Lohmen: Erholungswald „Seeblick“ offiziell gesichert
Ein Wald zum Spielen, Lernen, Bewegen und Naturerleben: Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus hat heute in Lohmen die Verordnung für den neuen Erholungswald „Seeblick“ an Bürgermeister Bernd Dickau übergeben. Rund 3,3 Hektar gemeindeeigener Wald sind damit forstrechtlich als Erholungswald gesichert. Die Initiative dazu ging 2025 von der Gemeinde Lohmen und der Kindertagesstätte „Waldgeister“ aus – mit dem Ziel, den ersten Kindergesundheitswald des Landes zu gestalten.
„Aus einer guten Idee vor Ort wird jetzt etwas Dauerhaftes. Wir schaffen einen geschützten Raum, in dem Kinder sich bewegen, Natur entdecken und lernen können. Wald ist eben nicht nur Lebensraum und Rohstofflieferant. Er kann auch ein Ort sein, der Körper und Seele guttut. Genau das wollen wir hier in Lohmen erlebbar machen“, sagte Backhaus.
Die Verordnung gibt dem Kindergesundheitswald einen verbindlichen Rahmen. Der Wald soll ausdrücklich der Erholung und Gesundheitsförderung dienen. Vorgesehen sind Umweltbildung und kinderfreundliche Aktiv-Erholung. Bewegung und Sinneserfahrungen in der Natur sollen die körperliche, seelische und soziale Gesundheit von Kindern fördern. Auch die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen sind bei der Ausgestaltung zu berücksichtigen.
Gleichzeitig wird der Wald dauerhaft gesichert und soll naturnah und klimaangepasst entwickelt werden. Kahlschläge sind grundsätzlich zu unterlassen, Pflanzenschutzmittel auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken. Auch der Erhalt des Waldbodens als Wasserspeicher spielt eine besondere Rolle. Die Verordnung schützt den Erholungscharakter zudem vor störenden Nutzungen.
Backhaus: „Das Besondere ist: Wir reden nicht nur darüber, dass Wald Kindern guttut. Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Gesundheit, Bewegung, Umweltbildung und Naturerfahrung hier dauerhaft zusammengehören. Und wir schützen gleichzeitig den Wald selbst. Das ist Naturschutz, der bei den Menschen ankommt.“
Die Kinder der Kita „Waldgeister“ nutzen den Wald bereits regelmäßig als Spiel- und Lernort. Gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. Horst Klinkmann fanden bereits Veranstaltungen statt, bei denen die Kinder den Wald und seine gesundheitsfördernde Wirkung unmittelbar erleben konnten.
Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit dem gesundheitlichen Potenzial des Waldes. Mit der Novelle des Landeswaldgesetzes wurde 2011 unter Backhaus' Leitung der Weg für neue Nutzungsformen wie Kur- und Heilwälder geöffnet. 2017 folgte in Heringsdorf der erste zertifizierte Heilwald Deutschlands. Insgesamt umfassen die forstrechtlichen Schutzgebiete im Land heute fast 250 Hektar.
„Mecklenburg-Vorpommern war beim Thema Wald und Gesundheit früh Vorreiter. In Lohmen entwickeln wir diesen Gedanken konsequent weiter und rücken die Kinder in den Mittelpunkt. Ich wünsche mir, dass daraus ein Beispiel für andere Gemeinden wird. Denn wenn Kinder früh erfahren, wie wertvoll Wald und Natur für sie sind, ist das auch eine Investition in die nächste Generation.“
Die Erholungswaldverordnung „Seeblickregion“ wurde am 7. Juli 2026 veröffentlicht und ist seit dem 8. Juli 2026 in Kraft. Der überwiegend von Kiefern geprägte Wald liegt südwestlich von Lohmen.