MV macht das Grüne Band zum Nationalen Naturmonument

Nr.298/2026  | 17.09.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

 

Mecklenburg-Vorpommern weist das Grüne Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze als Nationales Naturmonument aus. Rund 4.500 Hektar von der Ostsee bis zur Elbe erhalten damit einen gemeinsamen Rahmen als Natur- und Erinnerungslandschaft von nationaler Bedeutung. Damit ist eine Unterschutzstellung als Nationales Naturmonument mit dem heutigen Tag in allen östlichen Bundesländern erfolgt.

Umweltminister Dr. Till Backhaus und der BUND Mecklenburg-Vorpommern begrüßen die Ausweisung als wichtigen Schritt und zugleich als Auftrag, das Grüne Band in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln.

„Wo Deutschland einst durch Zäune und Stacheldraht geteilt war, verbindet heute die Natur. Aus dem früheren Todesstreifen ist eine Lebenslinie geworden. Mit der Ausweisung als Nationales Naturmonument übernehmen wir Verantwortung für beides: für eine einzigartige Naturlandschaft und für die Erinnerung an die deutsche Teilung“, sagte Backhaus.

Das Grüne Band Deutschland erstreckt sich über insgesamt 1.378 Kilometer entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und ist das größte Biotopverbundsystem Deutschlands. In Mecklenburg-Vorpommern verbindet es unter anderem artenreiches Grünland, Moore und Feuchtgebiete, Wälder, Seen und Fließgewässer sowie Lebensräume des Ostseeküstenraums. Zugleich bewahrt es mit ehemaligen Grenzanlagen, Gedenkorten, geschleiften Ortschaften und besonderen Geländestrukturen Zeugnisse der deutschen Teilung. Diese Verbindung von Natur und Geschichte macht das Grüne Band zu einer besonderen Natur- und Erinnerungslandschaft.

„Die Ausweisung ist ein wichtiger Meilenstein. Jetzt geht es darum, bestehende Lücken zu schließen, um einen durchgängigen Biotopverbund zu entwickeln. Dafür wollen wir gemeinsam mit dem Land, den Menschen vor Ort, den Eigentümerinnen und Eigentümern sowie aktiven Vereinen und Stiftungen Lösungen finden,“ kündigt Jessica Sommer vom BUND MV an. Im Rahmen des Projektes HOTSPOT28 baut sie bereits ein Netzwerk auf und lädt zu Veranstaltungen ein.

Große Teile des Grünen Bandes in Mecklenburg-Vorpommern sind bereits durch bestehende Schutzgebiete und andere Naturschutzflächen gesichert. Dazu gehören unter anderem Flächen in den Biosphärenreservaten Schaalsee und Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern sowie Naturschutzgebiete und Flächen des europäischen Netzes Natura 2000.

Mit der neuen Verordnung werden diese Flächen erstmals unter dem gemeinsamen Dach des Nationalen Naturmonuments „Grünes Band Mecklenburg-Vorpommern“ zusammengeführt.  Schutzvorschriften bestehen mit den bislang schon geltenden Ge- und Verboten  weiter. „Mit der Verordnung geben wir dem Grünen Band erstmals einen gemeinsamen Rahmen als Nationales Naturmonument. Dabei geht es nicht darum, bereits geschützte Flächen mit neuen Auflagen zu überziehen. Wir wollen vorhandene Lücken perspektivisch schließen, wertvolle Lebensräume sichern und zugleich die Zeugnisse der deutschen Teilung bewahren. So entsteht Schritt für Schritt ein möglichst durchgängiges Grünes Band von der Ostsee bis zur Elbe“, betonte Backhaus.

Das langfristige Ziel ist ein möglichst lückenloses Grünes Band auch in Mecklenburg-Vorpommern. Derzeit gliedern noch nicht einbezogene Flächen das Nationale Naturmonument in mehrere Abschnitte. Die weitere Entwicklung soll langfristig erfolgen und die Belange anderer Nutzungen und Rechtsbereiche berücksichtigen.

 

Hintergrund

Nationale Naturmonumente (NNM) sind Gebiete, die aufgrund von „wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen sowie wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit“ von herausragender Bedeutung sind.

Thüringen war 2018 das erste Bundesland, was seinen 763 Kilometer langen Abschnitt gesichert hat. Als erstes westlich angrenzendes Bundesland hat Hessen 2023 seinen Bereich anschließend an das Grüne Band in Thüringen als Nationales Naturmonument ausgewiesen. „Der Abschnitt im Amt Neuhaus hat eine ganz besondere Geschichte mit dem Wechsel der Zugehörigkeit von Mecklenburg zurück nach Niedersachen. Hier bestehen aktuell ebenfalls Bemühungen diesen entsprechend zu sichern.“ erläutert Corinna Cwielag vom BUND MV und ergänzt „Trotz der nationalen Bedeutung dieses Monuments sind die Bundesländer zuständig und müssen jeweils einzeln für die Sicherung aktiv werden.“

Wenige Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer, initiierte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am 9.12.1989 zusammen mit Naturschützer*innen aus Ost- und Westdeutschland das Grüne Band. Seitdem setzt sich der BUND mit einer Vielzahl von Projekten, Aktivitäten und dank zahlreicher Spenden für Erhaltung und Schutz des Biotopverbundes und für das Natur- und Geschichtserleben ein.   Hierbei arbeitet er eng mit Historiker*innen und den Grenzmuseen zur Bewahrung der geschichtlichen Dimension des Grünen Bandes zusammen.

Der BUND MV ist Partner im Verbundprojekt HOTSPOT28 „Natürlicher Klimaschutz im Norden“ und setzt die Maßnahme „Lebendige Erinnerungslandschaft am Grünen Band“ um. Im Rahmen des Aktionsprogrammes Natürlicher Klimaschutz wird das Projekt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz, und nukleare Sicherheit gefördert und kofinanziert durch das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern mit Mitteln des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern sowie durch das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur Schleswig-Holstein.

 

Kontakt für Rückfragen

Jessica Sommer

Projekt HOTSPOT28 - Natürlicher Klimaschutz im Norden | Grünes Band

Tel.: 0385 521339-15, 0155 6720 2026

E-Mail: jessica.sommer@bund-mv.de