenburg-Vorpommern (LEKA MV) in Friedland aus.
„Mecklenburg-Vorpommern steht zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Entscheidend ist, dass der Ausbau klug gesteuert wird und die Menschen vor Ort davon profitieren. Die Erneuerbaren schaffen Wertschöpfung, Arbeitsplätze und neue wirtschaftliche Chancen in unserem Land. Das zeigen viele gute Beispiele“, sagte Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit.
Die große Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie ist längst ein entscheidender Standortfaktor für Mecklenburg-Vorpommern. Unternehmen wie Nordex produzieren hier Windenergieanlagen, hinzu kommen neue Großprojekte: In Rostock wurde der Auftrag für den Bau einer großen Konverterplattform vergeben. In Dummerstorf plant die Schwarz Gruppe Investitionen von mehreren Milliarden Euro für den Bau eines Rechenzentrums, das mit grünem Strom betrieben werden soll. Die Modellregion Tollense zeigt beispielhaft, wie Kommunen und Unternehmen gemeinsam und landkreisübergreifend die Potenziale der erneuerbaren Energien für wirtschaftliche Entwicklung und regionale Wertschöpfung nutzen können.
„Diese Beispiele zeigen, welche wirtschaftlichen Chancen im Ausbau der Erneuerbaren liegen. Wir sorgen dafür, dass möglichst viel von dieser Wertschöpfung im Land bleibt. Dazu gehören gute Arbeitsplätze genauso wie konkrete Vorteile für die Kommunen und die Menschen“, so Jesse.
Dafür setzt das Land auf verschiedene Instrumente. Dazu gehören unter anderem die Beteiligung von Kommunen und Bürgerinnen und Bürgern an Wind- und Solarprojekten, die Entwicklung grüner Gewerbegebiete sowie bessere Rahmenbedingungen für die Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort.
Mecklenburg-Vorpommern nimmt bei der finanziellen Beteiligung der Kommunen eine Vorreiterrolle ein. 2016 hat das Land als erstes Bundesland ein Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz eingeführt. Heute profitieren rund 200 Gemeinden von den Beteiligungsregelungen; die Zahlungsverpflichtungen belaufen sich auf rund 12,5 Millionen Euro jährlich. Mit der Novelle des Gesetzes wurden die Beteiligungsmöglichkeiten in diesem Jahr erweitert und erstmals auch Photovoltaik-Freiflächenanlagen einbezogen.
„Die Energie wird vor Ort produziert und die Menschen und Gemeinden vor Ort sollen davon profitieren. Deshalb ist der Austausch mit den Kommunen so wichtig. Im Kommunalnetzwerk können Erfahrungen geteilt, konkrete Lösungen diskutiert und erfolgreiche Beispiele weitergegeben werden.“
Auf dem Programm des Kommunalnetzwerks stehen unter anderem die neuen Beteiligungsmöglichkeiten, die Möglichkeiten für Gemeinden, eigene Flächen für Windenergie auszuweisen, sowie die Beratungsangebote der LEKA MV. Das heutige Treffen in Friedland ist die 14. Ausgabe des seit 2020 bestehenden Formats.