Einnahmen und Ausgaben

Einnahmen im Landeshaushalt Mecklenburg-Vorpommern 2026/2027

Im Dezember 2025 hat der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns den Haushaltsplan 2026/2027 des Landes beschlossen. Laut Haushaltsplan 2026/2027 erwartet Mecklenburg-Vorpommern Einnahmen in Höhe von rund 12,1 Milliarden Euro für das Jahr 2026 und rund 12,2 Milliarden Euro für das Jahr 2027.

Steuereinnahmen

Die größte Einnahmequelle bilden die Steuereinnahmen, die sich auf rund 7,0 Milliarden Euro in 2026 und rund 7,1 Milliarden Euro in 2027 belaufen.

Allerdings werden davon nur etwa 70 Prozent im Land selbst erwirtschaftet. Der restliche Anteil stammt aus dem bundesstaatlichen Finanzausgleich. Dieses solidarische System gleicht Unterschiede zwischen finanzstarken und finanzschwächeren Bundesländern aus und basiert im Wesentlichen auf den Einwohnerzahlen.

Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet das: Aufgrund eines relativen Rückgangs der Bevölkerungszahl sinken auch die Einnahmen aus dem Finanzausgleich.

Bundesergänzungszuweisungen

Ein weiterer zentraler Einnahmeposten sind die Bundesergänzungszuweisungen, die sich im Jahr 2026 und 2027 auf jeweils rund 1,3 Milliarden Euro belaufen. Hierzu zählen vor allem die

  • Allgemeinen Bundesergänzungszuweisungen,
  • Bundesergänzungszuweisungen zum Ausgleich der Kosten der politischen Führung,
  • Sonderbedarfs-Bundesergänzungszuweisungen zum Ausgleich von Sonderlasten durch die strukturelle Arbeitslosigkeit und die
  • Gemeindesteuerkraftzuweisungen.

Übrige laufende Einnahmen

Rund 2,4 Milliarden Euro in 2026 und 2,5 Milliarden Euro in 2027 stammen aus übrigen laufenden Einnahmen, darunter zum Beispiel:

  • Verwaltungsgebühren,
  • Zinszahlungen und Rückflüsse aus Wohnungsbauförderungen,
  • Einnahmen von der Europäischen Union für nicht investive Zwecke,
  • Zuweisungen des Bundes für Wohngeld, Grundsicherung, Personennahverkehr und zum Bundesausbildungsförderungsgesetz (BaföG).

Zudem werden Mittel aus Rücklagen eingebracht.

Investitionseinnahmen

Das Land erhält investitionsbezogene Einnahmen im Umfang von rund 1,2 Milliarden Euro in 2026 und rund 1,1 Milliarden Euro in 2027 im Wesentlichen:

  • vom Bund für Wirtschaftsförderung, Hochschulbau, Städtebauförderung, Agrarstruktur und Küstenschutz und
  • von der EU zur wirtschaftlichen Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns – mit dem Ziel, das Bruttoinlandsprodukt zu steigern und die Wirtschaftskraft an den EU-Durchschnitt anzugleichen.

Netto-Kreditaufnahme

Das Land wird in den Jahren 2026 und 2027 auf Basis des Artikels 109 Absatz 3 Satz 6 und 7 des Grundgesetzes jeweils rund 0,3 Milliarden Euro netto neue Kredite aufnehmen. Damit wird die Finanzierung von Investitionen durch das Land auf unvermindert hohem Niveau abgesichert.

 

Ausgaben im Landeshaushalt Mecklenburg-Vorpommern 2026/2027

Die Gesamtausgaben im Jahr 2026 belaufen sich auf rund 12,1 Milliarden Euro. Für das Jahr 2027 wird mit Ausgaben in Höhe von rund 12,2 Milliarden Euro gerechnet.

Personalausgaben

Mit rund 2,9 Milliarden Euro in 2026 und rund 3,1 Milliarden Euro in 2027 stellen die Personalkosten den größten Ausgabenblock dar – rund ein Viertel der gesamten Ausgaben. 2026 beschäftigt das Land etwa 36.000 Personen, davon über 63 % bei der Polizei und in den Schulen und Hochschulen des Landes.

Soziale Leistungen

Der Bereich der sozialen Leistungen ist mit rund 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2026 und rund 2,9 Milliarden Euro im Jahr 2027 ein weiterer Ausgabenschwerpunkt. Darin enthalten sind zum Beispiel:

  • Kindertagesförderung (über 0,5 Milliarden Euro pro Jahr),
  • überörtliche Sozialhilfe,
  • Sonder- und Zusatzversorgungssysteme der ehemaligen DDR.

Verwaltungsausgaben

Für die sächlichen Verwaltungsausgaben sind rund 0,7 Milliarden Euro jeweils für 2026 und 2027 eingeplant. Sie dienen im Wesentlichen zur Finanzierung von Ausgaben der Landesverwaltung, wie z. B. Mieten oder Sachmittel.

Kommunaler Finanzausgleich

Im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs erhalten Gemeinden und Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2026 rund 1,3 Milliarden Euro und im Jahr 2027 rund 1,1 Milliarden Euro für nicht-investive Zwecke. Für kommunale Investitionen stellt das Land zusätzlich über 0,1 Milliarden Euro jährlich bereit.

Sonstige Sach- und Fachausgaben und Sonstiges

Zu den sonstigen Sach- und Fachausgaben, für die rund 2,1 Milliarden Euro in 2026 und rund 2,2 Milliarden Euro in 2027 veranschlagt sind, zählen beispielsweise

  • die Zuschüsse an die Hochschulen des Landes,
  • Zahlungen für den Personennahverkehr oder
  • Finanzhilfen an Schulen in freier Trägerschaft.

In dieser Position enthalten ist zudem eine Einsparvorgabe für den gesamten Landeshaushalt in Höhe von über 0,1 Milliarden Euro pro Jahr.

Investitionen des Landes

Die Investitionsausgaben betragen 2026 über 2,1 Milliarden Euro, was einer Investitionsquote von rund 17 % entspricht. Für das Jahr 2027 sind Investitionsausgaben in Höhe von über 1,9 Milliarden Euro eingeplant. Dies bedeutet eine Investitionsquote von rund 16 %. Mecklenburg-Vorpommern investiert damit überdurchschnittlich viel je Einwohner:in im Vergleich mit den anderen Bundesländern.

Zinsausgaben und Entwicklung der Schulden

Die Zinsausgaben liegen jeweils bei rund 0,2 Milliarden Euro in 2026 und 2027. Solange der Schuldenberg des Landes von aktuell rund 11,3 Milliarden Euro existiert, besteht bei steigenden Zinssätzen auch die Gefahr steigender Zinsausgaben. Durch die geplanten Netto-Kreditaufnahmen 2026 und 2027 in Höhe von jeweils rund 0,3 Milliarden Euro wird der Schuldentstand des Landes wieder anwachsen.

Positiv: Im Jahr 2024 konnte das Land rund 0,9 Milliarden Euro Schulden tilgen, was den Schuldenstand deutlich reduziert hat.