Tier- und Pflanzenzuchtpreis 2026 verliehen

Nr.289/2026  | 13.09.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

 

Anlässlich der MeLa 2026 wurden auch in diesem Jahr im Rahmen des Bauernballs die Tier- und Pflanzenzuchtpreise verliehen. In seiner Laudatio erläuterte Agrarminister Dr. Till Backhaus die Gründe für die Ehrungen.

„In Würdigung seiner hervorragenden Leistungen und seiner besonderen Verdienste um die Tierzucht und Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern wird Ulrich Söhnholz der Tierzucht­preis 2026 verliehen. Die Söhnholz - Schweinezucht KG war seit 1998 erfolgreicher Repräsentant auf jeder MeLa. Mit 280 Sauen betreibt Ulrich Söhnholz seit über 20 Jahren Herdbuchzucht, ist einer der größten Edelschweinzuchtbetriebe Deutschlands und der letzte in Mecklenburg-Vorpommern.

In den zurückliegenden Jahrzehnten hat Ulrich Söhnholz seine fachlichen und kommunikativen Fähigkeiten in zahlreichen Ehrenämtern zur Verfügung gestellt. Erwähnt seien hier seine Ehrenämter beim HSZV N/O, nunmehr Schweinezuchtverband Baden-Württemberg e.V., beim Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion e.V., nunmehr Bundesver-band Rind und Schwein e.V., dem Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. und beim Deutschen Bauernverband. Als Stadtvertreter bringt er sich zudem zielorientiert in die Debatten zur Entwick­lung der Stadt Neubukow ein.

1997 wurde Ulrich Söhnholz als Züchter der Deutschen Landrasse und des Deutschen Edelschweins Mitglied im Hybridschweine­zuchtverband Nord/Ost e.V. (HSZV N/O).

Kaum begonnen, traf ihn ein herber Schicksalsschlag, die Klassische Schweinpest. Obgleich „nur“ Kontaktbetrieb, wurde der gesamte Bestand des Betriebes gekeult. Mit demselben Enthusiasmus stallte er wieder Zuchtsauen auf, erneut Deutsche Landrasse und Deutsches Edelschwein aus Sachsen.

Ulrich Söhnholz war und ist auch in Bezug auf das Tierwohl immer schon Vorreiter gewesen. Der neue Aufzuchtstall entstand in 1998 als Außenklimastall. Dass das funktioniert, ist auch der ausgeprägten Bindung zu seinen Tieren zu verdanken. Diese Innovation in der deutschen Schweinhaltung bescherte Ulrich Söhnholz zahlreiche „Busladungen“ interessierter Sauenhalter, Berater und Wissenschaftler aus ganz Deutschland.

Für ihre unkonventionellen, am Tierwohl ausgerichteten Haltungsformen ist Familie Söhnholz als Finalist des Ceres-Award 2019 auch national gewürdigt worden.

Nach einem weiteren Umbau, von Strohhaltung auf Spaltenboden im Zuge einer Bestandssanierung, sollte es perspektivisch wieder mit HSZV-Genetik weitergehen. Die Anregung, das Deutsche Edelschwein zur Erhaltung eines ausreichend großen Zuchtbestandes als Herdbuchbestand zu halten, kam von Tierzuchtpreisträgerin Renate Schuster.

Neben einer zielgerichteten Selektion im eigenen Bestand sind zur Prüfung von Besamungsebern allein in den vergangenen zehn Jahren knapp 5.000 Nachkommen aus gezielten Anpaarungen zur stationären Prüfung nach Jürgenstorf geliefert worden. Darüber hinaus wurden 19 Eber aus seiner Zucht für die Besamung ausgewählt. Zahlreiche weitere gekörte Eber und Zuchtsauen aus Panzow sind deutschlandweit in die Herdbuch- oder Gebrauchszucht gegangen.

Ulrich Söhnholz ist eine starke Persönlichkeit mit enormen Führungsqualitäten, ein streitbarer Zeitgenosse, der aller Orten sein Herz und seine Stimme für die Landwirtschaft und die Tierhaltung, die Notwendigkeit und die Akzeptanz ihrer Existenz in die Waagschale wirft“, so Minister Backhaus, der auch den Pflanzenzuchtpreis übergab:

„Aufgrund ihrer langjährigen engagierten und fachlich fundierten Tätigkeit in der Agrar GbR Groß Kiesow, aber auch aufgrund ihrer umfangreichen aktiven gesellschaftlichen Tätigkeit auf Landes- und Bundesebene, wird Doreen Schäfer mit dem Pflanzenzuchtpreis 2026 ausgezeichnet.

Unter ihrer Leitung wurden in der Agrar GbR Groß Kiesow umfassende neue umweltschonende Technologien in der Bestandesführung eingeführt. Durch weite Fruchtfolgen, verstärkte mechanische Bearbeitung sowie der Anwendung des N-Sensors im Jahr 2008 wurde der Einsatz von Pflanzenschutz- bzw. Düngemitteln deutlich reduziert. Das Ziel des Unterneh­mens ist es auch heute noch, verstärkt umweltschonende Maßnahmen in der Bestandesführung durchzuführen.

Dazu besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit hinsichtlich des Anlegens und der Auswertung von Pflanzen­schutzmittelversuchen. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt seit Jahren auf dem bekannten Vorpommerschen Feldtag. Auch mit der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei und der LMS Agrarberatung GmbH besteht eine enge Zusammen­arbeit hinsichtlich neuer Methoden in der Bestandesführung.

Im Interesse der Umsetzung des züchterischen Fortschritts im Unternehmen erfolgt der Einsatz von Z-Saatgut zu 100 Prozent.

Die Agrar GbR Groß Kiesow bildet seit Jahren erfolgreich landwirtschaftliche Facharbeiter aus. Zurzeit sind 5 Auszu­bildende im Unternehmen tätig. Auch leitende Positionen konnten nach Abschluss und einer entsprechenden Fortbildung durch betriebseigene Auszubildende besetzt werden.

Gesellschaftlich nimmt Doreen Schäfer seit vielen Jahren eine aktive Tätigkeit in der Verbandsarbeit des Saatgut-Verbandes MV ein. Gegenwärtig ist sie seit 8 Jahren als stellvertretende Vorsitzende im Vorstand des Saatgut-Verbandes MV tätig. Zurzeit ist sie erste Stellvertretende des Vorsitzenden. Gleichzeitig leitet sie als Vorsitzende den Fachausschuss Kartoffel.

Auf Bundesebene ist sie ebenfalls aktiv in der UNIKA und dem Bundesverband der Deutschen Saatgutproduzenten. In der UNIKA leitet sie seit 2012 als Vorsitzende die Fachkommission „Phytosanitäre Fragen“.

Aufgrund ihres umfangreichen Wissens als Praktikerin ist sie in der Branche gern als Gesprächspartner gesehen, teilweise ist sie auch als Referentin auf Veranstaltung tätig. Positiv bringt sie sich auch bei der „Greifswalder Initiative“ hinsichtlich der umwelt­scho­nenden Bewirtschaftung der gepachteten Flächen ein“, so der Minister in seiner Laudatio.