Tag des alkoholgeschädigten Kindes: „Jedes Kind verdient einen gesunden Start ins Leben“
Jedes Jahr kommen in Deutschland Schätzungen zufolge bis zu 10.000 Kinder mit alkoholbedingten Schädigungen wie der fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) zur Welt. Als Tag des alkoholgeschädigten Kindes macht der 09. September deshalb jährlich auf die Gefahren des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft aufmerksam und nutzt dafür das symbolische Datum, das an die neun Monate erinnern soll, die ein Kind im Bauch seiner Mutter verbringt. Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese betonte heute: „Während der Schwangerschaft gibt es kein sicheres Maß an Alkoholkonsum, denn das Baby trinkt mit.“
So erhält das ungeborene Kind während der Schwangerschaft die wichtigen Nährstoffe aus der Nahrung der Mutter über die Nabelschnur. „Auf demselben Weg gelangt dann jedoch auch der Alkohol als Zellgift in den kindlichen Körper und kann dort die Entwicklung aller Organe und insbesondere des Gehirns beeinträchtigen“, erklärte Drese. Dies könne bei FASD etwa zu Entwicklungs- und Lernschwierigkeiten, sowie Schäden von Augen, Gesicht, Herz, Nieren oder Knochen führen. Diese Folgen bleiben ein Leben lang, denn FASD ist nicht heilbar.
„Das bedeutet, dass FASD die häufigste, angeborene, nicht genetisch bedingte Behinderung in Deutschland ist. Ein konsequenter Alkoholverzicht schützt. Dennoch konsumieren laut Umfragen rund 20 Prozent der Frauen auch während der Schwangerschaft, knapp acht Prozent sogar so viel, dass die Alkoholmenge selbst für nichtschwangere Frauen als riskant gilt. Ob aus Unwissenheit über die Folgen des Konsums oder auch durch bestehende Abhängigkeitserkrankungen: Das sind Zahlen, die erschrecken“, so Drese.
Das Land habe daher zuletzt die Beratungs- und Unterstützungsangebote für FASD und Suchterkrankungen ausgebaut. „Ein gesunder Start ins Leben beginnt lange vor der Geburt. Deshalb ist Aufklärung über die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft so wichtig“, unterstrich die Ministerin. So unterstütze das Land etwa die FASD-Fachstelle in Rostock, die Betroffene, Eltern, Pflege- und Adoptivfamilien oder auch Fachkräfte unterstützt, zum Beispiel bei familiären Herausforderungen oder bei der Suche nach pädagogischer, therapeutischer oder medizinischer Hilfe.
„Zusätzlich haben wir mit KipsFam ein Hilfsnetz für Kinder aus sucht- oder psychisch belasteten Familien ins Leben gerufen. Regionalstellen in den Landkreisen und kreisfreien Städten helfen dabei, Familien frühzeitig Unterstützung anzubieten, sie eng zu begleiten und bei Bedarf in externe Hilfsangebote zu vermitteln“, erklärte Drese. Insgesamt stehen bis 2027 fünf Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF+) für das Projekt zur Verfügung.
„Wir müssen beides zusammen denken“, betonte Drese: „Jedes Kind verdient einen gesunden Start ins Leben. Deshalb wollen wir verhindern, dass Kinder durch Alkohol in der Schwangerschaft geschädigt werden. Und wir müssen für diejenigen da sein, die bereits mit den Folgen wie etwa FASD leben. Dafür braucht es Aufklärung, gezielte Beratung und verlässliche Unterstützung“, sagte sie.
Weitere Informationen zur FASD-Beratungsstelle finden Interessierte unter https://rostocker-stadtmission.de/fasd-beratungsstelle-m-v. Alle Informationen rund um KipsFam stehen unter https://blickauf-kipsfam.de/ zur Verfügung.