Backhaus: Wer gut ausgebildet wurde, braucht keine KI zu fürchten
Anlässlich der morgigen (26. September) Freisprechung der Auszubildenden im Galabau und der Hauswirtschaft an der Fachschule für Agrarwirtschaft in Güstrow betont Agrarminister Dr. Till Backhaus, wie wichtig der Nachwuchs für den Sektor ist:
„In diesem Jahr wurden in den grünen Ausbildungsberufen in MV insgesamt 395 Abschlussprüfungen abgelegt. 326 davon wurden erfolgreich bestanden.
Im Gartenbau haben 47 von 50 Prüflingen ihren Abschluss geschafft. Bei den Fachpraktikerinnen und Fachpraktikern Gartenbau waren es 5 von 5, in der Hauswirtschaft 18 von 18.
Wer einen Berufsabschluss geschafft hat, der hat gezeigt, dass er Verantwortung übernehmen kann. Und genau solche jungen Fachkräfte brauchen wir in Mecklenburg-Vorpommern.
Der Gartenbau beispielsweise ist ein hochprofessioneller Wirtschaftszweig. Die Betriebe müssen heute Pflanzen produzieren, Grünanlagen gestalten und pflegen, mit moderner Technik umgehen und gleichzeitig auf Klimaveränderungen, Nachhaltigkeit und Biodiversität reagieren.
Allein im Gemüsebau wurden 2025 im Land auf rund 2.464 ha mehr als 71.600 t Gemüse im Freiland geerntet 14 % mehr als im Vorjahr. Fast die Hälfte unserer Gemüsebaubetriebe arbeitet inzwischen ökologisch.
Auch der Obstbau prägt unser Land: Auf rund 1.546 ha wurden 2025 etwa 16.800 t Äpfel geerntet. Hinzu kommen Erdbeeren, Beerenobst, Zierpflanzen und unsere Baumschulen.
Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, die ihr Handwerk beherrschen.
Und auch die Hauswirtschaft ist weit mehr als das, was man manchmal mit diesem Berufsbild verbindet.
Sie verlangt Organisationstalent, Verantwortungsbewusstsein, Fachwissen und den täglichen Umgang mit Menschen. Die Fähigkeiten, die dort vermittelt werden, werden gebraucht.
Umso mehr müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir diese Ausbildung attraktiv halten und wieder mehr junge Menschen dafür gewinnen. Denn eines ist klar: Fachkräfte entstehen nicht von allein. Man muss sie ausbilden. Die duale Berufsausbildung ist deshalb eine große Stärke unseres Landes. Sie verbindet praktische Ausbildung im Betrieb, den Unterricht in der Berufsschule und die überbetriebliche Ausbildung. Damit das funktioniert, braucht es viele Beteiligte.
Deshalb möchte ich heute ausdrücklich den Ausbildungsbetrieben, den Ausbilderinnen und Ausbildern, den Lehrkräften der Berufsschulen, den Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberatern sowie allen danken, die sich in den Prüfungsausschüssen engagieren.
Gerade die Prüfungen wären ohne das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Praktikerinnen und Praktiker überhaupt nicht möglich.
Die jungen Menschen, die wir nun verabschieden, starten in eine Arbeitswelt, die sich schnell verändert. Digitalisierung, Klimawandel, Nachhaltigkeit und Biodiversität werden Ihre Berufe weiter verändern. Gleichzeitig beschäftigen Betriebe steigende Anforderungen, Fachkräftemangel, Mindestlohn, Saisonarbeitskräfte, Pflanzenschutzvorgaben und nicht zuletzt immer mehr Bürokratie.
Aber bei allen Veränderungen bleibt eines bestehen: Gute Facharbeit wird gebraucht. Ein Garten muss angelegt werden. Pflanzen müssen kultiviert werden. Maschinen müssen bedient werden. Menschen müssen versorgt und Abläufe organisiert werden. Das kann keine Verordnung und kein Computer ersetzen.“