Daten für bessere Bildung: Land startet Pilotprojekt

Oldenburg: Wir wollen jede Schülerin und jeden Schüler bestmöglich fördern

Nr.155-26  | 17.09.2026  | BM  | Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung

Mecklenburg-Vorpommern hat mit Beginn des Schuljahres 2026/2027 ein Pilotprojekt zur datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung gestartet. Ziel ist es, bildungspolitische Entscheidungen noch stärker auf Grundlage verlässlicher Daten zu treffen und Schulen beim pädagogischen Handeln besser zu unterstützen. Im Mittelpunkt stehen die Lernstände und die Lernentwicklung der einzelnen Schülerinnen und Schüler. Durch eine gezielte Auswertung der Daten sollen der Unterricht und die individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen verbessert werden.  

„Jedes Kind muss die Begleitung und Unterstützung erhalten, die es benötigt. Dafür brauchen Schulaufsicht und Lehrkräfte verlässliche Informationen darüber, welchen Leistungsstand Schülerinnen und Schüler in den einzelnen Fächern haben“, erläuterte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass in Schulbehörden und Schulen Entscheidungen stärker auf Grundlage dieser Daten getroffen werden können. Das hilft dabei, die Qualität des Unterrichts weiter zu verbessern.“  

Das Projekt „Evidenzbasierte Schul- und Unterrichtsentwicklung“ (EBSE) ist auf mehrere Jahre angelegt. In der ersten Projektphase werden die Pilotschulen ausgewählt und die Daten, die erhoben werden sollen, identifiziert. Die Schulen, die daran teilnehmen werden, gestalten den Entwicklungsprozess von Beginn an mit und bringen ihre Erfahrungen ein. „Wir entwickeln dieses Vorhaben nicht allein im Bildungsministerium, sondern mit den Schulen gemeinsam“, so die Ministerin weiter. „Wir setzen ganz bewusst auf die Expertise und Erfahrungen von Lehrkräften und Schulleitungen. Unser Ziel ist ein lernendes Schulsystem, das sich kontinuierlich weiterentwickelt und die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt stellt.“  

Evidenzbasierte Schul- und Unterrichtsentwicklung bedeutet dabei weit mehr als das Sammeln von Daten. So könnten in Zukunft die Erkenntnisse aus Lernstandserhebungen gezielter genutzt werden, um den Unterricht weiterzuentwickeln, Förderangebote am Bedarf der Schülerinnen und Schüler auszurichten und die Wirksamkeit von bildungspolitischen Maßnahmen zu überprüfen. Gleichzeitig können aussagefähige Daten den Austausch mit Eltern intensivieren.  

„Daten sind kein Selbstzweck. Sie geben Auskunft darüber, wo Potenziale liegen und wo frühzeitig Unterstützungsbedarf notwendig ist. Gute Bildungspolitik orientiert sich an Erkenntnissen. Gute Schulen nutzen dieses Wissen, um ihren Unterricht stetig besser zu machen“, sagte Oldenburg.  

Rückenwind erhält Mecklenburg-Vorpommern durch das aktuelle Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen in einer datengestützten Entwicklung einen entscheidenden Hebel, um die Bildungsqualität zu steigern und den anstehenden Aufgaben im Bildungssystem wirksam zu begegnen. Sie empfehlen unter anderem regelmäßige Lernstandserhebungen, niedrigschwellige Unterstützungsangebote für Lehrkräfte sowie eine enge Zusammenarbeit von Schule, Eltern und pädagogischen Partnern.  

„Die Empfehlungen der SWK bestätigen uns in unserem Weg. Andere Länder wie Kanada sind längst weiter. Auch wir wollen Unterricht und Schulentwicklung systematisch voranbringen und dabei moderne, datenschutzkonforme Instrumente nutzen. So schaffen wir die Grundlage dafür, dass noch mehr junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern den bestmöglichen Schulabschluss erreichen“, erklärte Bildungsministerin Simone Oldenburg.