Landespflegekongress 2026: „Sorgende Gemeinschaften“ stärken – pflegende Angehörige in den Mittelpunkt rücken

Nr.098  | 12.05.2026  | SM  | Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport

Der 12. Mai ist der Internationale Tag der Pflegenden. Während an diesem Tag häufig die beruflich Pflegenden im Fokus stehen, richtet die diesjährige vom Sozialministerium ausgerichtete Landespflegekonferenz den Blick bewusst auf pflegende Angehörige und sorgende Gemeinschaften.

Sozial-Staatssekretärin Sylvia Grimm hob bei der Eröffnung des Pflegekongresses heute in der Landeshauptstadt Schwerin hervor, dass rund 86 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern in der eigenen Häuslichkeit versorgt werden – getragen von Angehörigen, Nachbarn, Ehrenamtlichen und professionellen Unterstützungsstrukturen.   

„Pflegende Angehörige bilden damit das Fundament der Versorgung von Menschen mit Pflegebedarf“, betonte Grimm. Ohne pflegende Angehörige ist Pflege nicht vorstellbar und nicht leistbar. „Ziel muss deshalb eine Pflegepolitik sein, die die Menschen in ihrer Lebensrealität unterstützt und insbesondere die häusliche Pflege nachhaltig stärkt“, sagte Grimm.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Landespflegekongress mit dem Aufbau und der Weiterentwicklung von „Sorgenden Gemeinschaften“. Die Leitidee ist dabei nicht neu: Sorgearbeit wurde schon immer in Familien, Nachbarschaften, Freundeskreisen, Religionsgemeinschaften und durch gesellschaftliches Engagement geleistet. Unterstützt wird dies vielerorts durch Gemeinwesen- und Quartiersarbeit in den Kommunen.

Angesichts des demografischen Wandels, sich verändernder Familienstrukturen und des zunehmenden Fachkräftemangels gewinnt die Sorgefähigkeit örtlicher Gemeinschaften nach Aussage von Grimm jedoch immer stärker an Bedeutung. „Sorgende Gemeinschaften setzen weit vor der Pflegebedürftigkeit an. Sie schaffen lokale Netzwerke, in denen Nachbarn, Ehrenamtliche, Kommunen, lokale Wirtschaft und professionelle Dienste gemeinsam Verantwortung übernehmen“, sagte die Staatssekretärin.

„Wenn die eigene Familie weit entfernt lebt, brauchen Menschen vor Ort andere verlässliche Strukturen“, so Grimm weiter. „Sorgende Gemeinschaften fördern Lebensqualität, soziale Teilhabe und Solidarität. Sie entlasten Angehörige, wirken Einsamkeit entgegen und ermöglichen vielen Menschen trotz Pflegebedarfs ein Leben in ihrer vertrauten Umgebung.“

Am Nachmittag wird im Rahmen der Landespflegekonferenz erstmals die Landespflegemedaille verliehen. Mit dieser Auszeichnung würdigt das Sozialministerium Menschen, die sich mit außergewöhnlichem Engagement um ihre pflegebedürftigen Angehörigen kümmern. Stellvertretend für alle pflegenden Angehörigen in Mecklenburg-Vorpommern erhalten drei Personen die Landespflegemedaille. Die Auszeichnung wird gemeinsam durch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Sozialministerin Stefanie Drese vorgenommen.

Hinweis für die Medien: Zur erstmaligen Verleihung der Landespflegemedaille erscheint am Nachmittag eine separate Pressemitteilung.