VMK fordert Modellprojekt zu begleitetem Fahren mit 16 Jahren – Pegel hofft auf Modellprojekt in M-V

Nr.82/18  | 19.04.2018  | EM  | Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

Die Verkehrsminister der 16 Bundesländer sind sich einig: Sie wollen das begleitete Fahren mit 17 auf 16-Jährige ausweiten und fordern per Beschluss ein entsprechendes Modellprojekt – sehr zur Freude von Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel. „Auch die Vertreter der Bundesregierung haben bei der Verkehrsministerkonferenz ihre Unterstützung für ein solche Modellprojekt signalisiert“, sagte Pegel und fügte hinzu: „Mecklenburg-Vorpommern möchte daran gern teilnehmen.“

"Bevor ein solches Modellprojekt aber starten kann, haben wir noch dicke Bretter zu bohren", dämpfte Christian Pegel verfrühte Hoffnungen. Die europäischen Rechtsvorschriften erlauben den EU-Mitgliedsstaaten das Führen von PKW frühestens ab 17 Jahren. „Der Beschluss der VMK ist vor allem die Bitte an den Bundesverkehrsminister, schnellstmöglich Verhandlungen mit der EU über eine Änderung dieser Vorschrift aufzunehmen, damit zumindest ein begleitetes Fahren ab 16 Jahren stattfinden darf", erläuterte der Vertreter aus dem Nordosten einen wichtigen Baustein des Beschlusses der Verkehrsministerkonferenz, die heute und morgen (19./20.04.2018) in Nürnberg tagt.

"Ich hoffe, dass die EU-Kommission diesen einstimmigen Rückenwind aller deutschen Verkehrsminister positiv aufnimmt und uns erlaubt, das erfolgreiche begleitete Fahren mit 17 bereits für 16-Jährige zu öffnen - zunächst in einem wissenschaftlich begleiteten Modellprojekt", so Pegel. "Mecklenburg-Vorpommern möchte unbedingt teilnehmen. Wir waren schon am Modellprojekt, mit dem das heute allgemein zugelassene begleitete Fahren mit 17 Jahren erprobt wurde, erfolgreich dabei und konnten eine koordinierende Rolle wahrnehmen."

Mit dem begleiteten Fahren wird derzeit ein PKW-Führerschein bereits für 17-Jährige möglich gemacht. Die Einschränkung: Bis zum 18. Geburtstag ist das Fahren nur in Begleitung eines Erwachsenen mit mehrjähriger Fahrpraxis erlaubt. Dieser muss im Führerschein des Fahranfängers als der zugelassene Fahrbegleiter vermerkt sein. 

„Wir wissen aus Studien und den bei jedem Unfall erhobenen Daten, dass die Fahranfänger, die als begleitet Fahrende begonnen haben, das Verkehrsunfallrisiko um mehr als 20 Prozent senken - verglichen mit Fahranfängern, die erst mit 18 Jahren starten, dafür aber von Anfang an unbegleitet fahren", erläutert Pegel den Erfolg des begleiteten Fahrens mit 17. "Grund dieses tollen Erfolgs für die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen ist die höhere Zahl Kilometern, die die Fahranfänger begleitet zurücklegen. In der Fahrschulausbildung sind das im Durchschnitt circa 800 Kilometer. Beim begleiteten Fahren kommen noch einmal 2.000 bis 4.000 Kilometer hinzu", erläutert Pegel und fügt hinzu: „Die Begleitung hilft vor allem mental, manchmal sicherlich auch mäßigend, vor allem aber in krisenhaften Situationen durch Rat und Tat. Und die Zahlen beweisen, dass dies deutlich zu höherer Verkehrssicherheit beiträgt. Deshalb sind die Verkehrsminister der Länder unisono dafür, eine längere begleitete Fahrphase bereits ab dem 16. Lebensjahr zu ermöglichen.“ Auch beim begleiteten Fahren ab 16 werde das Alleinefahren erst mit 18 Jahren möglich sein: „Der jetzige Antrag will nur die begleitete Fahrphase verlängern."