Bildungsmonitor 2026: Land liegt im Mittelfeld

Oldenburg: Mit unserer Strategie für mehr Chancengerechtigkeit wollen wir weitere Fortschritte erzielen

Nr.153-26  | 14.09.2026  | BM  | Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung

Nach einer Vergleichsstudie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft sichert sich das Bildungssystem in Mecklenburg-Vorpommern im bundesweiten Vergleich einen Platz im Mittelfeld. Der Bildungsmonitor der INSM bewertet anhand von Indikatoren in verschiedenen Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert. Bei der Chancengerechtigkeit liegt Mecklenburg-Vorpommern auf dem dritten Platz. Stärken weist das Land auch in den Handlungsfeldern Förderinfrastruktur, Berufliche Bildung und Verringerung der Bildungsarmut auf. 

„Bei uns ist der Bildungserfolg nur noch minimal von der sozialen Herkunft abhängig“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Alle Kinder und Jugendlichen sollen die gleichen Chancen haben. Bildung ist in Mecklenburg-Vorpommern daher von Anfang an kostenfrei. Mit der beitragsfreien Kita steht allen Familien ein frühkindliches Bildungsangebot zur Verfügung. In der Grundschule stärken wir die Kernkompetenzen der Schülerinnen und Schüler mit dem Leseband, mehr Deutsch- und Mathematikunterricht. Die intensive Förderung in Deutsch, Mathematik und Englisch setzen wir in den höheren Jahrgangsstufen fort. Die Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen bilden die Grundlagen, um weiteres Wissen zu erwerben. Sie sind die Voraussetzung für den Bildungserfolg. Mit dem Startchancen-Programm unterstützen wir Schülerinnen und Schüler, die schwierige Startbedingungen haben. Außerdem haben wir ein starkes Ganztagsangebot an Grundschulen und in weiterführenden Schulen. Diese Maßnahmen sind in unserer Strategie für mehr Chancengerechtigkeit enthalten, mit der wir weitere Fortschritte erzielen wollen.“ 

Verbesserungen regt der Bildungsmonitor bei der Betreuung und Förderung in der Kita an. „In dieser Wahlperiode hat die Landesregierung das Fachkraft-Kind-Verhältnis im Kindergarten von 1:15 auf 1:14 gesenkt. Eine Erzieherin bzw. ein Erzieher betreut damit durchschnittlich nur noch 14 Kinder und hat so mehr Zeit für jedes einzelne Kind. Ab Januar 2027 betreut und fördert eine Fachkraft in der Krippe durchschnittlich fünf Kinder statt bislang sechs. Im Hort verbessert sich das Verhältnis ab August 2027 von durchschnittlich 1:22 auf 1:21. Dafür stellt das Land jährlich mehr als 40 Millionen Euro bereit. Das ist ein großer finanzieller Kraftaufwand für das Land – aber einer, der direkt bei den Kindern ankommt. Wir müssen weitere Anstrengungen unternehmen, damit die Gruppen kleiner werden“, sagte Oldenburg. 

Verbesserungspotenzial sieht der Bildungsmonitor auch bei der Verringerung der Quote von Schülerinnen und Schülern ohne Abschluss. „Diese Erkenntnis ist nicht neu. Angebote wie das Freiwillige 10. Schuljahr an Regionalen Schulen, die Praxisorientierte Berufsreife oder AV-dual erhöhen für mehr Schülerinnen und Schüler die Chance auf einen bundesweit anerkannten Schulabschluss. Mit einem Frühwarnsystem an Regionalen Schulen haben wir ein engmaschiges Beratungssystem etabliert, um Schülerinnen und Schüler frühzeitig zu begleiten, deren Abschluss gefährdet ist. Auch für Gymnasien haben wir ein Frühwarnsystem entwickelt. Die neuen Versetzungsregelungen tragen dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler von Anfang an den für sie bestmöglichen Abschluss anstreben“, so die Ministerin weiter. 

In den Haushaltsjahren 2026 und 2027 legt die Landesregierung weiterhin den Schwerpunkt auf die Bereiche Bildung und Kindertagesförderung. Im Jahr 2026 stehen insgesamt 12,1 Milliarden Euro im Haushalt zur Verfügung – davon zwei Milliarden Euro für Schule und Kindertagesförderung. Das entspricht 16,6 Prozent des Gesamthaushalts. „Erstmals stehen zwei Milliarden Euro für Schule und die frühkindliche Bildung bereit. Aus dem Sondervermögen fließen 600 Millionen Euro in den Schulbau und in die Schulsanierung. Damit schaffen wir moderne Lernbedingungen“, betonte Oldenburg. 

Für das Jahr 2027 sind 12,2 Milliarden Euro im Haushalt geplant. Davon werden 2,1 Milliarden Euro für den Bildungs- und Kita-Bereich zur Verfügung stehen. Insbesondere die Zuweisungen des Landes zur Kindertagesförderung werden weiter aufgestockt: Für 2026 sind 544 Millionen Euro vorgesehen, für 2027 sogar 554 Millionen Euro. 

Bildungsministerin Simone Oldenburg wies abschließend auf die klare Stoßrichtung des Bildungsmonitors hin: „Mit dem Bildungsmonitor liegt eine Untersuchung vor, deren Erkenntnisse nicht neu sind. Die Daten stammen aus Studien wie dem IQB-Bildungstrend, dem Bildungsbericht oder den Statistiken der Länder. Sie werden hier aus wirtschaftlicher Perspektive ausgewertet. Doch Bildung ist weit mehr. Es geht dabei auch um die Entwicklung der Persönlichkeit junger Menschen.“