PISA 2025: Basiskompetenzen weiter stärken

Oldenburg: PISA bestätigt den eingeschlagenen Weg, Schülerinnen und Schüler in Mathematik und Deutsch intensiver zu fördern

Nr.149-26  | 08.09.2026  | BM  | Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Simone Oldenburg sieht die Ergebnisse der internationalen Schulleistungsstudie PISA 2025 als weiteren Beleg dafür, den in dieser Legislaturperiode eingeschlagenen Weg zur Stärkung der Basiskompetenzen und zur Verbesserung der Unterrichtsqualität weiter zu verfolgen. Deutschland erreicht im OECD-Bildungsvergleich in den Naturwissenschaften 486 Punkte, im Lesen 465 Punkte und in Mathematik 464 Punkte und liegt damit in allen drei Bereichen im OECD-Durchschnitt. Die Studie zeigt, dass das Interesse an Naturwissenschaften zugenommen hat und international wieder im Durchschnitt liegt. Gleichzeitig hat sich die Anzahl der Jugendlichen mit unzureichenden Basiskompetenzen deutschlandweit erhöht. Auffällig ist, dass etwa ein Viertel der Jugendlichen besonders niedrige Kompetenzen aufweist. Zugleich erreicht aber auch rund ein Viertel der Jugendlichen besonders hohe Kompetenzstufen. Deutlich wird, dass sich der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg besonders verstärkt hat.

Die PISA-Ergebnisse sind für Mecklenburg-Vorpommern vor allem als internationaler Referenzrahmen und als Impuls für die Weiterentwicklung der Bildungspolitik von Bedeutung. Da in der Regel wenige Schulen je Bundesland an der internationalen Studie teilnehmen, lassen sich aus PISA keine länderspezifischen Aussagen ableiten. Für die Bewertung der Situation in Mecklenburg-Vorpommern sind insbesondere der IQB-Bildungstrend und weitere landesbezogene Erhebungen aussagekräftiger. Sie ermöglichen einen Vergleich der Länder und machen spezifische Stärken sowie Entwicklungsbedarfe sichtbar.

„Diese Ergebnisse zeigen, dass Bildung bereits bei den ganz Kleinen beginnt und dass die geplanten Kürzungen im Kita-Startchancen- und Qualitätsgesetzt um die Hälfte in Höhe von sieben Milliarden Euro bis 2034 nicht umgesetzt werden dürfen. Die PISA-Ergebnisse sind keine Momentaufnahme, die sich auf einzelne Maßnahmen oder einige Schuljahre zurückführen lässt. Sie machen Entwicklungen sichtbar, die sich über viele Jahre aufgebaut haben. Zugleich sind sie ein klarer Handlungsauftrag, die Maßnahmen zur Stärkung der Basiskompetenzen konsequent weiter umzusetzen. Deshalb müssen auch bildungspolitische Antworten langfristig angelegt sein. Wir brauchen mehr Zeit zum Lernen, Üben und Festigen und eine gezielte Förderung der Schülerinnen und Schüler. Und diesen Weg gehen wir in Mecklenburg-Vorpommern: Wir verbessern Deutsch und Mathematik, fördern mit dem Leseband frühzeitig die Lesekompetenz, bauen die Sprachbildung aus und schaffen mehr Möglichkeiten für individuelle Förderung. Dabei geht es auch darum, Bildungschancen, unabhängig von der sozialen Herkunft, zu verbessern. Entscheidend ist, dass wir diesen Kurs langfristig und verlässlich fortsetzen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Um bildungspolitische Entscheidungen noch stärker auf Grundlage verlässlicher Daten treffen zu können und Schulen bei pädagogischen Maßnahmen noch besser unterstützen zu können, haben wir in diesem Schuljahr zudem ein Pilotprojekt zur datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung gestartet. Durch eine gezielte Auswertung der Daten sollen der Unterricht und die individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen weiter verbessert werden.“

Folgende Maßnahmen hat das Land in den vergangenen Jahren auf den Weg gebracht und setzt damit bereits zentrale Empfehlungen des PISA-Teams um:

  • Veränderung der Stundentafel: Die Neugestaltung stärkt insbesondere Deutsch, Mathematik und die erste Fremdsprache. In der Grundschule stehen zusätzliche Stunden für Sprache, Lesen und Grundrechenfertigkeiten zur Verfügung. An Regionalen Schulen und integrierten Gesamtschulen werden zusätzliche Stunden für individuelle Förderung, Differenzierung und Lernzeiten geschaffen. Flexible Stundenkontingente ermöglichen es den Schulen, eigene Schwerpunkte zu setzen und gezielt auf die Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler einzugehen.
  • Leseband an Grundschulen: An allen öffentlichen Grundschulen gibt es eine verbindliche tägliche Lesezeit von 20 Minuten in den Klassen 1 bis 4. Unterschiedliche Lesemethoden fördern Leseflüssigkeit, Wortschatz und Textverständnis.
  • Sprachbildung: Die landesweite Sprachbildungsstrategie wird schrittweise umgesetzt. Dazu gehören der Rahmenplan Sprachbildung, die Beteiligung am länderübergreifenden BiSS-Verbund sowie kontinuierliche Fort-, Aus- und Weiterbildungsangebote.
  • Naturwissenschaften und MINT: Mecklenburg-Vorpommern stärkt den naturwissenschaftlichen Unterricht durch die Wiedereinführung des Fachtags Naturwissenschaften, die Überarbeitung der Rahmenpläne und die Umsetzung der Landesstrategie „Mehr MINT wagen“. Zudem werden MINT-Profilschulen, Schulnetzwerke und außerschulische Lernorte unterstützt.
  • Mathematik: Mit der Beteiligung am KMK-Programm „QuaMath“, der Überarbeitung der Mathematik-Rahmenpläne und der Verankerung der Kompetenz „Mit Medien mathematisch arbeiten“ wird die Qualität des Mathematikunterrichts weiter gestärkt.
  • Hochbegabten- und Begabungsförderung: An vier Gymnasien werden Schülerinnen und Schüler in speziellen Hochbegabtenklassen gefördert. Ergänzend werden im Rahmen von „Leistung macht Schule“ (LemaS) wissenschaftlich fundierte Konzepte zur Begabungs- und Leistungsförderung in die Schulen übertragen.
  • Digitale Landesschule (DiLaS): Die Digitale Landesschule ermöglicht digitalen Vertretungsunterricht in verschiedenen Fächern und Jahrgangsstufen. Das Angebot umfasst synchrone und asynchrone Unterrichtsformate und wird schrittweise erweitert.

 „Wir müssen beides im Blick behalten: Schülerinnen und Schüler, die besondere Unterstützung benötigen, und diejenigen, die ihre Begabungen weiterentwickeln sollen. Gute Bildung bedeutet, niemanden zurückzulassen und gleichzeitig Leistungsspitzen zu fördern. Deshalb verbinden wir die Stärkung der Basiskompetenzen mit einer gezielten Begabungs- und Leistungsförderung und einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des Unterrichts“, so die Bildungsministerin. „PISA zeigt uns, wo Deutschland insgesamt steht. Für Mecklenburg-Vorpommern schauen wir deshalb zusätzlich sehr genau auf unsere eigenen Daten, um zu erfahren, welche Maßnahmen besonders gut wirken oder wo wir nachsteuern müssen. Die Evaluation des Lesebands ist dafür ein gutes Beispiel: Sie zeigt eine positive Entwicklung der Lesekompetenz und gibt uns zugleich Hinweise darauf, wie wir die Förderung in unserem Bundesland weiter verbessern können.“