Vorpommern-Greifswald: Blank besucht Eisengießereien und fordert bessere Bedingungen für heimische Industrie
Dr. Wolfgang Blank: „Wir setzen uns für wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für unsere Gießereien ein“
Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat gestern die Silbitz Group Torgelow GmbH und die Breyden Ueckermünde GmbH besucht. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die wirtschaftlichen Herausforderungen der Gießereiindustrie und die Perspektiven der beiden Standorte.
„Unsere Gießereien sind eine tragende Säule der industriellen Wertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern. Hier entstehen mit großem know-how wichtige Bauteile für den Maschinenbau, für Fahrzeuge, Schiffe und Windanlagen. Damit die Unternehmen langfristig leistungsfähig bleiben, brauchen sie wettbewerbsfähige Energiepreise, verlässliche Investitionsbedingungen und weniger bürokratische Hürden. Dafür setzen wir uns mit Nachdruck ein – auf Landes-, Bundes- und auf europäischer Ebene“, sagte Minister Dr. Blank.
„Die Gießereiindustrie ist für Deutschland und Europa von strategischer Bedeutung. Gerade bei wichtigen Zukunftsprojekten wie dem Ausbau der erneuerbaren Energien sollten wir deshalb auf Qualität und Wertschöpfung aus heimischer und europäischer Produktion setzen. Das gilt insbesondere auch für Komponenten von Erneuerbare-Energien-Anlagen, die in Gießereien gefertigt werden. Gemeinsam mit anderen europäischen Regionen setzt sich Mecklenburg-Vorpommern deshalb dafür ein, faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber Anbietern aus Drittstaaten zu sichern. So stärken wir die Wertschöpfung entlang der gesamten Lieferkette – von der Gießerei bis zur fertigen Windenergieanlage“, so Minister Dr. Blank.
Die Branche steht bundesweit unter Druck. Hohe Energie- und Materialkosten, eine schwache Investitionsnachfrage und zunehmende internationale Konkurrenz belasten die Unternehmen. Zugleich erfordert der Umstieg auf energieeffiziente und Co2-arme Produktionsverfahren zusätzliche Investitionen.
„Die Energiekosten sind für unsere Gießereien eine entscheidende Standortfrage. Deshalb haben wir uns auf Bundesebene erfolgreich für die Einführung eines Industriestrompreises und für niedrigere Netzentgelte eingesetzt“, so Minister Dr. Blank. „Gerade in Mecklenburg-Vorpommern muss es zudem noch besser gelingen, die Vorteile des hier erzeugten erneuerbaren Stroms direkt bei den Unternehmen ankommen zu lassen. Deshalb haben wir über den Bundesrat dafür den Weg geebnet, die regionale Stromnutzung zu erleichtern. Dazu gehört insbesondere, Direktleitungen zu Wind- und Solarparks auch über größere Entfernungen zu ermöglichen. Das kann für energieintensive Unternehmen wie Gießereien ein weiterer wichtiger Baustein für dauerhaft wettbewerbsfähige Stromkosten sein. Ebenso setzen wir uns dafür ein, langfristige Stromlieferverträge besser abzusichern und bestehende Hemmnisse abzubauen.“
Ein wichtiger Punkt in den Gesprächen vor Ort bildete das Auslaufen der Erprobungsphase des sogenannten „Nutzen statt Abregeln“ nach § 13 Energiewirtschaftsgesetz. „Wir brauchen hier dringend eine praxistaugliche Weiterentwicklung. Es ist schwer vermittelbar, erneuerbaren Strom abzuregeln, während energieintensive Unternehmen gleichzeitig unter hohen Stromkosten leiden. Wo Unternehmen ihren Verbrauch flexibel anpassen und zusätzliche Strommengen aufnehmen können, sollten sie diesen Strom zu günstigen Preisen nutzen können. Davon müssen künftig auch industrielle Verbraucher in Mecklenburg-Vorpommern stärker profitieren. Auch das haben wir im Bundesrat noch einmal deutlich adressiert“, so Minister Dr. Blank.
Die Landesregierung setzt sich zudem für einen wirksamen Carbon-Leakage-Schutz ein, der verhindert, dass Unternehmen ihre Stahlproduktion in Länder mit geringeren oder fehlenden CO₂-Kosten verlagern. Die konsequente Umsetzung und fortlaufende Anpassung des Handlungskonzeptes Stahl der Bundesregierung sowie des europäischen CO2-Grenzausgleichsystems sind hierfür von entscheidender Bedeutung.
„Bei all diesen Maßnahmen ist wichtig, dass unsere Unternehmen spürbar und verlässlich entlastet werden. Zudem müssen bundesweite Förderprogramme insbesondere kleinen und mittelständischen Industriebetreibern helfen, ihre Produktion weiter zu modernisieren und international langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben“, so Minister Dr. Blank.
Die Gießerei in Torgelow fertigt großdimensionierte, komplexe Gussteile insbesondere für Windenergieanlagen und Großmotoren. Die Gießerei in Ueckermünde ist auf Produkte für die Automobilindustrie spezialisiert, darunter Komponenten für Fahrzeugbremsen.